Umzug abgeschlossen Leeraner Tafel bezieht ihre neuen Räume
Die Suche nach einem neuen Standort der Leeraner Tafel dauerte lang. Sogar eine Schließung stand im Raum. Jetzt hat die Tafel ihre neuen Räume bezogen.
Leer - Die großen grauen Regale stehen bereits im neuen Standort der Leeraner Tafel am Logaer Weg. Ein paar Lebensmittel sind im Ausgaberaum und im Lager eingeräumt. Auch die Kühlkammern laufen bereits. Seit dem 23. September war der alte Standort an der Friesenstraße geschlossen. Seitdem lief der Umzug in einen Teil des ehemaligen Autohauses Sat.
„In dieser Woche geht der Betrieb regulär wieder los“, sagt Tafel-Leiter Andreas Poppen. Bestehenden Kundinnen und Kunden seien seien bereits ihre Ausgabezeiten mitgeteilt worden. Beim neuen Standort müssen sie übrigens nicht fürchten, dass sie vom Logaer Weg aus gesehen werden. Der Eingang befindet sich auf der Rückseite des ehemaligen Autohauses.
Lebensmittel werden gegen symbolischen Kaufpreis weitergegeben
Rund 700 Menschen im Monat versorge das 18-köpfige Ehrenamts-Team, hatte Andreas Poppen erklärt. Die Leeraner Tafel sammelt bei Supermärkten Lebensmittel ein, die sie nicht mehr verkaufen können, und gibt diese gegen einen symbolischen Kaufpreis an Bedürftige weiter. Neue Kunden können sich dienstags bis freitags von 9.30 bis 11 Uhr bei Andreas Poppen melden. Er ist per Mail an poppen@tafel-leer.de erreichbar.
In Leichtbauweise wurden in den vergangenen Wochen in die bisherigen Lagerräume Wände eingezogen. So entstand neben dem Ausgaberaum auch ein Platz für die Kühlkammern, ein Entsorgungsraum und ein Lagerplatz. Die Kühlaggregate wurden in der Friesenstraße abgebaut und am neuen Standort wieder aufgebaut. Ein Pausenraum für die ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie ein Büro für Tafel-Leiter Andreas Poppen wurden auch eingerichtet. „Es geht weniger um den Umzug von Lebensmitteln“, sagt Ingo Brookmann, kommissarischer Vorsitzender des Diakonieverbands. Dieser ist Träger der Leeraner Tafel. Ohnehin könnten nur haltbare Produkte mitgenommen werden.
Langwierige Suche nach einem neuen Domizil
Mit den Lieferanten sei abgesprochen worden, dass die Tafel in der Umzugsphase keine Lebensmittel aufnehmen könne. Die ist nun abgeschlossen. Örtliche Unternehmen sponsorten die Küche im Mitarbeiterraum sowie neue Regale. Die regelmäßigen Lebensmittel-Lieferungen beginnen in dieser Woche wieder.
Bis das neue Domizil gefunden wurde, dauerte es. Die Verzweiflung bei den Verantwortlichen war groß. Die Sparkasse Leer-Wittmund hatte das bisherige Haus 2022 verkauft. Die neuen Eigentümer hatten schnell durchblicken lassen, dass der Mietvertrag zu den jetzigen Mietbedingungen nicht über 2023 hinaus verlängert werde. Nachdem zunächst der Jahreswechsel als Auszug im Raum stand, sollte im Juli 2024 Schluss sein. „Man muss auch sagen, dass wir mit der Miethöhe durch die Sparkasse eine Art Sozialsponsoring bekommen haben“, hatte Andreas Bartels, der Ansprechpartner für die Tafel beim Diakonieverband ist, vor einiger Zeit dieser Zeitung gesagt.
Teilvermietung des ehemaligen Autohauses war möglich
Die Suche nach den neuen Räumen gestaltete sich schwierig. „Wir mochten es nicht aussprechen, aber auch die Möglichkeit der Schließung stand im Raum“, so Bartels. „Wir haben uns mindestens zehn Komplexe angeschaut“, ergänzt Brookmann. Doch nichts passte so richtig. Entweder waren die Räume nicht geeignet oder zu weit von Leer entfernt.
Anfang des Jahres reichte es Heike Hommers. Sie kümmerte sich im Kirchenamt um den Tafelumzug. „Ich bin hartnäckig geblieben und habe dann bei den üblichen Immobilienportalen geschaut“, sagt sie. Da habe sie das Autohaus gefunden, das auch eine Teilvermietung anbot. Der Vermieter sagte schließlich zu. Die Tafel hatte ein neues Zuhause gefunden. Die Erleichterung war groß.
Neue Räumlichkeiten sind barrierefrei
Die Zugänge zum Gebäude sind barrierefrei. Die Miete ist laut Bartels hingegen höher. Mit dem neuen Vermieter hat man die Mietlaufzeit auf zehn Jahre festgelegt. „Mit einer Option auf Verlängerung“, sagt Hommers. Das sei wichtig, denn schließlich investiere die Tafel gerade in den Umbau viel Geld. „Wir werden komplett durch Spenden finanziert“, betont Andreas Bartels, daher müsse man gut haushalten. Der drohende Verlust der Räume habe in der Vergangenheit eine Welle der Solidarität losgetreten. Daher habe man nun die Möglichkeiten gehabt, die neuen Räume auszuwählen. Dafür sei das ganze Team der Tafel dankbar. „Wir hoffen, dass diese Solidarität weitergeht, denn wir müssen die höhere Miete auch aus Spenden finanzieren“, so Ingo Brookmann.
Mit den Unterstützern und Helfern soll die Wiedereröffnung am 2. November gefeiert werden. „Wir sind sehr dankbar, dass die Arbeit der Tafel nun fortgesetzt werden kann, um Menschen, die finanziell nicht gut gestellt sind, zu entlasten und Lebensmittel davor zu bewahren, weggeworfen zu werden“, heißt es in der Einladung. Bereits in dieser Woche sollen die Bedürftigen aber bereits wieder die Möglichkeit haben, bei der Tafel einzukaufen. Ab sofort in den neuen Räumen am Logaer Weg.