Startschuss für Bauantrag Das Demenzzentrum in Loppersum rückt näher
Das Demenzzentrum auf historischem Boden kommt: Der Bauantrag für den Umbau des Gulfhofs Ringena in Loppersum wird noch im Oktober gestellt. Auch ein ungefährer Zeitplan steht nun fest.
Loppersum - Nach langem Warten kommt jetzt endlich Bewegung in die Pläne für das Demenzzentrum in Loppersum. Sämtliche Förderanträge sind eingereicht worden. Auch der Bauantrag soll noch in diesem Monat gestellt werden. Das bestätigte nun Paul Roosmann, der zuständige Architekt und Investor der Firma IPS Projekte aus Lingen.
Das Demenzzentrum soll auf dem Gelände des denkmalgeschützten Gulfhofs Ringena entstehen, zwischen dem Fresenhaus und der reformierten Kirche Loppersum gelegen. Insgesamt sollen auf der gut 23.000 Quadratmeter großen Fläche Wohneinheiten für bis zu 80 Bewohnerinnen und Bewohner gebaut werden. Auch für einen Neubau mit Wohnungen für bis zu 50 Mitarbeiter will man laut Planungsbüro auf dem Gelände Platz finden.
Pläne gibt es schon seit sechs Jahren
Die Pläne für den Bau eines Demenzzentrums in Loppersum stehen schon länger. Bereits im Jahr 2018 stellte das Vater-Tochter-Duo Paul und Tanja Roosmann seine Idee im Hinteraner Ausschuss für Gemeindeentwicklung vor. Politik und Verwaltung zeigten sich begeistert. Rat und Verwaltung stimmten 2021 dem vorgestellten Bebauungsplan zu. Dann wurde es jedoch ruhig um das Projekt. Die Pandemie und der Ukraine-Krieg brachten Verzögerungen, Unsicherheiten und Preissteigerungen im Baugewerbe mit sich. In den Jahren zuvor hieß es noch, dass schon Mitte 2024 erste Bewohner und Bewohnerinnen in das Demenzzentrum einziehen könnten. Ganz so schnell ging es nun aber doch nicht.
Diese Zeitung hatte zuletzt im Jahr 2022 über das geplante Demenzzentrum mitten in Loppersum berichtet. Roosmann sagte damals schon, dass die schwierige Zinslage zu weiteren Verzögerungen beim Bau geführt habe. Nun hat sich die Situation stabilisiert. Ein bisschen Geduld braucht es aber noch: Bis März nächsten Jahres würde es noch dauern, bis die gestellten Förderanträge überprüft werden, so Roosmann. Förderanträge, davon gibt es einige. „Insgesamt haben wir sechs Förderanträge gestellt“, so der Architekt und Stadtplaner. Die Kosten für den Umbau und die Erweiterungen des Gulfhofs beziffert Roosmann, der das Projekt mit seiner Tochter betreut, auf circa zwölf Millionen Euro.
Bis Ende 2026 muss alles fertig werden
Außerdem ist die Gemeinde Hinte seit 2021 Teil des Dorfentwicklungsprogramms vom Land. Die beteiligten Dörfer haben dadurch die Chance, verschiedene Vorhaben, darunter den Erhalt dorftypischer Häuser oder die Schaffung von gemeinschaftlich genutzten Räumen, fördern zu lassen. Auch darüber habe Roosmann einen Antrag auf Förderung gestellt. „Es heißt jetzt erst mal abwarten“, sagt er. „Die Anträge wurden gestellt, die werden jetzt verarbeitet.“ Bis dahin könne er leider nichts machen. Einen genauen Zeitplan für das Bauprojekt gebe es deswegen auch noch nicht. Aber: Um die Fördergelder nicht verfallen zu lassen, müsste bis Ende Oktober 2026 alles so weit fertig sein, so Roosmann.
Damit wird das Demenzzentrum bereits in wenigen Jahren in Loppersum stehen – falls es nicht zu weiteren Verzögerungen kommt. Die Gefahr für eine solche Verzögerung sieht Roosmann vor allem darin, geeignete Handwerker für das Projekt zu finden. Es sei allgemein schwer, Handwerker zu finden, so Roosmann. „Aber der alte Gulfhof steht ja unter Denkmalschutz. Da können wir natürlich nicht jeden dran lassen.“ Am liebsten wäre es ihm, Handwerker vor Ort einzustellen. „Und dann am besten jemand mit guten Kenntnissen, auch im Bereich Denkmalschutz.“
Rollstuhlgerechtes Wohnen und Kurzzeitpflege
Erstmals erwähnt wurde der historische Gulfhof Ringena schon im 16. Jahrhundert. Doch Friedrich Christian Ernst von Frese, ein königlich hannoverischer Generalmajor im 19. Jahrhundert, ließ den Gulfhof in den Jahren um 1850 neu errichten, diesmal als Wirtschaftshof des benachbarten, nach ihm benannten Fresenhauses.
Roosmann will diese besondere Stellung des alten Gulfhofs weiterhin wahren. Der bestehende Hof, der aufwendig umgebaut wird, soll als eine Art Gemeinschaftsraum für das Demenzzentrum dienen. Eine Cafetaria oder ein überdachter Marktplatz könnten im Wirtschaftsteil des Hofes entstehen, auch die Verwaltung des Zentrums wird dort untergebracht, so der Plan.
Auf der Fläche rund um den Gulfhof werden weitere Gebäude ergänzt, dort sollen Wohngruppen und Funktionsräume untergebracht werden. Die gesamte Anlage soll rollstuhlgerecht werden. Außerdem ist geplant, neben den Wohngruppen für Menschen mit verschiedenen Stadien von Demenz auch Kurzzeit- oder Tagespflegeplätze zur Verfügung zu stellen. Auch Ferienwohnungen im ehemaligen Wohnhaus des Gulfhofs kann sich Roosmann vorstellen.