Umleitung am Emder Wall  Jetzt steht fest, wann die Bolardusbrücke fertig ist

| | 23.10.2024 12:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die neue Anhöhe zur Brücke am Blumenpavillon: Hier wird gerade kräftig gepflastert. Foto: Schuurman
Die neue Anhöhe zur Brücke am Blumenpavillon: Hier wird gerade kräftig gepflastert. Foto: Schuurman
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Der Brückenneubau zwischen Bolardusstraße und Emder Wall geht auf die Zielgerade. Die Stadt nannte jetzt den Eröffnungstermin und damit das Ende der Umleitung.

Emden - Jetzt sind die Tage gezählt: Nur noch wenige davon, dann wird die neue Brücke über den Stadtgraben zwischen Wallanlagen und Blumenpavillon an der Bolardusstraße fertig sein. Fußgänger und Radfahrer frei soll es Ende des Monats heißen. Die Stadt teilte jetzt ein konkretes Datum mit.

Dabei sieht es aktuell nur von Weitem so aus, dass diese Zielvorgabe zu halten ist. Bei näherem Hinsehen wird deutlich: Es fehlen noch Teile des Brückengeländers. Und von der Seite der Bolardusstraße aus kann man noch direkt aufs Wasser gucken, dort, wo noch eine Bodenplatte ausgespart ist. Schließlich müssen die Brückenbauer an dieser Stelle auch noch die Widerlager fertigstellen.

Mit neuem Fehntjer Maß

Die Brücke war am 11. Oktober 2024 mit einem Tieflader gebracht und mittels Autokran aufgesetzt worden, erst einmal provisorisch, aber auch schon spektakulär. Denn die Brücke macht schon gewaltig was her. Während die alte hauptsächlich aus Holz gebaut und damit schnell verrottet war, überspannt jetzt eine massiv wirkende Stahlkonstruktion den Stadtgraben. Und das sogar deutlich höher als die bisherige Brücke.

Spektakulär: Am 10. Oktober wurde das Stahlkonstrukt mittels Autokran aufgesetzt. Foto: Götze
Spektakulär: Am 10. Oktober wurde das Stahlkonstrukt mittels Autokran aufgesetzt. Foto: Götze

Sie bekommt jetzt das von Bootjefahrern und Touristikern gewünschte sogenannte Fehntjer Maß, hieß es seitens der Fachabteilung für Straßen- und Brückenbau beim BEE. So soll trotz schlankere Konstruktion der Stützen eine Durchfahrtshöhe von 2,50 Metern möglich sein. Dieses Maß gewährleiste, dass die Wasserwege in Ostfriesland weiterhin für den Bootstourismus nutzbar bleiben.

1,35 Meter Höhenunterschied

Die Widerlager, also der massive Unterbau der Brücke, sind dafür 25 Zentimeter hochgesetzt worden. Auch der Belag, über den Spaziergänger laufen werden, ist nochmals um zehn Zentimeter höher als die in die Jahre gekommenen Bretter, die bislang den Übergang ermöglichten.

Alles also ein Stückchen höher. Insgesamt gilt es jetzt für die Pflasterer, 1,35 Meter Höhenunterschied zu überwinden, damit die Anbindung der Wege von der Wallseite an die Brücke gelingt. Und auch das sieht aktuell auch noch gewaltig aus. Eine regelrechte Sandpiste, eingerahmt mit Tiefborden, liegt bereit, um gepflastert zu werden. Seitens des BEE heißt es: „Die Anrampung zur Brücke wird großzügiger gestaltet, um ein Gefälle von circa fünf Pozent zu erreichen, sodass die Brücke für Menschen mit Einschränkungen gut nutzbar bleibt.“

Fertig zum Feiertag

„Das wird gelingen“, wie Martin Hennwald von der beauftragten Firma BauDiMa aus Hinte dieser Zeitung versicherte. Seine Leute haben schon den Weg von der Bolardusstraße entlang des Blumenpavillons zur Brücke wieder mit altem Klinker fertig verlegt. Auf der Wallseite soll nun gerumpelter Betonstein für rutschfesten Boden auf der neuen Anhöhe zur Brücke sorgen.

Kleinigkeiten sind noch zu erledigen: Eine Bodenplatte fehlt, damit unterhalb der Brücke noch gearbeitet werden kann. Foto: Schuurman
Kleinigkeiten sind noch zu erledigen: Eine Bodenplatte fehlt, damit unterhalb der Brücke noch gearbeitet werden kann. Foto: Schuurman

Die Brücke selbst ist „made in Emden“. Die Firma Götze Stahl- und Anlagentechnik GmbH hatte den Auftrag vom Ausschreibungsgewinner, dem Unternehmen STH Hüttental aus Netphen in Nordrhein-Westfalen, erhalten. Insgesamt liegt die Auftragssumme bei 508.925,81 Euro. Dafür soll die neue Brücke aber auch deutlich länger halten als die alte, die 1978 erbaut worden war und damit keine 50 Jahre Bestand hatte. Die Stahlbauweise und weitere wartungsarme Materialen sollen auf jeden Fall langlebiger sein.

Wer will, kann die neue Brücke schon bald auf ihre Stabilität testen. „Wir gehen aktuell davon aus, dass die Brücke pünktlich zum Reformationstag für Fußgänger und Radfahrer freigegeben werden kann“, wird seitens des BEE mitgeteilt. Damit wird dann also spätestens am 31. Oktober 2024 auch der kleine Umweg aufgehoben, der seit dem 29. Juli nach Abriss der Holzbrücke in Kauf genommen werden musste.

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