Anderen helfen Blutspenden jetzt im neuen DRK-Gebäude in Leer
Täglich werden Blutkonserven für Operationen gebraucht, häufig zur Krebstherapie. Deshalb bittet das DRK am Sonntag um Spenden – aus einem besonderen Grund.
Leer - Zwei Dinge sind ungewöhnlich am nächsten Blutspendetermin in Leer: Zum einen findet die Aktion erstmals im neuen Gebäude des DRK-Kreisverbands Leer in Eisinghausen statt, und zum anderen wird an einem Sonntag, nämlich dem 3. November 2024, um die dringend benötigten Blutspenden gebeten. Das hat einen besonderen Hintergrund, wie das DRK in einem Gespräch erläuterte.
In der Regel liegen die Termine fürs Blutspenden auf Wochentagen, häufig am späten Nachmittag. Das hat für viele den Vorteil, dass sie nach der Arbeit auf dem Weg nach Hause dort vorbeifahren können. Doch insbesondere an Freitagen habe das Interesse seit der Corona-Pandemie nachgelassen, sagt Wilfried de Buhr, Gebietsreferent des DRK-Blutspendedienstes in Springe. Trotzdem wird es weiterhin Termine an Nachmittagen in der Woche geben, versichert Rosi Behmann, Ehrenamtskoordinatorin des DRK-Kreisverbands.
Rasch vergängliche Konserven
Für den Termin am 3. November gibt es jedoch einen weiteren guten Grund. Der habe mit dem Feiertag am 31. Oktober zu tun, sagt de Buhr. Aus einer einzigen Blutspende werden drei Präparate hergestellt, eines davon ist das Thrombozytenpräparat. Dieses werde für die Behandlung von Krebspatienten benötigt, aber es ist nur vier Tage lang verwendbar. An einer Feiertagskonstellation wie jetzt freuen sich viele über ein langes Wochenende – doch ohne frische Blutspenden würden in der nächsten Woche die lebensrettenden Thrombozytenpräparate fehlen, erklärt de Buhr.
Menschen aus Leer und Umgebung können mit ihrem Blut dazu beitragen, dass die Versorgung der Krebsbehandlung sowie von Operationen gesichert wird. Nur ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland müsste eine Blutspende abgeben, um die Versorgung mit Blutkonserven zu sichern, mit 15.000 Spenden pro Tag. Zahlen aus 2023, die de Buhr zitiert, zeigen aber, dass dieses nicht immer gelingt: Im Schnitt seien nur 3,4 Prozent der Deutschen zum Blutspenden gegangen. Das DRK in Leer hofft, dass sich am Sonntag viele beteiligen.
Zum Dank gibt es Brunch
Wer sich in der Zeit von 11 bis 15 Uhr Blut abnehmen lässt, darf sich zum Dank an einem Brunchbuffett bedienen, sagt Rosi Behmann. Dafür sorgen die Mitglieder der Ortsgruppe. „Es gibt auf dem Buffett auch warme und vegetarische Varianten“, sagt sie. Zudem ist durchgehend für eine Kinderbetreuung gesorgt. Dann könnten die Eltern die Blutabnahme entspannt angehen. „Dabei haben Kinder wenig Berührungsängste“, versichert de Buhr – viele, die ihre Eltern von kleinauf zu den Terminen begleitet haben, werden später selbst verlässliche Spender.
Die Räume am Nüttermoorer Sieltief 9 seien gut erreichbar, Parkplätze gibt es direkt am Haus, hebt der Kreisvorsitzende Bernhard Bramlage hervor. Das örtliche Team aus Ehrenamtlichen sorge für eine gute Atmosphäre. Derzeit gibt es für Nüttermoor und Loga keine eigenen Blutspendetermine, sagt Behmann. Deshalb richte sich der Termin im Hauptgebäude gerade an Einwohner dieser Stadtteile. Sie hebt die Bereitschaft der Ehrenamtlichen hervor, die in zwei Schichten die Aktion vorbereiten. „Ohne diese Teams könnten wir die Spenden nicht durchführen“, sagt auch de Buhr.
Helfer sind immer willkommen
Sollte sich jemand dafür interessieren, in Zukunft dabei mitzuwirken, sei er immer willkommen, sagen Bramlage und Behmann. Das fange bereits beim Einkauf für das Imbissangebot an, auch beim Möbeltragen im Gebäude packen die Ehrenamtlichen mit an. Mit dem medizinischen Teil selbst hat man als Ehrenamtlicher nichts zu tun, dafür sind die geschulten Teams des Blutspendeteams vor Ort.
Wer Blut spenden möchte, sollte sich gesund und fit fühlen, mindestens 18 Jahre alt sein und mindestens 50 Kilogramm wiegen. In den vergangenen vier Monaten sollte man weder gepierct noch tätowiert worden sein, sowie keine Endoskopie oder größere Operationen gehabt oder Antibiotika eingenommen haben. Ansonsten ist seit vorigem Jahr die Altersbeschränkung aufgehoben, so dass auch Ältere als Erstspender eingeladen sind. Die Zulassung von Menschen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen wurde ebenfalls vereinfacht.
Typisierung für Stammzellendatei möglich
Nicht zuletzt ist es möglich, sich bei dem Blutspendedienst als Stammzellenspender typisieren zu lassen. Dies geschehe – nach vorheriger Einverständniserklärung – durch ein viertes Probenröhrchen. Die Daten fließen dann in die zentrale Stammzellendatei ein. Wer Stammzellen spendet, kann damit das Leben von Leukämiekranken retten. Die Typisierung sei, anders als die Blutspende, schon für 17-Jährige möglich: „In dem Fall wird ein Abstrich mit Stäbchen genommen“, sagt Behmann.