6800 Fans gegen Osnabrück  Vor Rekordkulisse – Kickers schnupperte an Überraschung

| | 06.11.2024 22:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In der Schlussphase setzte Kickers nochmal alles auf eine Karte, auch mit Einwürfen von David Schiller. Doch das letzte Quäntchen Spielglück fehlte bei den Ausgleichsbemühungen. Foto: Doden/Emden
In der Schlussphase setzte Kickers nochmal alles auf eine Karte, auch mit Einwürfen von David Schiller. Doch das letzte Quäntchen Spielglück fehlte bei den Ausgleichsbemühungen. Foto: Doden/Emden
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Die Emder führten, kämpften aufopferungsvoll und unterlagen nach einem späten Eigentor im Pokal gegen den Drittligisten 1:2. Die Nachspielzeit war packend und lange. Auch die Polizei schritt ein.

Emden - Der Traum von der DFB-Pokal-Qualifikation ist für Kickers Emden geplatzt. Im Verbandspokal-Halbfinale unterlag der Fußball-Regionalligist am Mittwochabend nach großem Kampf vor der Saison-Rekordkulisse von 6800 Zuschauern gegen den Drittligisten VfL Osnabrück mit 1:2. „Es war ein Pokalfight, wie wir uns das vorgestellt haben. Natürlich war der Gegner spielerisch überlegen. Aber wir haben alles auf dem Platz gelassen, was ging und haben ganz wenig Torchancen zugelassen“, bilanzierte Kickers-Trainer Stefan Emmerling.

Tolle Kulisse: 6800 Zuschauer sorgten für die beste Zuschauerzahl seit 15 Jahren. Foto: Doden/Emden
Tolle Kulisse: 6800 Zuschauer sorgten für die beste Zuschauerzahl seit 15 Jahren. Foto: Doden/Emden

Der Sieg des Profiteams war nach einem lange dominanten Spiel verdient, das sagte auch Emmerling – auch wenn der Siegtreffer aus Emder Sicht unglücklich zustande kam. Dennis Engel unterlief wenige Minuten vor einer möglichen Verlängerung in der 87. Minute ein „teuflisches“ Eigentor. „Das ist natürlich bitter“, so Emmerling.

Partie kurzzeitig unterbrochen

Das Tor ins Finale war allerdings toll herausgespielt. Nach einem doppelten Doppelpass schob der eingewechselte VfL-Torjäger Ba-Muaka Chance Simakala im Strafraum den Ball an Kickers-Keeper Marcel Bergmann vorbei. Der Ball landete am Pfosten und sprang ins Feld zurück. Kickers-Verteidiger Dennis Engel schoss ihn dann bei seinem Klärungsversuch unglücklich ins eigene Tor.

In der Nachspielzeit war die Partie kurz unterbrochen, weil sich Emder Fans auf den Weg Richtung VfL-Block gemacht haben sollen. Die Polizei sorgte für Ordnung. Foto: Doden/Emden
In der Nachspielzeit war die Partie kurz unterbrochen, weil sich Emder Fans auf den Weg Richtung VfL-Block gemacht haben sollen. Die Polizei sorgte für Ordnung. Foto: Doden/Emden

Danach wurde es aber nochmal spannend, weil es in der Nachspielzeit eine weitere Nachspielzeit gab, nachdem die Partie vom Schiedsrichter unterbrochen worden war. Rund um den Gästeblock formierten sich einige Polizisten und Sicherheitskräfte, nachdem sich offensichtlich Kickers-Fans auf den Weg Richtung Gäste-Block gemacht hatten. Stadionsprecher Gerd Krauledat mahnte zur Besonnenheit, sonst riskiere man einen Spielabbruch. Doch so weit kam es lange nicht. Nach einigen Minuten wurde die Partie fortgesetzt. Es flogen noch einige Schiller-Einwürfe und Flanken in den VfL-Strafraum. Doch zum Ausgleich reichte es nicht mehr – nach 102 Minuten war der Pokaltraum endgültig geplatzt.

Emdens Traumstart

6800 Fans im Ostfrieslandstadion und mehr als 10.000 Zuschauer im Livestream: das Pokalspiel hatte eine enorme Strahlkraft und wurde so zum Fußballfest. Sie alle sahen einen perfekten Emder Start ins Spiel. Bei einem Kickers-Angriff setzte Janek Siderkiewicz stark nach, bekam nochmal den Ball und bediente Mika Eickhoff. Der zuletzt glänzend aufspielende Youngster setzte sich dann noch einmal durch und traf mit einem Linksschuss im Strafraum ins Osnabrücker Tor – und sorgte für einen Jubelsturm im fast ausverkauften Stadion. In der dritten Minute.

Mit einer tollen Choreographie begrüßten die Emder Fans aus „Block 5“ ihre Mannschaft beim Einlaufen. Foto: Doden/Emden
Mit einer tollen Choreographie begrüßten die Emder Fans aus „Block 5“ ihre Mannschaft beim Einlaufen. Foto: Doden/Emden

Das Drittliga-Schlusslicht brauchte etwas, um sich von dem Schock zu erholen. Dann übernahm der von mehr als 1000 Fans unterstützte VfL das Kommando. Doch zwingend wurde man selten. Kickers leistete viel Laufarbeit, machte es dem Favoriten schwer. Doch nach 32 Minuten hieß es dann 1:1. Marcus Müller hatte sich stark auf dem rechten Flügel durchgesetzt. Den scharfen Flankenball wehrte Marcel Bergmann nach vorne ab und Bastien Conus schoss zum 1:1 ein.

Große Kickers-Bemühungen

Je länger die Partie in der zweiten Halbzeit dauerte, desto mehr setzte sich Osnabrück in der Emder Hälfte fest. Einmal lag der Ball auch im Netz – doch Müller soll im Abseits gestanden haben. Viel Zwingendes ließ Kickers aber nicht zu. Aber klare Entlastung hatte man selbst auch kaum. Erst nach einem Schiller-Kopfball (80.) und einem Abbey-Schuss (81.) wurde es nochmal auf der anderen Seite gefährlich.

Spieldaten

Kickers: Bergmann, N’Diaye, Herbst, Dietrich, Engel (91. Steffen), Siderkiewicz (91. von Aschwege), Schmidt (68. Schiller), Steinwender, Igwe (46. Abbey), Eickhoff, Steffens (46. Kaissis).

Tore: 1:0 Eickhoff (3.), 1:1 Conus (32.), 1:2 Eigentor Engel (87.).

Das unglückliche Eigentor leitete dann die Emder Niederlage ein, die trotz großer Bemühungen in der Schlussphase nicht mehr abgewendet werden konnte. „Wir haben am Ende auch nochmal alles versucht. Wir hatten uns gewünscht in die Verlängerung gehen zu können. Es hatte heute aber leider nicht gereicht“, sagte Trainer Stefan Emmerling.

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