Das Aus für die Ampel  Endlich ist es vorbei

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Ein Kommentar von Lars Reckermann
| 07.11.2024 06:02 Uhr | 6 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bundeskanzler Olaf Scholz steigt nach dem Bruch der Ampelkoalition in einen Aufzug. Foto: Michael Kappeler/dpa
Bundeskanzler Olaf Scholz steigt nach dem Bruch der Ampelkoalition in einen Aufzug. Foto: Michael Kappeler/dpa
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Die Ampel ist Geschichte. Der Bruch des Dreierbündnisses beendet eine monatelange Tragödie. Nur leider kommt dieser Bruch zu einer Unzeit, schreibt Chefredakteur Lars Reckermann. Ein Kommentar.

Endlich ist es vorbei. Monatelang hat man dem Theater zugeschaut. Selten hatte eine Bundesregierung bei den Bürgerinnen und Bürgern so wenig Akzeptanz wie diese. Der Ampel half am Ende auch kein Populismus mehr. Sie verschärfte das Asylgesetz, ließ Abschiebungen nach Afghanistan zu. Egal wie und wem man sich in Berlin gerade auch anbiederte, alles sorgte für Frustration. Deshalb ist es nur konsequent, nun einen Neuanfang zu starten. Wir brauchen Lösungen für die darbende Wirtschaft, Entlastungen für die Haushalte. Wir brauchen eine soziale Zukunft. Um solche Lösungen – wie immer sie auch aussehen mögen – durchzusetzen, braucht es Führung. Vor allem braucht es Vertrauen in die Führung. Diese Regierung war zuletzt eine Zumutung und kein Zukunftsprojekt.

Dass das Aus ausgerechnet an dem Tag verkündet wird, an dem Europagegner Donald Trump in den USA wieder Präsident geworden ist, macht das Regierungstheater zur Tragödie. Deutschland und Europa müssten jetzt eigentlich einen stabilen Gegenpol bilden.

Deutschland ist in der Welt kein Vorbild mehr. Der Neuanfang birgt die Hoffnung, dass neue Gesichter ohne eine kollektive Ablehnung an Lösungen arbeiten können, die dringend notwendig sind. Aber auch die neue Regierung wird aus unterschiedlichen Partnern bestehen. Zumindest hat sie einen Vorteil: Viele glauben, schlimmer kann es nicht werden.

Den Autor erreichen Sie unter l.reckermann@zgo.de

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