Beten auf Ostfriesisch  Psalmen jetzt auf Plattdeutsch

| | 21.11.2024 08:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das Buch mit „De Psalmen“ auf Plattdeutsch wurde in der Großen Kirche in Leer vorgestellt. Jann Schmidt hat sie übersetzt. Foto: Lüppen
Das Buch mit „De Psalmen“ auf Plattdeutsch wurde in der Großen Kirche in Leer vorgestellt. Jann Schmidt hat sie übersetzt. Foto: Lüppen
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Nach dem Neuen Testament hat Jann Schmidt nun alle Psalmen ins Plattdeutsche übertragen. Die Verse sind vor allem als Tauf- und Konfirmationssprüche beliebt.

Leer - Ein Psalm ist für viele Menschen ein lebenslanger Begleiter. Denn die Gebete, die ein Teil der Bibel sind, werden häufig als Spruch bei der Taufe oder der Konfirmation verwendet. Selbst wer mit dem christlichen Glauben nicht so vertraut ist, wird manche der Sprüche wiedererkennen – so tief sind sie in unserem Sprachschatz verankert. Jetzt kann man sie auf Plattdeutsch neu entdecken.

Alle 150 Psalmen wurden von Jann Schmidt übersetzt. Der ehemalige Kirchenpräsident der evangelisch-reformierten Kirche hatte bereits das Neue Testament in die ostfriesische Heimatsprache übertragen, nun widmete er sich gemeinsam mit einem Arbeitskreis den Gebeten aus dem Alten Testament. So seien sie „vertraut und fremd zugleich“, würdigte Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden die Übersetzung.

Plattdeutsch geht zu Herzen

Wie zuvor die Übersetzung der Evangelien gehe die plattdeutsche Fassung auf andere Weise zu Herzen, findet Bei der Wieden. „Die Menschen leben mit den alten Zeilen“, weiß Schmidt. Es sei daher wichtig gewesen, sie in angemessener Form zu übertragen. Weniger pathetisch als in der Luther-Fassung, die den meisten deutschen Christen bekannt ist, dafür in Wörtern, die heute verstanden werden. Das unterscheide die neue Übersetzung von einer Fassung von Gerit Herlyn von 1985.

So wird aus dem wohl bekanntesten Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquickt meine Seele“ auf Plattdeutsch folgender Text: „De Heer is mien Heerder, mi fehlt dat nargens an. Up en gröön Meedland weidt he mi un föhrt mi na frisk Water. He gifft mien Seel neei Kracht.“

Ein Arbeitskreis gab Rat und Stütze

Dem Arbeitskreis gehören die Pastoren Bernhard Berends aus Filsum, Angelika Scheepker aus Aurich, Jan Lüken Schmid aus Flensburg (früher Leer), Gerhard Schrader aus Bunde, Hilke Klüver aus Leer und Anne Ulferts aus Möhlenwarf an. Sie gaben zu jedem Übersetzungsvorschlag von Schmidt ihren theologischen wie sprachlichen Rat. Außerdem betreute die frühere Leiterin des Plattdeutsch-Büros der Ostfriesischen Landschaft, Cornelia Nath, das Lektorat.

Jann Schmidt (Mitte) und seine Unterstützer bei der Übersetzung der Psalmen: (von links) Bernhard Berends, SKN-Verlagsleiterin Gabriele Basse, Hilke Klüver, Cornelia Nath, Angelika Scheepker und Gerhard Schrader. Es fehlen Jan Lüken Schmid und Anne Ulferts. Foto: Lüppen
Jann Schmidt (Mitte) und seine Unterstützer bei der Übersetzung der Psalmen: (von links) Bernhard Berends, SKN-Verlagsleiterin Gabriele Basse, Hilke Klüver, Cornelia Nath, Angelika Scheepker und Gerhard Schrader. Es fehlen Jan Lüken Schmid und Anne Ulferts. Foto: Lüppen

Erschienen sind „De Psalmen“ im Ostfriesland-Verlag SKN in Norden. Das Buch mit Hardcover und Lesebändchen hat 352 Seiten und kostet 12 Euro (ISBN 978-3-910358-15-7). Erhältlich ist es in allen Buchhandlungen, die das Programm von SKN führen sowie direkt beim Verlag (E-Mail buchshop@skn.info).

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