Überraschungen rund ums Spiel  Kickers verpasst vor 3600 Fans den dritten Derbysieg nur knapp

| | 29.11.2024 23:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Fast hätte Kickers Emden (Pascal Steinwender) die Hürde VfB Oldenburg zum dritten Mal in dieser Saison übersprungen. Doch nach 90 intensiven Minuten hieß es 1:1. Foto: Doden/Emden
Fast hätte Kickers Emden (Pascal Steinwender) die Hürde VfB Oldenburg zum dritten Mal in dieser Saison übersprungen. Doch nach 90 intensiven Minuten hieß es 1:1. Foto: Doden/Emden
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Nach dem 1:1 gegen den VfB Oldenburg war Torschütze Pascal Steinwender „etwas traurig“. Es war nämlich noch mehr drin. Es gab zwei Startelfveränderungen und eine besondere neben dem Spielfeld.

Emden - Zum dritten Mal hat Pascal Steinwender in dieser Saison gegen seinen Ex-Verein VfB Oldenburg getroffen - doch einen dritten Sieg mit Kickers Emden im Nordwest-Derby konnte er nicht feiern. Auch wenn der nicht ganz unverdient gewesen wäre. Nach dem 3:0 im Regionalliga-Hinspiel und dem Sieg im Verbandspokal im Elfmeterschießen hieß es am Freitagabend, 29. November, vor 3600 Zuschauern 1:1 im Ostfrieslandstadion. „Mit ein bisschen mehr Glück auf unserer Seite gewinnen wir 2:1 oder 3:1. Am Ende sind wir schon ein bisschen traurig, können trotzdem mit dem Punkt leben. Oldenburg ist aktuell mit die formstärkste Mannschaft in der Liga“, meinte Steinwender. Für die überraschend gegen den Abstieg spielenden Oldenburger war es das sechste Spiel in Serie ohne Niederlage.

Toller Rahmen im vorletzten Heimspiel: 3600 Zuschauer wollten sich das Derby nicht entgehen lassen. Foto: Doden/Emden
Toller Rahmen im vorletzten Heimspiel: 3600 Zuschauer wollten sich das Derby nicht entgehen lassen. Foto: Doden/Emden

Bei Kickers gab es drei Startelfveränderungen. Zwei auf dem Feld - und eine im Sprecherturm. Dort gehört Gerd Krauledat seit 1977 (!) als Stadionsprecher zum Inventar. Der 80-Jährige ist der älteste Regionalliga-Stadionsprecher Deutschlands und teilte sich Freitag erstmals den Job. Dem aus Oldenburg stammenden Manuel Crölle erfüllte er den Wunsch. Crölle hilft ansonsten am Rande der Kickers-Spiele in der Technik aus.

Schmidt und Eilerts nutzen Chance

Auf dem Feld rückte Marten Schmidt für den verletzten David Schiller in die Startelf, agierte etwas hinter Stürmer Tido Steffens - und machte seine Sache sehr gut. Schmidt, einer von sechs Ex-Oldenburgern in der Emder Startelf, stand erstmals in der Liga von Beginn an auf dem Feld. Zuvor war er Einwechselkönig. Fast gar keine Minuten sammelte bisher Marvin Eilerts, der für den gesperrten Tim Dietrich in der Innenverteidigung ran durfte. Die fehlende Spielpraxis war dem letztjährigen Stammspieler nicht anzumerken. „Es war mega geil. Ich habe jetzt lange gewartet, von Anfang an spielen zu können. Ich bin auch überglücklich, ich bin aber auch saukaputt.“

Marvin Eilerts (rechts) stand erstmals in dieser Saison in der Startelf und zeigte eine gute Leistung. Foto: Doden/Emden
Marvin Eilerts (rechts) stand erstmals in dieser Saison in der Startelf und zeigte eine gute Leistung. Foto: Doden/Emden

Die Partie bei besten Bedingungen nahm direkt Fahrt auf. Isaak Djokovic im Emder Tor verhinderte im Eins-gegen-Eins gegen Drilon Demaj das frühe 0:1 (6.), das dann kurz darauf nach einer Ecke fiel. Willem-Hendrik Hoffrogge stieg am höchsten und köpfte ein (12.). Er war seinem Bewacher Marten Schmidt entwischt.

Kickers verpasst das 2:1

Doch die Kickers-Antwort folgte prompt. Nach einem tollen schnellen Angriff über die rechte Seite über Kai Kaissis und Marten Schmidt traf Pascal Steinwender aus spitzem Winkel (15.). „Das Momentum war auf unserer Seite“, so Steinwender „und wir hatten dann noch zwei, drei gute Dinger.“ Allen voran Tido Steffens, der nach Schmidt-Vorlagen jeweils hätte treffen können. Doch der VfB-Keeper Jhonny Peitzmeier parierte zweimal stark. Auch VfB-Trainer Dario Fossi sagte: „Wir hatten dann auch bis zur Pause das eine oder andere Mal Glück.“

Spieldaten

Emden: Djokovic; Ndiaye, Herbst, Eilerts, Engel, Kaissis, Siderkiewicz, Steffen (74. Abbey), Steinwender, Schmidt, Steffens (87. Igwe).

Tore: 0:1 Hoffrogge (12.), 1:1 Steinwender (15.).

Nach dem Wechsel wurde die Partie wieder ausgeglichener, die Chancen wurden weniger. Trainer Stefan Emmerling sprach von mancher „Halbchance“, wobei nach einem Einwurf der Ball fast im VfB-Tor lag (63.). Der Ball ging ganz knapp neben das Tor. Ein Schuss von Tido Steffens aus acht Metern wurde wenige Minuten später dann noch im letzten Moment zur Ecke geblockt (69.). Es war die größte Kickers-Chance nach dem Wechsel.

Patzer wird nicht bestraft

Die beste der Gäste nach dem besten VfB-Angriff im Spiel vergab Torschütze Hoffrogge, der den Ball aus acht Metern Djokovic in die Arme schoss. Danach wurde ein Djokovic-Patzer nicht bestraft. Nachdem er bei einem Abschlag ausgerutscht war und anschließend ein Emder Foul folgte, ließ er den Ball nach einem Freistoß aus 25 Metern abprallen. Den Nachschuss parierte er aber stark. Die letzte Siegchance hatte dann Kickers. Aber ein Kopfball von Fabian Herbst nach einem Einwurf ging ans Außennetz (90.).

VfB-Trainer Dario Fossi herzt nach dem Spiel Ex-Spieler Dennis Engel. Foto: Doden/Emden
VfB-Trainer Dario Fossi herzt nach dem Spiel Ex-Spieler Dennis Engel. Foto: Doden/Emden

„Insgesamt verdienen wir uns hier den Punkt“, meinte VfB-Trainer Dario Fossi nach einer ausgeglichenen und nicht mehr so risikoreichen zweiten Halbzeit, nach der Oldenburgs Erfolgsserie weiter Bestand hat. Kickers konnte mit dem Punkt die aufsteigende Formkurve der letzten Spiele bestätigen und für die Fans auch einen „Sieg erzielen“: Drei Derbys, davon zwei Siege und ein Remis - Derbysieger in dieser Saison ist Kickers.

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