Neues vom Landesligisten Firreler Trainerduo verlängert – ein Defensivmann geht sofort
Es ist schon eine Ära: Bernd Grotlüschen bleibt über die Saison hinaus beim Sechstligisten. Auch Pechvogel Julian Bennert hat verlängert. Dagegen wird es vermutlich zwei Winter-Abgänge geben.
Firrel - Das ging wieder einmal sehr schnell. Anfang der Woche trafen sich Johannes Poppen, Trainer Bernd Grotlüschen und der spielende Co-Trainer Julian Bennert zur Hinrunden-Analyse und einem Ausblick auf die Rückserie bei Fußball-Landesligist Grün-Weiß Firrel. Klubchef Poppen nutzte die Gelegenheit, um frühzeitig für eine Zusammenarbeit über die Saison hinaus zu werben. Ein grundsätzliches Ja folgte noch am Ende des Gesprächs, die endgültige Zusage als vorweihnachtliches Geschenk wenige Stunden später nach Trainer-Gesprächen mit den Familien. „Wir sind sehr mit der Arbeit von Bernd zufrieden. Das gleiche gilt auch für Julian, der als Spieler in der Halbserie unglaubliches Pech hatte“, sagte Johannes Poppen im Gespräch mit unserer Zeitung.
Inzwischen kann man ohne Übertreibung von einer Grotlüschen-Ära beim Dorfverein sprechen. Der langjährige Spieler von Kickers Emden ist seit 2015 beim Klub aus dem 840-Einwohner-Dorf. Nach zwei Jahren als Spieler wurde der zweifache Familienvater 2017 nach dem Abschied von Erhan Colak zum Saisonstart zum Spielertrainer, mit den Jahren immer mehr nur noch zum Trainer. Jedes Jahr wird der Vertrag im Eiltempo verlängert. Mal Anfang des Jahres, mal im Frühjahr und nun schon im Dezember. „Wir haben gerne Konstanz bei uns und sind da ganz konservativ unterwegs“, sagt Poppen.
„Verstehen uns mega gut“
Der sportliche Erfolg stellt den Klubchef natürlich auch zufrieden. Im siebten Jahr in Folge spielt der einstige Kreisklassist nun in der Landesliga und ist schon seit Jahren die sportliche Nummer zwei in Ostfriesland hinter Kickers Emden. „Das ist eine Erfolgsstory, die auch besonders mit Bernd zusammenhängt“, so Poppen. Als Spieler von Kickers Emden, SV Meppen oder VfB Oldenburg durfte Bernd Grotlüschen allerlei höherklassige Erfahrungen sammeln. Als Trainer und Menschen ist ein Ruhepool. Das Ja zum Weitermachen fiel ihm nicht schwer. „Man musste das mit der Familie natürlich noch kurz durchsprechen. Meine Frau und meine Kinder stehen zum Glück voll hinter mir“, sagt der 39-jährige Emder, der auch Inhaber der Firma „1a-Shirt“ ist.
Die frühe und schnelle Vertragsverlängerung hat sicherlich auch mit dem Namen Julian Bennert zu tun. „Wir verstehen uns mega gut, passen super zueinander.“ Sein früherer Mitspieler aus Emder Zeiten spielte viele Jahre beim SSV Jeddeloh in der Ober- und Regionalliga und wagte im Sommer den Tapetenwechsel nach Firrel. Als spielender Co-Trainer wurde der 33-Jährige verpflichtet. „Für ihn war es als Spieler bisher eine Saison zum Vergessen, das war echt bitter“, sagt Johannes Poppen.
Bennert mit ganz viel Pech
Eine Corona-Infektion, eine Lungenentzündung und zuletzt ein Fußbruch beim Spiel in Melle setzten den Offensivspieler immer wieder außer Gefecht. „Umso mehr hat es mich und uns gefreut, dass er direkt zugesagt hat. Ihm gefällt es bei uns und wir sind von ihm auch menschlich begeistert.“
Bald soll der Familienvater aus Oldenburg, der beim SV Ofenerdiek die F-Jugend seines Sohnes trainiert, auch wieder auf den Fußballplatz zurückehren – als Spieler. Als Co-Trainer stand er seinem Kumpel Bernd schon die ganze Zeit zur Seite. Ein Duo, das harmoniert und sich gut ergänzt. Auch von Bennerts Kontakten kann man profitieren, wie Johannes Poppen betont. „Er hat ein sehr gutes Netzwerk.“
Goguadze geht sofort
So kann der Landesligist, der auf Platz zehn überwintert, auch schon die Planungen für die neue Saison angehen. „In der Winter-Vorbereitung werden auch zwei, drei Bezirksliga-Spieler bei uns vorspielen, die Lust haben, eine Liga höher zu spielen“, sagt Bernd Grotlüschen. Sie werden dann nicht mehr auf David Goguadze treffen. Der Mann aus den Niederlanden mit georgischen Wurzeln, dessen Bruder beim Regionalligisten Bremer SV für Furore sorgt (19 Saisontore), verlässt die Firreler im Winter. „Wir hatten im Sommer auch vereinbart, dass wir erstmal bis zur Winterpause zusammenarbeiten und dann weiter schauen“, sagt Grotlüschen. Der Defensivspieler reiste immer aus Groningen an, betrieb einen hohen Aufwand.
Der auch schon für Kickers Emden und Germania Leer tätige 27-Jährige kam in der Hinserie in 15 von 16 Ligaspielen zum Einsatz und auf 725 Einsatzminuten. Dies ist eine Chance für jüngere Spieler im Kader, sich mehr zu präsentieren. Vermutlich wird noch ein weiterer Akteur die Ostfriesen in der Winterpause verlassen. „Doch das Ganze ist noch nicht offiziell“, sagt Poppen.