Rotes Kreuz warnt  Blut wird knapp – werden OPs im Kreis Leer verschoben?

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Von Vera Vogt
| 13.12.2024 10:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Blick in einen OP. Symbolfoto: Pixabay
Blick in einen OP. Symbolfoto: Pixabay
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Das Deutsche Rote Kreuz schlägt Alarm, weil das gespendete Blut zur Neige geht. Dafür gibt es mehrere Gründe. Wie steht es um die Vorräte in den Krankenhäusern hier?

Landkreis Leer - Kliniken brauchen eine gute Versorgung mit Blutspenden. Aber das Deutsche Rote Kreuz schlägt Alarm, wie unter anderem die Deutsche Presseagentur berichtet. Auf die Versorgung mit lebenswichtigen Blutpräparaten in den kommenden Wochen blickten Blutspendedienste für mehrere Bundesländer besorgt voraus – das gelte auch für Niedersachsen. „Die Bedarfe der Kliniken sind zurzeit hoch, zeitgleich hat die Erkältungswelle die Blutspende fest im Griff“, sagte Felix Roeren vom Zentralinstitut in Springe. Die Lage sei angespannt, sagte Roeren, der für die DRK-Blutspendedienste der Landesverbände Niedersachsen, aber auch Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern spricht.

Die Vorräte an Blutpräparaten werden kleiner. Symbolfoto: Pixabay
Die Vorräte an Blutpräparaten werden kleiner. Symbolfoto: Pixabay

Für die sichere Versorgung aller Gebiete werden dem Institutssprecher zufolge mindestens 10.000 Blutkonserven am Lager benötigt. In den letzten Tagen stieg die Zahl von etwa 9400 auf 9800 (Stand 6. Dezember 2024). „Es geht also langsam wieder in eine bessere Richtung“, sagte Roeren. Aufgrund des hohen Bedarfs könne dieser Bestand aber schnell wieder einbrechen. „Somit können wir noch keine Entwarnung geben“, betonte Roeren. Nach den jüngsten Zahlen sind derzeit besonders die Blutgruppen A positiv, 0 positiv und B negativ betroffen und die Vorräte reichten nur für wenige Tage.

Was ist los? Viele Faktoren für weniger Spenden

Dabei gebe es gleich mehrere Gründe, die dafür sorgten, dass weniger Personen zu den Blutspendeterminen kämen. Während einer Erkältungswelle sei dies so, „vor allem in der Adventszeit und über den Jahreswechsel hinaus“, wenn zahlreiche Feier- und Brückentage anstehen, gelte es als zunehmend schwieriger, den Bedarf an Blutspenden in Deutschland zu decken.

„Alleine in Niedersachsen benötigen wir jeden Tag bis zu 2.300 Blutspender, für alle Gebiete bis zu 3.000“, bezifferte Roeren den täglichen Bedarf. Alle sieben Sekunden braucht ein Mensch in Deutschland laut Statistik ein Blutpräparat. Am häufigsten seien Krebspatienten betroffen, aber auch bei Herz- und Darmerkrankungen, komplizierten Geburten oder Unfällen komme das Blut zum Einsatz.

Das sagt das Klinikum

Der Krankenhausalltag am Klinikum ist nicht von einem Mangel an Blutpräparaten betroffen. Foto: Ortgies/Archiv
Der Krankenhausalltag am Klinikum ist nicht von einem Mangel an Blutpräparaten betroffen. Foto: Ortgies/Archiv
Der Bestand an Blutkonserven im Klinikum Leer ist knapp, aber ausreichend, sagt Lisa Menken, Sprecherin des Klinikums Leer. Zu diesem gehört auch das Inselkrankenhaus Borkum und das Krankenhaus Rheiderland in Weener. „Es müssen also keine Operationen aufgrund mangelnder Blutkonserven verschoben werden.“ Grundsätzlich sei die Nachfrage nach Blutkonserven unvorhersehbar, da Unfälle und damit verbundene chirurgischen Eingriffe sowie andere medizinische Notfälle nicht planbar seien. „In der Regel werden bei kleinen Eingriffen generell keine Blutkonserven bereitgestellt/benötigt.“

Am häufigsten würden die Blutgruppen A positiv und 0 positiv benötigt, denn diese Blutgruppen sind am häufigsten vertreten. „Zudem ist ein Notfallkonservenpool der Blutgruppe 0 negativ wichtig.“ Die Blutgruppe 0 negativ sei eine der seltensten und ist mit allen anderen Blutgruppen kompatibel. „Deshalb kann bei Notfällen wie schweren Unfällen oder in Momenten, bei denen man nicht auf die Untersuchung der Blutgruppe des Patienten warten kann, immer auf Präparate von 0 negativem Blut zurückgegriffen werden.“ Auch von dieser Blutgruppe habe man im Klinikum Leer derzeit den Notfallkonservenpool vorrätig.

Das sagt das Borro

Am Borromäus-Hospital in Leer sind ausreichende Vorräte vorhanden. Foto: Archiv
Am Borromäus-Hospital in Leer sind ausreichende Vorräte vorhanden. Foto: Archiv
„Bei uns gibt es derzeit keine Probleme mit der Belieferung von Blutkonserven, Einschränkungen im OP-Plan oder Klinikalltag gibt es dementsprechend ebenfalls nicht“, sagt Hauke Mucha, Sprecher des Borromäus-Hospitals in Leer.

Appell an mögliche Erstspender – Die nächsten Termine im Kreis Leer

Die Blutspendedienste werben verstärkt um Erstspender, um auch die künftige Versorgung sicherzustellen und um die konstante Blutspende-Bereitschaft wie zuletzt in Niedersachsen auch halten zu können. Fürs Blutspenden muss man grundsätzlich gesund und mindestens 18 Jahre alt sein sowie mindestens 50 Kilogramm wiegen. Problematisch in einer Krankheitswelle sei, dass nach einer Erkältung mit Fieber vier Wochen, ohne Fieber zwei Wochen, auf die Blutspende verzichtet werden müsse.

Das Deutsche Rote Kreuz schlägt Alarm. Symbolfoto: Pixabay
Das Deutsche Rote Kreuz schlägt Alarm. Symbolfoto: Pixabay
Wer fit ist und im Kreis Leer Blut spenden möchte, findet auf der Internetseite des Roten Kreuzes eine Liste der Termine in den kommenden Wochen. Über die Seite lassen sich auch entsprechend Termine reservieren, worum die Organisatoren bitten. Unter anderem gibt es eine Blutspendeaktion am Dienstag, 17. Dezember, im Gemeindehaus Bunde-Wymeer, Kirchstraße von 16.30 Uhr bis 20 Uhr. Am Donnerstag, 19. Dezember, in Remels in der Kreuzkirche, Truglandsweg von 15.30 Uhr bis 20 Uhr. Außerdem kann man am Freitag, 20. Dezember, in Völlenerfehn an der Grundschule, Hauptstraße von 15.30 Uhr bis 19.30 Uhr einen Termin machen oder am Montag, 30. Dezember, in Leer in der Jugendherberge, Süderkreuzstraße, von 15 bis 19.30 Uhr Blut spenden.

Mit Material von dpa

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