Wohnen in Ostfriesland  So steht es um das Bauprojekt am Hinter Kirchgang

| | 21.12.2024 11:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Von dem Hinter Kirchgang ist nicht mehr viel übrig. Fotos: Wagenaar
Von dem Hinter Kirchgang ist nicht mehr viel übrig. Fotos: Wagenaar
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In Hinte tut sich einiges am Hinter Kirchgang: Die Bagger sind verschwunden, aber die Planungen für neue Wohnkomplexe auf dem Areal laufen. Der Bürgermeister verrät, wie es dort weitergeht.

Hinte - Es kommt Bewegung in den Hinter Kirchgang: Bagger sind auf dem Gelände direkt bei der Kirche zwar nicht mehr zu sehen, aber im Hintergrund tut sich trotzdem einiges, wie Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) nun im Gespräch mit der Redaktion mitteilte.

Noch liegt auf dem Gelände viel Schutt. Bald sollen hier drei bis vier Wohnkomplexe entstehen.
Noch liegt auf dem Gelände viel Schutt. Bald sollen hier drei bis vier Wohnkomplexe entstehen.

Schon Anfang des Jahres begannen schwere Bagger damit, die Gebäude auf dem Areal abzureißen. Sieben Häuser waren es insgesamt. Seitdem liegt auf der Fläche am Hinter Kirchgang vor allem eines: Schutt. Dieser soll dafür dienen, den Boden für weitere Baumaßnahmen zu verfestigen. Lediglich ein Gebäude blieb dem Hinter Kirchgang erhalten: das Bauwerk an der Ecke zur Brückstraße, in dem sich früher einmal eine Schlachterei und eine Fischräucherei befunden haben sollen. Dieses soll umfassend saniert werden.

Brückstraße bekommt breiteren Fußweg

Die Investoren der Emder Firma GerBro Immobilien und Grund GmbH, hinter der Bauunternehmer Stefan Gerjets und Claas Mauritz Brons stecken, hatten die Grundstücke am Hinter Kirchgang vor einiger Zeit gekauft. Auf der Fläche, auf der momentan vor allem noch Schutt liegt, sollen bald drei bis vier neue Wohnkomplexe gebaut werden.

In diesem Gebäude befanden sich früher eine Schlachterei und eine Fischräucherei. Nun soll es saniert werden.
In diesem Gebäude befanden sich früher eine Schlachterei und eine Fischräucherei. Nun soll es saniert werden.

Und im neuen Jahr sollte das auch bald sichtbar werden, so der Hinteraner Bürgermeister auf Nachfrage. Er sei mit den Investoren im Gespräch. „Ich bin nun aber erstmal froh, dass das Areal einigermaßen eingefriedet ist“, so Redenius. Außerdem sei geplant, in einem nächsten Schritt den Fußweg, der sich direkt neben der Fläche an der Brückstraße befindet, etwas zu verbreitern. Denn bisher sei der Fußweg dort sehr schmal und eigentlich nicht als solcher zu gebrauchen.

Denkmalschutz und der Landkreis sind zufrieden

Auch mit dem Landkreis Aurich und dem Denkmalschutz sei man sich einig, was die zukünftigen Maßnahmen angehe, so Redenius. So sei es zum Beispiel eine Vorgabe, dass trotz neuer Baumaßnahmen weiterhin Sichtdreiecke für den Verkehr beibehalten werden müssen. Heißt, die Sicht auf die angrenzende Osterhuser Straße muss weiterhin ausreichend sein.

An der Seite der alten Schlachterei erkennt man die ursprünglichen Backsteine.
An der Seite der alten Schlachterei erkennt man die ursprünglichen Backsteine.

Genaue Details zum Zeitplan und dem geplanten Baustart seien momentan noch nicht bekannt, das werde noch in Gesprächen mit den Investoren geklärt, so Redenius. Diese waren auch nach mehrfachen Anfragen für diese Redaktion nicht zu erreichen. Aber Anfang des Jahres 2025 soll es in jedem Falle weitergehen, so Redenius. Denn auch mit der Archäologie sei man „d‘accord“, so der Verwaltungschef: In der Vergangenheit sorgten nämlich archäologische Funde auf der Fläche des Hinter Kirchgangs dafür, dass Investoren, die auf den Grundstücken ebenfalls bauen wollten, das Projekt kurzfristig wieder aufgegeben hatten.

Historische Funde im Erdreich vermutet

Diese Pläne – es sollten bis zu 18 Wohnungen in einem großen Gebäudekomplex gebaut werden – scheiterten an den historischen Bodenfunden, die dort vermutet werden. Denn der Hinter Kirchgang befindet sich auf einer Warft, also einer von Menschenhand aufgeschichteten Anhöhe, in der sich höchstwahrscheinlich Spuren vergangener Siedlungen befinden. Dazu kommt, dass sich das Areal in direkter Nachbarschaft zur historischen Burg Hinta und der spätgotischen Saalkirche befindet, wodurch auch Funde in Zusammenhang mit diesen beiden Bauwerken von Experten für möglich gehalten werden.

Ausgegraben werden diese Funde voraussichtlich nicht, sie verhindern aber, dass am Hinter Kirchgang zu tief gegraben werden darf. Das heißt auch, dass unter anderem Pfähle nicht zu tief in den Boden gerammt werden dürfen. Große und vor allem hohe Gebäudekomplexe, wie vom ersten Investor ursprünglich geplant, waren damit nicht mehr möglich. Nun soll es mit den neuen Investoren und niedrigeren Wohnkomplexen weitergehen.

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