Wichtigstes aus 2024  Kredite, Automaten, Sparen – Bilanz der Sparkasse Leer-Wittmund

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Von Vera Vogt
| 17.01.2025 15:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ingo Fortkamp (stellvertretender Vorstandsvorsitzender, links) und Carsten Rinne (Vorstandsvorsitzender) der Sparkasse Leer-Wittmund beantworteten Fragen ums Jahr 2024. Foto: Ortgies
Ingo Fortkamp (stellvertretender Vorstandsvorsitzender, links) und Carsten Rinne (Vorstandsvorsitzender) der Sparkasse Leer-Wittmund beantworteten Fragen ums Jahr 2024. Foto: Ortgies
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Filialen, Automaten, Kredite, Immobilien, Erspartes: So lief das Jahr 2024 für Kunden der Sparkasse Leer-Wittmund. Und so geht es weiter.

Leer - Zufrieden – so kann man zusammenfassen, wie der Vorstand der Sparkasse Leer-Wittmund auf 2024 zurückblickt. „Insbesondere die Bewältigung der Niedrigzinsphase und der darauf folgenden abrupten Zinswende ist der Sparkasse gut gelungen“, teilt der Vorstand mit.

Filialen, Automaten, Kredite, Immobiliengeschäft, Lage der Unternehmen: Vorstandsvorsitzender Carsten Rinne und sein Stellvertreter Ingo Fortkamp haben bei der Bilanzpressekonferenz wichtige Themen besprochen, Fragen beantwortet. Wir fassen zusammen.

Die wichtigsten Zahlen

Spareinlagen: 525,3 Mio. (Veränderung zum Vorjahr -25,38%)

Eigenemissionen: 334,6 Mio (+70,50%)

Sichteinlagen: 1402,2 Mio. (+1,39%)

Termineinlagen: 161,3 Mio (+145,70)

Einlagen gesamt: 2423,4 (+3,18%)

Kredite: 2155,2 (+2,60%)

Bilanzsumme: 2926 Mio. (+2,60%)

Beschäftigte zum 31. Dezember 2024: Gesamt 465

männlich 176

weiblich 245

Auszubildende 34

Praktikant 1

Kredite: Häuser und Wohnungen

Es sei nicht die Phase, in der gerade alle euphorisch investieren, so formulierte es der Vorstand. Insgesamt stiegen die Kundenkredite um 55 Millionen auf 2,15 Milliarden Euro (2,61 Prozent). Der Bestand bei den privaten Krediten liege zum Jahresende bei 930 Millionen Euro, ein Plus von fast sechs Prozent und damit 49 Millionen Euro.

Immobilen werden häufig fertig gekauft. Symbolfoto: Pixabay
Immobilen werden häufig fertig gekauft. Symbolfoto: Pixabay

Es werde in Immobilien investiert, Haus- und Wohnungskäufe liefen sehr gut, hieß es weiter. Aber der Neubaubereich verhalte sich sehr zurückhaltend.

„Aus unseren Gesprächen mit Kunden zeigt sich, dass die Anziehungskraft der eigenen vier Wände ungebrochen ist“, so Fortkamp. Allerdings belasteten nach wie vor gestiegene Lebenshaltungskosten die bauwilligen Kundinnen und Kunden, hinzu kämen hohe Grundstücks- und Baupreise.

Kredite: Finanzielle Lage der Unternehmen

Gerade bei Firmenkunden sei eine gewisse Verunsicherung zu spüren und doch sei der Bestand an Krediten leicht – um 18 Millionen – auf 1,05 Milliarden gestiegen. 17 Unternehmen haben Kredite mit einem Volumen von fast drei Millionen Euro für ihre Existenzgründung aufgenommen, heißt es weiter. „Ein starkes Signal“, findet die Sparkasse.

Die Sparkasse Leer-Wittmund zieht Bilanz. Foto: Ortgies/Archiv
Die Sparkasse Leer-Wittmund zieht Bilanz. Foto: Ortgies/Archiv

Das Schwanken der Großen – Meyer Werft in Papenburg und VW in Emden – habe keine großen Auswirkungen gehabt. „Nach wie vor zeigen sich die hiesigen Unternehmen sehr robust“, so Rinne.

2024 sind so viele Firmen pleite gegangen wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Zahl der Insolvenzen um 16,8 Prozent. „Das ist bei uns nicht zu spüren. Vielleicht ist es eine besondere Region“, so Rinne. Die Dispos seien leicht angezogen, aber nicht nennenswert.

Einlagen: So viel haben die Kunden auf der hohen Kante

Mit 2,42 Milliarden Euro sind die Kundeneinlagen im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. „Das ist ein Plus von 75 Millionen Euro oder 3,20 Prozent“, erklärt das Unternehmen.

Mit dem Ersparten gibt es viele Arten, umzugehen. Symbolfoto: Pixabay
Mit dem Ersparten gibt es viele Arten, umzugehen. Symbolfoto: Pixabay
„Wer streut, rutscht nicht aus. Das gilt für Sand auf dem Gehweg im Winter, aber auch für das Anlegen“, so bringt Fortkamp auf den Punkt, was er Kundinnen und Kunden rät. Immer häufiger setzten Kunden nach Angaben des Unternehmens auf Wertpapiere. „Das letzte Jahr war geprägt von Allzeithochs. Der Wertpapierumsatz – also Käufe plus Verkäufe – stieg erneut um 34 Millionen Euro, eine Steigerung von rund 29 Prozent.“

Das Bausparen habe bei den Kundinnen und Kunden durch die steigenden Zinsen an Attraktivität verloren. Trotzdem sei der Vorstand vor diesem Hintergrund mit den Abschlüssen in Höhe von 75 Millionen Euro zufrieden. „Auf Ebene der LBS Nordwest sind wir mit unserem Gesamtbestand an Bausparverträgen die Nummer 4“, berichtet Ingo Fortkamp. „Champions League.“

Konten: Girokonto und Online-Banking

Mit rund 108.000 Girokonten, habe der Bestand auch in 2024 stabil gehalten werden können. Trotz der rund 80.900 Online-Banking-Verträge und 42.500 Nutzerinnen und Nutzern der Sparkassen-App, wolle man am Filialnetz festhalten.

Filialen und Automaten: Sie bleiben

Geldautomaten sind eine Investition. Foto: Ortgies/Archiv
Geldautomaten sind eine Investition. Foto: Ortgies/Archiv
Die Filialen der Sparkasse Leer-Wittmund seien nun fast alle saniert. Auch die Flächen habe man verkleinert, um möglichst ressourcensparend zu sein, erklärt Fortkamp. „Was uns besonders freut, ist, dass beispielsweise die Eichenwallschule die freigewordenen Räume an der Heisfelder Straße nutzen kann, in Ostrhauderfehn soll in den freigewordenen Räumen eine Tagespflege entstehen“, sagt er. So nutze die Verkleinerung auch der Allgemeinheit.

Mit 45 Automaten habe man noch eine hoche Dichte in der Versorgung, „mehr als wir für die Nachfrage bräuchten“, so Fortkamp. Sie seien ein hohes Invest – im siebenstelligen Bereich – gerade, die zusätzliche Sicherung und Wartung sei teuer. Aber man wolle an Filialen und Automaten festhalten.

Personal: Eigener Nachwuchs und Nachfolge bei anderen

Über Bewerbermangel könne man sich nicht beschweren, so der Vorstand. Die Azubis seien der „Sonnenschein“ und „Lichtblick“, so Rinne.

Online: Künstliche Intelligenz und Hackersicherheit

Sie ist in aller Munde, die Künstliche Intelligenz (KI). „Da ist es selbstverständlich, dass sich auch die Sparkasse mit dem Thema beschäftigt.“ Großer Vorteil sei, es werden keine vertraulichen Daten ins Web getragen. „Der S-KI Pilot ist ein geschlossenes System“, so der Vorstand. Alle Daten lägen in Deutschland. Man sei generell gut gegen Hackerangriffe abgesichert.

Die KI unterstütze zukünftig bei der Informationsbeschaffung und Textbearbeitung, sie könne unter anderem Dokumente analysieren, zusammengefassen. „Das heißt allerdings nicht, dass die KI den Menschen ersetzen wird“, hebt Fortkamp hervor.

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