Wechsel in die Ostfrieslandliga Abschied nach 16 Jahren – Andre Lücht verlässt Grün-Weiß Firrel
Der dienstälteste Spieler hat beim Landesligisten viel erlebt. Im Sommer geht er zum SV Holtland/Brinkum. Dort wird er eine Doppelrolle übernehmen. Doch vorher wartet noch ein emotionaler Abschied.
Firrel - Andre Lücht ist den ganzen Weg von Grün-Weiß Firrel mitgegangen, hat ihn mitgeprägt: von der 1. Kreisklasse Leer bis in die Fußball-Landesliga. Mehrere Aufstiege und das Etablieren in der sechsthöchsten Liga sind auch eng mit seinem Namen verbunden. Im Sommer nun endet die Zeit von „Lüchti“ bei Ostfrieslands Nummer zwei. Der 34-Jährige wechselt als spielender Co-Trainer zum Ostfrieslandligisten SV Holtland/Brinkum.
„Grün-Weiß Firrel ist für mich in all den Jahren zu einer Familie geworden. Es war eine unfassbar tolle Zeit“, sagt der Verteidiger, der aus der A-Jugend des VfL Jheringsfehn 2009 nach Firrel gewechselt war. Der Weg zur Abschieds-Entscheidung in Firrel fiel ihm nach dieser langen Liebesbeziehung auch nicht leicht. Es sei in seinem Kopf ein monatelanger Prozess gewesen. „Ich komme nach meinem Kreuzbandriss im Oktober 2023 einfach nicht mehr so richtig rein, wie ich es erhofft hatte, habe noch immer mal wieder meine Knie-Probleme. Es gibt gute und schlechte Phasen.“
Erster Wechsel platzte
Nach vielen Jahren als Stammspieler musste man diesen Umstand erstmal für sich akzeptieren. „Das tue ich jetzt auch. Ich bin nun 34 Jahre, hatte 16 wunderbare Jahre hier, habe alles erlebt und freue mich auf das letzte halbe Jahr mit der Mannschaft.“ Am Wochenende gab er dem SV Holtland/Brinkum seine Zusage, informierte die Firreler Verantwortlichen und am Montag dann die ganze Mannschaft. „Wir werden im Sommer nicht nur einen sehr guten Fußballer und Menschen, sondern auch einen überragenden Freund des Vereins verabschieden“, sagte Firrels Vorsitzender Johannes Poppen.
In Holtland wäre der 1,94-Meter-Mann fast schon im vergangenen Sommer gelandet. Es war ein turbulenter für den SV Holtland. „Ich saß schon mit Uwe Groothuis oben im Vereinsheim“, erzählt er. Letztlich wurde die 70-jährige Trainer-Ikone aus Emden aber nicht Coach und der SVH zog seine Mannschaft sogar aus der Bezirksliga zurück.
Der „Reiz“ in Holtland
Nach vielen Abgängen startete der SV Holtland mit seiner Spielgemeinschaft mit Frisia Brinkum (vormals B-Klasse) einen Neuanfang in der Ostfrieslandliga, der mit vielen Fragezeichen verbunden war. Diese sind inzwischen verschwunden. Die Mannschaft des neuen Trainers Henning Baumann ist nicht nur charakterlich zu einer geworden, auch sportlich mehr als konkurrenzfähig. Der SV Holtland/Brinkum überwintert auf Rang drei, dem Aufstiegsrelegationsplatz.
„Ich spiele in Firrel und wohne in Nortmoor. Da verfolgt man das natürlich und bekommt mit, was sich hier entwickelt. Hier wird etwas auf die Beine gestellt. Es reizt mich, dabei zu sein“, sagt der Familienvater. Er ist quasi im Verein sogar schon tätig, trainiert die F-Jugend der JSG Holtland/Brinkum-Nortmoor, in der sein siebenjähriger Sohn Nico spielt.
Tränen Ende Mai
Der „turnte“ im GW-Trikot bisher auch immer bei den Firrel-Spielen herum und wird den Papa ab Sommer nun im Holtland-/Brinkum-Dress anfeuern. Dort wird Lücht eine Doppelrolle einnehmen. „Ich habe noch Lust auf Fußball und traue meinem Körper das auch unterhalb der Landesliga, wo der Aufwand ein höherer ist, auch zu“, sagt Lücht. Und wenn der Körper mal eine Pause braucht, kann er sich auf seine zweite Rolle konzentrieren: die als Co-Trainer neben dem zweiten Co-Trainer Mathias Jahn.
„Ich habe Lust darauf, als Trainer zu arbeiten, traue mir diese Rolle aber nun noch nicht zu. Der Einstieg als spielender Co-Trainer ist da eine super Lösung“, sagt der kopfballstarke Innenverteidiger. Bei seinem neuen Verein ist man natürlich sehr froh über den Transfercoup. „Wir sind sehr glücklich, dass Andre den Weg zu uns gefunden hat und freuen uns auf die Zusammenarbeit. Sein Charakter, seine Erfahrung und sein Einsatzwille werden nicht nur das Team auf dem Platz stärken, sondern auch eine wichtige Rolle in der Weiterentwicklung unserer Mannschaft und der Spielgemeinschaft übernehmen. Das ist ein sehr guter Schritt für die Zukunft“, erklärt Trainer Henning Baumann.
Andre Lücht hofft, die nächsten sechs Monate noch einige Male auf dem Platz stehen zu können, auch wenn das operierte Knie sich immer mal wieder meldet. Bisher kam er auf fünf Saisoneinsätze. Beim fernen Blick auf den Abschied Ende Mai und das letzte Spiel wird er dann auch emotional. „Ich kann mir vorstellen, dass ich dann auch ein paar Tränen verdrücken werde.“