Fremdenverkehr  Ditzum und Weener – Hotspots für Wohnmobilisten

| | 03.03.2025 09:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Auch am ersten Märzwochenende war der Campingplatz am Deich in Ditzum proppevoll. Foto: Gettkowski
Auch am ersten Märzwochenende war der Campingplatz am Deich in Ditzum proppevoll. Foto: Gettkowski
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Nach den schwierigen Corona-Jahren boomt der Tourismus im Landkreis Leer wieder. Das Rheiderland sticht dabei mit Besonderheiten und neuen Entwicklungen hervor.

Rheiderland - Hotel oder Ferienwohnung, Campingplatz oder Bed&Breakfast-Unterkunft – Ostfriesland bietet Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geldbeutel. Weil die Urlauber auch shoppen und Essen gehen, Museen, Freibäder oder andere Freizeiteinrichtungen besuchen, ist der Tourismus für die gesamte Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Und die Lust, hier den Urlaub zu verbringen, wächst wieder, sagt Kurt Radtke, Leiter der Tourismus GmbH Südliches Ostfriesland in Leer.

Bis Mitte Februar 2025 gab es bei der Zimmervermllung bereits 2189 Buchungen. Das entspricht einen Umsatz von 960.000 Euro. Im vergangenen Jahr lagen im Vergleichszeitraum 1791 Buchungen vor. Den Gesamtumsatz des Jahres 2024 bezifferte Radkte mit rekordverdächtigen 2,5 Millionen Euro. „Und in den Zahlen sind die Buchungen für die Camping- und Wohnmobilplätze noch nicht einmal berücksichtigt“, berichtet er. Gut 80 Prozent der Buchungen erfolgen mittlerweile online, viele Quartiere würden über Portale wie Booking Com & Co gebucht. Viele Gäste würden sich aber nach wie vor an die Tourismuszentrale wenden. Die zentrale Zimmervermittlung sei keineswegs überflüssig, sondern vor allem für Kurzentschlossene eine wichtige Ergänzung.

Ausbau von Wohnmobilstellplätzen

Insbesondere das Rheiderland ist ein beliebtes Ziel für Wohnmobilisten. Sie sorgen außerhalb der Hauptsaison von April bis Oktober für Belebung. „In Ditzum gibt es zum Jahreswechsel einen Hype und im Frühjahr, wenn die Karnevalsflüchtlinge kommen“, so Radtke. Auch die Stellplätze am Hafen von Weener sind während dieser Zeit sehr gut besucht. Laut Radtke macht der Anteil der Wohnmobilisten in der Urlaubsregion inzwischen 15 Prozent der gesamten Übernachtungszahlen aus. Zu Vorzeigeplätzen hätten sich Ostrhauderfehn, Ditzum und Weener entwickelt. Der Ausbau des Angebots sei immer ein Thema. „In Hesel läuft eine Potenzialstudie für einen neuen Platz“, so Radtke. In Ditzum ist eine maßvolle Erweiterung des Stellplatzes am Deich im Gespräch.

Das Rheiderland lockt aber auch zahlreiche Fahrradurlauber an, insbesondere wegen der Internationalen Dollart Route. Auf mehreren Etappen können Radtouristen verschiedene Regionen des Rheiderlandes und der benachtbarten Niederlande entdecken. In der Saison von April bis Oktober hat das Zählgerät 2024 in Soltborg 70.998 (Vorjahr 82.224) Radfahrer registriert. Übers gesamte Jahr gesehen wurden 83.645 (Vorjahr 94.317) Fahrräder gezählt. Im vergangenen Jahr sei ein neues solarbetriebenes Zählgerät der neuesten Generation angeschafft worden. Die Auswertung der Daten sei an eine externe Firma vergeben worden. „Wir werden in den kommenden fünf Jahren die Zählungen fortsetzen“, so der Chef der Tourismus GmbH.

Außerhalb der Fremdenverkehrssaison lockt Ditzum nicht nur zum Jahreswechsel zahlreiche Gäste an. Viele kommen auch während der Karnevalszeit, um dem Trubel zu entfliehen. Foto: Gettkowski
Außerhalb der Fremdenverkehrssaison lockt Ditzum nicht nur zum Jahreswechsel zahlreiche Gäste an. Viele kommen auch während der Karnevalszeit, um dem Trubel zu entfliehen. Foto: Gettkowski

Mehr Minikreuzfahrten auf der Ems

Wichtiger Bestandteil der Internationalen Dollart Route, ist das Fahrgastschiff „MS Dollard“, das am 1. Mai in die Saison starten wird. Aber auch bei Urlaubern, Tagesgästen und Einheimischen sind die Schiffsausflüge auf Ems und Dollart beliebt. Die Saison 2024 ist noch besser gelaufen als im Rekordjahr 2022. Im vergangenen Jahr fuhren auf der Linie zwischen Emden, Ditzum und Delfzijl 4612 Fahrgäste und 2960 Fahrräder mit. Zu einem Renner haben sich die Mini-Kreuzfahrten auf der Ems von Ditzum nach Leer und zurück entwickelt. Bei den fünf Touren fuhren 327 Personen und 46 Fahrräder mit. In diesem Jahr soll noch ein zusätzlicher Termin angeboten werden.

Ausflugsangebote in der Grenzregion gibt es aber auch an Land. Bei vier Bustagesfahrten können Urlauber und Einheimische einen botanischen Ausflug mit maritimem Flair in der Grenzregion unternehmen. Ziele sind unter anderem das Dollart-Museum in Bunde, die hängenden Küchen von Appingedam, den Besuch des Tuinfleur sowie eine Bootsfahrt auf dem Oldambtmeer in Blauwestad.

Das Naturerlebnis des Paddel-und-Pedal-Angebots bleibt für die Ferienregion Südliches Ostfriesland ein weiteres bedeutendes Alleinstellungsmerkmal. Das Geschäft habe im Sommer 2024 allerdings etwas unter wechselhaftem Wetter gelitten, weiß nicht nur Radtke. „Die Vermietung von E-Bikes und Fahrräder war topp, aber bei dem unbeständigem Wetter haben die Leute keine Lust aufs Wasser zu gehen“, sagt Uwe Brotkorb, der seit 2022 die Paddel- und Pedal-Station Ditzum betreibt. Witterungsbedingt sei die Vermietung von Kanus um 30 Prozent zurückgegangen.

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