Wohnen in Emden Baulücke schließt sich – „Pagodenhöfe“ wachsen
Wer Hochwertiges gut verkaufen möchte, muss dem Kind auch einen ansprechenden Namen geben: In Emden werden jetzt „Pagodenhöfe“ gebaut und angeboten.
Emden - Die Lücke ist schon geschlossen. Jetzt hat der Bau auch einen ansehnlichen Namen bekommen: „Pagodenhöfe“. Und er wächst gemäß der erwünschten Nachverdichtung in der Emder Innenstadt Stockwerk für Stockwerk in die Höhe. Acht Wohnungen plus Penthouse entstehen an der Abdenastraße 2 gegenüber dem Chinesentempel. Zu haben sind sie zu einem Gesamtpreis von 3,5 Millionen Euro oder auch einzeln. Wer will, kann schon im Dezember 2025 einziehen.
Tatsächlich läuft das Bauprojekt der beiden Investoren Folkmar Hamann und Tim Alberding jetzt reibungslos. Das hatte lange Zeit nicht danach ausgesehen und schon Nerven gekostet, wie Alberding noch vor einem Jahr gegenüber dieser Zeitung sagte. Seit beinahe fünf Jahren haben die beiden das brachliegende Grundstück inzwischen am Wickel, hatten auch eigentlich schon einen Käufer für das Gesamtprojekt. Doch dessen Finanzierung war nach seinerzeitiger Streichung der KfW-Mittel für den Wohnungsbau geplatzt.
Backsteine und Pagode
Dann waren sie noch einem Emder Bauunternehmer auf den Leim gegangen, wie Alberding gesagt hatte. Es musste eine Fristverlängerung für die Baugenehmigung über den Emder Rat erwirkt werden. Die Pläne mussten nochmals überarbeitet werden. Jetzt baut die Alberding und Hamann Immobilien-Verwaltungs-GmbH & Co. KG aus der Krummhörn eben selbst, beziehungsweise lässt als Bauherr bauen. Und es läuft.
Auch schon die Vermarktung. Das viergeschossige Mehrparteienhaus soll mehr sein als ein reiner Zweckbau, der die Baulücke füllt, wie die beauftragte Immobilienmaklerin Paloma Luthe (PL-Living aus Bad Zwischenahn) im Gespräch mit dieser Zeitung betont. Schon optisch werde so gebaut, dass sich das Haus in die Umgebung einfügt. Einfluss nehme auch der Chinesentempel. Zwar werde nicht mit dieser ausgeprägten Backstein-Akrobatik geplant. Aber doch mit entsprechend hochwertigen, roten Klinkern aus der Region und eben einer namensgebenden Besonderheit: An der Vorderseite des Hauses wird es einen abgerundeten, markanten Vorsprung geben, erklärte Luthe. „Und der sieht aus wie eine Pagode.“
Erste Wohnungs-Reservierungen
So auffällig offenbar, dass es zum Namen „Pagodenhöfe“ für das Objekt reicht. Das sei für Familien, Senioren oder auch Alleinstehende gedacht, die dort eine „schöne Wohngemeinschaft“ bilden könnten, sagte Luthe. Zwei der Wohnungen seien schon reserviert, einmal für eine dreiköpfige Familie aus Emden, für die andere interessiere sich ein älteres Paar aus Marburg. Die Größe der Wohnungen variiert zwischen 69 und 83 Quadratmeter. Sie kosten zwischen 342.000 und 427.500 Euro. Das Penthouse im 4. Obergeschoss mit 98 Quadratmetern ist für 699.500 Euro zu haben.
Dass die Wohnungen Interessenten finden, davon ist die Maklerin fest überzeugt. Es sei die Lage am Wasser, der schöne Ausblick auf historische Gebäude, die gute Nahversorgung mit allem mitten in der Stadt. Und dann noch die Bauweise.
Überschaubare Energiekosten
Die Bauherren wider Willen haben den Baustandard entsprechend der aktuellen Fördermöglichkeiten deutlich erhöht. So wird es als KfW-40 gebaut, was beinahe Passivbauweise entspricht. Mit Photovoltaik auf dem Dach und Wärmepumpe im Hof wird es fast zum Energie-plus-Haus, auf jeden Fall sind die Energie-Nebenkosten überschaubar. „Energetisch geht es nicht besser“, sagte Luthe.
Dazu kommt das angestrebte QNG-Zertifikat (Qualität Nachhaltiges Gebäude), von dem die Maklerin schwärmt. Um das zu erreichen, müssen einige Kriterien erfüllt werden wie beispielsweise die umweltfreundliche Bauweise mit entsprechenden Materialien oder auch größere Fenster für viel Lichteinfall. Alle Wohnungen haben breitere Türen und sind somit „ready“ – eine neue Begrifflichkeit, die Standards im altengerechten Wohnungsbau definiert. Einen Aufzug, der in alle Etagen führt, gibt es natürlich auch.
Balkon und Stellplatz zum Hof
Mit diesem Siegel und dem hohen Standard können die Wohnungen jetzt auch wieder mit guter Aussicht auf KfW-Förderung vermarktet werden. Und wer das Gesamtprojekt doch en bloc kaufen möchte, dem winken außerdem gemäß den Wohnungsbauförderrichtlinien zehn Jahre lang kräftige Abschreibungsmöglichkeiten. „Wir sprechen nicht nur Eigennutzer an“, sagte Paloma Luthe. „Das ist so nach dem Wohnungsbaugesetz gedacht.“
Dank der Nachfrage würden die Wohnungen aber wohl voraussichtlich einzeln veräußert. Zu jeder Wohnung kommt ein Autostellplatz und Platz in einer Fahrradgarage. Beides ist hintenrum über die Boltentorstraße und den Mühlenwarf zu erreichen. Auch dafür hatten die Investoren mittels ihres Architekten längst den Weg frei gemacht. Andere Widrigkeiten zur Grenzbebauung waren auch schon lange aus dem Weg geräumt. Etwa die kleinen Balkone am Nachbarhaus, die abgerissen wurden. Die neuen Pagodenhöfe bekommen im Übrigen große Balkone – für die oberen Wohnungen und umlaufend das Penthouse mit dem besten Blick.