Heimatcheck Friedeburg bietet viel Raum für kreative Ideen
Thorsten Schütt lebt und arbeitet seit 30 Jahren in Horsten. Was der freischaffende Künstler an der Gemeinde Friedeburg mag, ist ihre Natur – und die Begeisterungsfähigkeit der Menschen.
Friedeburg - Thorsten Schütt hat seinen Arbeits- und Lebensmittelpunkt auf einem alten Hof im Friedeburger Ortsteil Horsten. Schütt ist freischaffender Künstler, der sich vor allem in Holz, aber auch Eisen, Stein, Bronze oder Eis kreativ auslebt. In der Gemeinde Friedeburg findet er die raue Ursprünglichkeit, die seine Kreativität beflügelt. Oft zieht es ihn hinaus. Auf seinem Grundstück hat er einen Skulpturengarten angelegt. Zwischen hohen Bäumen und urwüchsigen Sträuchern zeigt er Arbeiten, die nach Terminabsprache besichtigt werden können.
Foto-Hotspot in Friedeburg
Der Ems-Jade-Kanal verbindet Emden und Wilhelmshaven, verläuft einmal quer durch Ostfriesland. Erholungssuchende zu Fuß, mit dem Rad oder Boot finden zahlreiche Gelegenheiten für Erinnerungsfotos.
Etwa 30 Jahre schon lebt Schütt in Horsten, seit 2001 auf seinem Hof. Aufgewachsen ist der 61-jährige gelernte Tischler und technische Zeichner in Wilhelmshaven. „Je älter ich wurde, desto mehr kam ich an den Stadtrand“, erinnert er sich. Aus dem Stadtrand wurde Landleben: „Ich war früher viel mit dem Fahrrad unterwegs. Eichenwälle, Felder, Alleen – ich liebe den weiten Blick, den man hat.“ In seinem Garten sehe er Rehe, unterwegs Kühe und vereinzelt Schweine auf den Weiden.
Friedeburg ist eine waldreiche Gemeinde
Friedeburg hat ein weit verzweigtes Straßennetz, von dem allein 400 Kilometer in der Zuständigkeit der Gemeinde liegen. Die Landschaft der flächenmäßig drittgrößten Gemeinde Ostfrieslands mit ihren insgesamt zwölf Gemeindeteilen ist abwechslungsreich. Grüne Wiesen, der Ems-Jade-Kanal und Wälder wechseln sich ab. Denn Friedeburg zählt zu den waldreichsten Regionen Ostfrieslands.
Es ist kein Zufall, dass sich ausgerechnet im Knyphauser Wald ein Wolfsrudel niederließ. Und vielleicht ist es auch kein Zufall, dass der naturverbundene Schütt sich hier so heimisch fühlt. Denn sein favorisierter Werkstoff ist die Eiche. Vor allem als Holzbildhauer hat er sich überregional einen Namen gemacht, besucht weltweit Symposien und holt zudem alle drei Jahre internationale Kollegen nach Horsten. „Holz hat seine Wuchsrichtung. Das hat schon ein bisschen Charakter.“
Die Welt zu Gast in Horsten
In Thorsten Schütts Horster Atelier entstehen die meisten seiner Ideen – er besitzt unzählige Zeichenbücher, in denen er Skizzen sammelt. Die Arbeiten des 61-Jährigen sind organisch. Er arbeitet Formen aus seinem Werkstoff heraus, zwingt ihm keine auf. Schütts Ansätze sind sozialkritisch, er thematisiert globale Probleme wie Ressourcenknappheit. „Ich arbeite mehr philosophisch.“
Kurioser Fakt über Friedeburg
Die Ortsteile Amerika und Rußland sind Besuchermagnete und haben es schon oft ins Fernsehen geschafft. Während der Fußballweltmeisterschaft 2018 beispielsweise wurde das ARD-Morgenmagazin zum Teil aus Rußland gesendet. Aktuell sorgt die politische Weltlage jedoch für weniger Zuspruch.
1998 lud Schütt erstmals zu einem Symposium nach Ostfriesland ein. Im Vorfeld suchte er Unterstützer – und fand sie auch. „Die hatten alle keine wirkliche Ahnung, was da passiert“, erzählt er mit einem Lachen. „Auch die Helfer nicht.“ Auch das mache Friedeburg mit seiner Politik, den Dorfgemeinschaften oder den Menschen aus: Es wird geholfen, ganz unkompliziert – und zuverlässig. „Da merkt man richtig, wie die bei mir sind.“ Die Horster bekochen und beherbergen die Künstler. Sie sorgen für einsatzbereite Kettensägen oder helfen mit Werkzeug aus. „Das ist eine Top-Zusammenarbeit. Das möchte ich mal sehen, dass das in einer anderen Gemeinde so geht.“
Der Heimatcheck Ostfriesland ist ein Gemeinschaftsprojekt ostfriesischer Verlage mit freundlicher Unterstützung der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse und der EWE AG. Wie zufrieden sind die Menschen in Ostfriesland mit ihren Städten und Gemeinden?
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