Ausflugstipp  Nicht nur für Fahrradfans – neue Attraktion in Winschoten

| | 23.06.2025 12:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Auch viele Schüler aus Blauwestad nutzen die Fahrradbrücke, um auf schnellem Weg zur Schule in Winschoten zu gelangen oder dort Freunde zu besuchen. Foto: Tatjana Gettkowski
Auch viele Schüler aus Blauwestad nutzen die Fahrradbrücke, um auf schnellem Weg zur Schule in Winschoten zu gelangen oder dort Freunde zu besuchen. Foto: Tatjana Gettkowski
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In Winschoten wurde jetzt ein neuer Abschnitt der Internationalen Dollard Route freigegeben. Ein Abstecher über eine 850 Meter lange Brücke nach Blauwestad lohnt sich aber nicht nur für Fahrradfahrer.

Leer/Winschoten - Ein Bummel durch die Fußgängerzone, ein Einkauf im Supermarkt oder ein Ausflug in den Rosengarten – Winschoten ist bei Ostfriesen ein beliebtes Ausflugsziel. Jetzt ist der Ort um ein Ziel reicher. Ganz besonders für Fahrradfahrer. Auf der Internationalen Dollard Route wurde jetzt offiziell ein neuer Streckenabschnitt freigegeben.

Bürgermeisterin Cora-Yfke Sikkema und Wethouder Erich Wunker (rechts) habe gemeinsam mit dem Radwegbeschilderungsexperten für die Dollardroute, Dieter Kuper aus Bunde (links), das neue Teilstück eröffnet. Foto: Tatjana Gettkowski
Bürgermeisterin Cora-Yfke Sikkema und Wethouder Erich Wunker (rechts) habe gemeinsam mit dem Radwegbeschilderungsexperten für die Dollardroute, Dieter Kuper aus Bunde (links), das neue Teilstück eröffnet. Foto: Tatjana Gettkowski

Wo genau verläuft die Route?

Die Internationale Dollard Route ist eine grenzüberschreitende Fernradroute durch das deutsch-niederländische Grenzgebiet. Die Strecke ist insgesamt 354 Kilometer lang und besteht seit 1996. Die Route in den Niederlanden verlief bereits durch die ehemaligen Gemeinden Reiderland, Winschoten und Scheemda. „Nach Fertigstellung der Pieter-Smit-Brücke im Jahr 2021 bot es sich an, dieses besondere Bauwerk als eine der längsten Fahrradbrücken Europas mit aufzunehmen und gleichzeitig die Blauwestad besser an die Route anzubinden“, sagt Ulrich Schmunkamp, Koordinator der Internationalen Dollard-Route. Der neue Verlauf führt jetzt direkt am Rosarium vorbei und durch einen Teil des Stadtparks von Winschoten. Danach überquert man die imposante Pieter-Smit-Brücke und erreicht das moderne Wohn-, Natur- und Naherholungsgebiet „Blauwestad“. Neben der Pieter-Smit-Brücke ist übrigens auch der historische Hafen von Winschoten in die Strecke aufgenommen worden.

Von der Brücke aus gibt es ein Radwegenetz in verschiedene Richtungen. Foto: Gettkowski
Von der Brücke aus gibt es ein Radwegenetz in verschiedene Richtungen. Foto: Gettkowski

Was gibt es in Blauwestad zu entdecken?

Die exklusiven Wohngebiete mit ihrer vielfältigen Architektur locken viele Besucher an. Vom reetgedeckten Bauernhaus mit Pferdestallungen über moderne kubische Gebäude bis hin zum Märchenschloss mit Türmchen gibt es viele luxuriöse Wohnhäuser zu entdecken. Fast alle Grundstücke haben einen eigenen Bootsanleger.

Wer Lust hat, das Oldambtmeer vom Wasser aus zu entdecken, kann eine Bootstour unternehmen oder ein Kanu mieten. Unterwegs gibt es mehrere Möglichkeiten einzukehren. Einige Lokale haben Terrassen direkt am Ufer. In Blauwestad gibt es einen kleinen Badestrand, aber auch versteckte kleine Bademöglichkeiten. Auch Naturfreunde finden hier schöne Strecken. Rund um das 800 Hektar große Oldambtmeer erstreckt sich ein 200 Hektar großes Gebiet mit Wald, Wiesen und Sumpflandschaften, die man auf Wander- und Radwegen entdecken kann.

In Blauwestad am Oldambtmeer gibt es zahlreiche schöne Plätze, die zum Verweilen einladen. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv
In Blauwestad am Oldambtmeer gibt es zahlreiche schöne Plätze, die zum Verweilen einladen. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv

Welche Rolle spielt die Pieter-Smit-Brücke?

Die Brücke aus Bongossiholz führt übers Oldambt Meer, das Winschoterdiep und die Autobahn A7 und verbindet Blauwestad mit Winschoten. Die Bewohner von Blauwestad nutzen sie als schnelle Verbindung zur Schule, zur Arbeit oder zum Einkaufen in der Stadt. Einen Supermarkt gibt es in Blauwestad nämlich nicht. Wer auf der Fuß- und Radfahrerbrücke unterwegs ist, stellt fest, wie stark sie genutzt wird. „In den Niederlanden hat Fahrradfahren einen anderen Stellenwert als bei uns“, sagt Ulrich Schmunkamp. In Ostfriesland würde das Fahrrad stärker in der Freizeit genutzt. „Für Niederländer dagegen ist es ein wichtiges Fortbewegungsmittel.“

Sehenswert sind die exklusiven Wohnhäuser, die an den Kanälen entstanden sind. Fast alle haben einen eigenen Bootsanleger. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv
Sehenswert sind die exklusiven Wohnhäuser, die an den Kanälen entstanden sind. Fast alle haben einen eigenen Bootsanleger. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv

Woher hat die Brücke ihren Namen?

Benannt wurde die 2021 fertiggestellte Brücke nach Pieter Smit. Der langjährige Bürgermeister der Gemeinde Oldambt hatte sich für das Bauwerk stark gemacht. Die Fertigstellung erlebte er nicht mehr mit. Smit starb überraschend am 10. April 2018 im Alter von nur 54 Jahren. Einige Jahre galt die Pieter-Smit-Brücke mit ihren 850 Metern als längste Fahrradbrücke Europas. „Den Rang hat ihr inzwischen eine Brücke in Luxemburg abgelaufen“, berichtet Schmunkamp. Die Brücke Esch-Belval heißt Velodukt und ist 1,2 Kilometer lang. Mit der Superlative Europas längste Holzfahrradbrücke dürfe die Stadt aber durchaus werben.

Die vielfältige Gestaltung der Fassaden verleiht dem Wohngebiet einen authentischen Charakter. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv
Die vielfältige Gestaltung der Fassaden verleiht dem Wohngebiet einen authentischen Charakter. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv

Welche Rolle spielt die Strecke für die Internationale Dollard Route?

„Von Fahrradtouristen und Tagesgästen wird die Internationale Dollard Route gut angenommen“, sagt der Koordinator der Route. Die neue Route über die Brücke sei eine neue Attraktion. Seit 2015 werden Fahrradfahrer auf der Route in Soltborg gezählt. „Der Top-Wert wurde dort 2015 mit mehr als 80.000 Fahrradfahrern gezählt.“ In den Jahren 2019 und 2020 wurden an anderen Stellen weitere temporäre Messungen gemacht. Dort sind laut Schmunkamp 15.000 und 25.000 Fahrradfahrer gezählt worden. Erfasst worden seien aber nicht nur Fahrradtouristen und Tagesausflügler, sondern auch Pendler.

Das 2013 eröffnete „Havenkwartier Blauwestad“ beherbergt zahlreiche Liegeplätze. Neben dem Hafen-Pavillon gibt es dort ein Informationszentrum, einen Aussichtsturm und Gastronomie. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv
Das 2013 eröffnete „Havenkwartier Blauwestad“ beherbergt zahlreiche Liegeplätze. Neben dem Hafen-Pavillon gibt es dort ein Informationszentrum, einen Aussichtsturm und Gastronomie. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv

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