Solarkraft im Kreis Leer  Wann kommt der Strom von der Autobahn?

| | 25.07.2025 13:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In Eisinghausen bei Leer stehen schon Photovoltaikpanele, weitere sind im Bau. Dieser Solarpark in Nähe der Autobahn könnte noch in diesem Jahr ans Netz gehen. Foto: Tatjana Gettkowski
In Eisinghausen bei Leer stehen schon Photovoltaikpanele, weitere sind im Bau. Dieser Solarpark in Nähe der Autobahn könnte noch in diesem Jahr ans Netz gehen. Foto: Tatjana Gettkowski
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Im Landkreis Leer entstehen neue Photovoltaik-Anlagen in mehreren Orten. Die Projekte sollen künftig tausende Haushalte mit Strom versorgen. Das ist derzeit in Planung oder schon im Bau.

Landkreis Leer - Sie sind nicht zu übersehen: Über 17 Hektar erstrecken sich die langen Reihen mit Solarpanelen entlang der Autobahn 28. In der Gemeinde Brinkum hat Betreiber Enerparc diesen ersten Solarpark errichtet. Noch wird dort jedoch kein Strom erzeugt. Ebenfalls im Bau ist ein Solarpark in der Nähe von Eisinghausen (Stadt Leer).

Allerdings werden dies nicht die einzigen Freiflächen-Photovoltaik-Projekte bleiben. Wie der Landkreis Leer mitteilt, wurden bereits weitere Vorhaben genehmigt. Neben dem Solarpark in Brinkum sind dies laut Pressesprecher Philipp Koenen zwei Vorhaben in Ammersum sowie weitere in Jübberde und Holthusen. Darüber hinaus wurden für weitere Solarparks Bauanträge beim Landkreis eingereicht.

Acht Solarparks sind beantragt

Diese Projekte sind für Brinkum (zwei Flächen), Südgeorgsfehn (ebenfalls zwei Flächen), Großsander, Nortmoor, Veenhusen und Oldersum geplant. Die entsprechenden Verfahren laufen laut Koenen aber noch. Außerdem gibt es Voranfragen für Stapelmoor und Nortmoor. Die geplanten Projekte in Brinkum sollen sich direkt an den bereits errichteten Solarpark an der Autobahn anschließen. „Darüber sind wir noch in Abstimmung mit dem Landkreis“, bestätigt auf Anfrage der Brinkumer Bürgermeister Bernhard Janssen (OWG).

Als Betreiber habe auch an diesem Projekt das Unternehmen Enerparc aus Hamburg Interesse, sagt Janssen. Es gebe jedoch noch offene Fragen hinsichtlich der Raumordnung und des Vogelschutzes. Das Unternehmen arbeitet laut Janssen an einem neuen Entwurf. Ursprünglich sollten weitere 30 Hektar mit Solarpanelen bestückt werden. „Derzeit kann man nicht sagen, in welcher Größenordnung das verwirklicht werden kann“, so Janssen.

Bürgermeister Bernhard Janssen (links) und der Erste Samtgemeinderat Joachim Duin hatten den neuen Photovoltaikpark in Brinkum im vergangenen Jahr bei einem Pressetermin vorgestellt. Inzwischen sind dort bereits die Solarpanele montiert worden. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Bürgermeister Bernhard Janssen (links) und der Erste Samtgemeinderat Joachim Duin hatten den neuen Photovoltaikpark in Brinkum im vergangenen Jahr bei einem Pressetermin vorgestellt. Inzwischen sind dort bereits die Solarpanele montiert worden. Foto: Klaus Ortgies/Archiv

Wie steht es um den Vogelschutz?

Im Unterschied dazu war der Solarpark in Brinkum, der seit Mitte 2024 aufgebaut wird, ein nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz des Bundes privilegiertes Verfahren, für das weder ein Bebauungsplan noch eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich war. Enerparc hatte seinerzeit bei einem Pressegespräch auf eine Langzeitstudie verwiesen, an der das Unternehmen teilnimmt. Dabei geht es um Fragen der Biodiversität auf Freiflächen-Photovoltaik.

In Brinkum sollen Schafe rund um die Panele weiden. Deshalb zeigten sich ein Sprecher von Enerparc ebenso wie Bürgermeister Janssen davon überzeugt, dass dort Vögel brüten werden – womöglich mehr als vorher, als das Grünland noch ständig gemäht wurde. Für die Planung von Freiflächen-PV seien bei der Planung in der Samtgemeinde Hesel hochwertige landwirtschaftliche Flächen von vornherein ausgeschlossen worden, sagte der Erste Samtgemeinderat Joachim Duin bei der Vorstellung des Parks.

Eisinghausen könnte schon bald Strom liefern

Die Panele an der Autobahn sollen voraussichtlich ab Beginn 2026 ans Netz gehen und dann eine Gesamtleistung von etwa 19 Megawatt haben, womit rechnerisch rund 4500 Vier-Personenhaushalte versorgt werden könnten. Laut einem Bericht der „Rheiderland-Zeitung“ soll der neue Solarpark bei Eisinghausen mit einer Fläche von rund elf Hektar und einer Leistung von etwa 9,5 Megawatt-Peak bereits im September in Betrieb gehen. Unsere Anfrage an den Betreiber, SWO Energie GmbH in Leer, blieb aus Urlaubsgründen bisher unbeantwortet.

In der Nähe der Autobahn bei Eisinghausen wird ein Solarpark errichtet. Foto: Tatjana Gettkowski
In der Nähe der Autobahn bei Eisinghausen wird ein Solarpark errichtet. Foto: Tatjana Gettkowski

Zu den bereits genehmigten Projekten gehört eine Fläche in Holthusen an der Boenster Straße. Im Zusammenhang mit diesem Vorhaben läuft noch ein Bebauungsplanverfahren bei der Stadt Weener.

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