Nach tödlichem Unfall Gefährlicher Kreisel in Stapelmoorerheide – wann handelt Landkreis?
Nach dem tödlichen Fahrradunfall im Mai 2024 hat der Landkreis die Beschilderung am Kreisel in Stapelmoor geändert. Im Kreisel in Stapelmoorerheide gilt die alte Regelung weiter. Wie kann das sein?
Stapelmoor/Diele - Bernhard Siemons ist sauer. Der Ortsvorsteher von Stapelmoor kämpft seit Jahren für mehr Sicherheit an den beiden Kreiseln in seinem Heimatort. Während die Verkehrsführung in Stapelmoor inzwischen angepasst worden ist, ist in Stapelmoorerheide immer noch alles beim Alten. Für Siemons völlig unverständlich. „Will man so lange warten, bis es hier auch mal so richtig knallt?“, fragt sich Siemons. Seine Kritik: Auch nach einem Jahr sei der Landkreis Leer den Forderungen nach einer Änderung der Verkehrsführung für den Kreisel in Stapelmoorerheide nicht nachgekommen.
Die Diskussion über die Beschilderung war entfacht, nachdem in Stapelmoor am 13. Mai 2024 eine 74-jährige Frau bei einem Verkehrsunfall getötet worden ist. Ein Lastwagenfahrer hatte die Fahrradfahrerin im Kreisverkehr offenbar übersehen. Das Fahrzeug des 68 Jahre alten Lastwagenfahrers, das aus Fahrtrichtung Stapelmoorerheide kam, soll zunächst gestanden haben. Im Moment des Anfahrens kam plötzlich die Fahrradfahrerin, prallte mit dem Lastwagen zusammen und starb an ihren Verletzungen.
Verkehrsführung war nicht mehr zulässig
Der Landkreis Leer hatte nach dem Unfall zunächst keine Veranlassung gesehen, die Verkehrsführung zu ändern. „Am Kreisel weisen Verkehrsschilder Autofahrer darauf hin, dass Radfahrer aus beiden Richtungen kommen können. Sie sind also vorgewarnt“, hieß es einen Monat nach dem tragischen Unfall von der Pressestelle des Kreises. Nach einem Ortstermin mit Vertretern des Landkreises Leer, Mitarbeitern der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich und der Polizei stellte sich damals allerdings heraus, dass die bisher im Kreisel erlaubte Nutzung des Radwegs im Uhrzeigersinn nach aktueller Rechtslage überhaupt nicht mehr zulässig ist. Die Hinweisschilder am Kreisel in Stapelmoor wurden daraufhin angepasst. Zur Verdeutlichung der Situation wurden zusätzliche Schilder Vorfahrt gewähren/Kreisverkehr aufgestellt. Seitdem dürfen Radfahrer nur noch in Fahrtrichtung fahren – also gegen den Uhrzeigersinn.
Bernhard Siemons ist es ein Rätsel, wieso die nicht mehr zulässige Regelung am Kreisverkehr in Stapelmoorheide nicht in einem Zug angepasst wurde. Tagtäglich könne man an dem stark frequentierten Kreisel brenzlige Situationen beobachten. „Das ist lebensgefährlich“, kritisiert Siemons, der auch als Autofahrer häufig durch den Kreisel fährt. „Dort begegnet man Fahrradfahrern, wo man überhaupt nicht mit ihnen rechnet.“ Er fordert, „dass diese Sonderregelung für Fahrradfahrer umgehend aufgehoben wird“.
Pfeile sollen Radfahrer besser leiten
Hinrich Sap, Ortvorsteher in Diele, sieht den Kreisel in Stapelmoorerheide ebenfalls als Gefahrenpunkt. Die Strecke werde von Fahrradfahrern aus den Ortschaften Diele und Dielerheide stark genutzt. „Ich habe im Kreisel in Stapelmoor beobachtet, dass Radfahrer trotz der geänderten Beschilderung immer noch in der verkehrten Richtung durch den Kreisel fahren“, berichtet Sap. Nach seiner Einschätzung müssten Radfahrer mit Piktogrammen in Form von Pfeilen auf der Fahrbahn noch deutlicher durch den Kreisel geleitet werden. „Das müsste man in allen Kreiseln im Stadtgebiet von Weener machen, denn auch dort richten sich viele Fahrradfahrer nicht nach den Schildern.“
Zur Situation in Stapelmoorerheide konnte der Landkreis auf Nachfrage keine konkreten Aussagen machen. „Der Landkreis Leer wird sich die Sache noch einmal vor Ort genau anschauen und gegebenenfalls Maßnahmen anordnen“, teilte Landkreissprecher Philipp Koenen auf Nachfrage mit.