Nach Wechsel im Sommer  So läuft es für Ostfriesen Luca Prasse bei Holstein Kiel

| | 10.10.2025 12:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Luca Prasse trägt seit dieser Saison das Trikot von Holstein Kiel. Foto: Imago
Luca Prasse trägt seit dieser Saison das Trikot von Holstein Kiel. Foto: Imago
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Beim Zweitligisten ist der 21-Jährige aus Hinte Teil des Profi-Teams und der U23. Aus einem besonderen Grund kommt es an diesem Länderspiel-Wochenende nicht zum Heimatbesuch in Ostfriesland.

Kiel - Gefeiert wird in diesen Wochen bei Holstein Kiel. Der nördlichste Profifußballklub Deutschlands wird 125 Jahre alt. Bei der offiziellen Jubiläumsfeier am Montagabend, 6. Oktober, war der inzwischen gestandene Holstein-Profi Lasse Rosenboom nicht der einzige Ostfriese in der Aula der Kieler Hebbelschule. Mit Luca Prasse gehört seit diesem Sommer ein „Landsmann“ zum Kader des Fußball-Zweitligisten. Dort bewegt sich der 21-Jährige aus Hinte zwischen Profi-Alltag bei einem Zweitligisten und Spieleinsätzen in der Oberliga Schleswig-Holstein in Todesfelde, Rothenhof und Kaltenkirchen.

Luca Prasse spielt seine dritte Saison im Männerrfußball. Foto: Imago
Luca Prasse spielt seine dritte Saison im Männerrfußball. Foto: Imago

„Ich habe mich hier gut eingelebt und fühle mich wohl. Auch in der Stadt, in der ich etwas außerhalb lebe“, erzählt Luca Prasse im Gespräch mit unserer Zeitung. Im Sommer stieg er die Karriere- und Ligaleiter mächtig auf, wechselte nach zwei Männerfußball-Jahren vom SV Meppen aus der Regionalliga zum Bundesliga-Absteiger. So wie es vor ihm auch Lasse Rosenboom aus Willmsfeld 2023 getan hatte, als er von Werder Bremen II aus der 4. Liga in die 2. Liga an die Förde ging. Auch der heute 23-Jährige kam als junger Herausforderer und schaffte es über Trainingsfleiß und viele Einsätze bei der Reserve, den Sprung zum Stammpersonal zu schaffen. Krönung war der Bundesliga-Aufstieg 2024 und ein Jahr lang 1. Liga. „Klar, Lasses Weg und er sind ein Stück weit ein Vorbild für mich und Ansporn. Er ist hier auch ein Bezugspunkt für mich. Wir schieben zusammen auch mal Extra-Schichten im Kraftraum.“ Zusammen unternimmt man auch mal etwas abseits des Fußballs.

Direkt in die USA

Luca Prasse stammt aus Hinte und kam über Concordia Suurhusen und Kickers Emden in der C-Jugend zum SV Meppen. Der Übergang vom NLZ ins Profiteam gelang ihm später sehr gut. Er wurde direkt Stammspieler beim Drittliga-Absteiger und stellte sich mit zwei starken Spielzeiten ins Schaufenster. Kiel „schnappte“ zu. „Luca Prasse gehörte zuletzt zu den herausragenden Akteuren der Regionalliga Nord“, erklärte Holstein-Geschäftsführer Sport Olaf Rebbe bei der Verpflichtung. „Mit erst 20 Jahren hat er bereits mehr als 75 Einsätze im Herrenbereich absolviert und zeichnet sich durch seine Variabilität in der Offensive aus. Wir trauen ihm zu, sich durch gute Trainingsleistungen und Einsätze bei der U23 für einen Platz bei den Profis zu empfehlen.“

Beim SV Meppen gehörte Luca Prasse (links) zu den Leistungsträgern. Im Sommer verließ er wie sein ostfriesischer Ex-Mitspieler Marek Janssen (rechts) die Emsländer. Prasse ging nach Kiel, Janssen nach Essen. Foto: Imago
Beim SV Meppen gehörte Luca Prasse (links) zu den Leistungsträgern. Im Sommer verließ er wie sein ostfriesischer Ex-Mitspieler Marek Janssen (rechts) die Emsländer. Prasse ging nach Kiel, Janssen nach Essen. Foto: Imago

Genau diesen Weg geht der vielseitig einsetzbare Blondschopf in den ersten Kiel-Monaten. Nach seiner Ankunft Mitte Juni wurde ihm bereits durch seine erste Dienstreise klar, dass er nun in einer anderen Fußballwelt ist. „Ende Juni reisten wir ins Trainingslager in die USA.“ In den Einheiten in Minnesota und den weiteren in Kiel stellte der Ostfriese schnell den Unterschied zur Regionalliga fest. „Alles ist schneller, ist intensiver: Daran muss man sich natürlich gewöhnen.“

Fleiß und Geduld sind gefragt

Das macht er in Testspielen. So wie an diesem Donnerstag, 9. Oktober, gegen den dänischen Erstligisten Aarhus GF, als er beim 0:2 in der Schlussphase eingewechselt wurde. Das nächste Ziel: Es mal in den Spieltagskader in der 2. Liga zu schaffen. Dafür muss er im täglichen Zweitliga-Training weiter Gas geben und auch Geduld aufbringen.

Regelmäßige Spielpraxis sammelt Luca Prasse bei der U23, die im Sommer aus der Regionalliga Nord in die Oberliga abgestiegen ist. Dort ist er nur bei den Spielen im Einsatz, ganz selten mal bei einem Training. „Wir sind fünf Spieler aus dem Profikader, die das betrifft. Als U23-Mannschaft mussten wir uns natürlich erstmal finden. Es klappt aber immer besser.“

Erst Eichede, dann Opernhaus

In der Oberliga Schleswig-Holstein liegen die „Jungstörche“ nach elf Spielen auf Platz drei. Allerdings beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Todesfelde bei einem mehr absolvierten Spiel schon fünf Punkte. Prasse kommt im offensiven Mittelfeld zum Einsatz und hat bisher fünf Treffer erzielt. Beim 7:0 Ende September gegen den Oldenburger SV spielte er auch mit Lasse Rosenboom zusammen. Der wurde tags zuvor noch im Zweitliga-Spiel in Elversberg eingewechselt und wollte nochmal freiwillig Extra-Minuten sammeln.

In Kiel bekam Luca Prasse natürlich schon öfters Besuch von seiner ostfriesischen Lebensgefährtin. In die ostfriesische Heimat zu Freundin, Familie und Freunden konnte er seit seinem Wechsel nach Kiel erst einmal reisen. „Das war während der ersten Länderspielpause Anfang September“, so der 21-Jährige.

Dieses Wochenende ruht der Spielbetrieb in der 1. und 2. Bundesliga wieder. Doch in Kiel wird weiter 125. Geburtstag gefeiert. An diesem Samstag, 11. Oktober, heißt es im Opernhaus „KSV meets Klassik“. Das ganze Zweitliga-Team ist ab 20 Uhr dabei – natürlich auch Luca Prasse. Bevor er am Abend den schicken und offiziellen Anzug anzieht, zieht er sich am Nachmittag noch das Kiel-Trikot über. In der Oberliga kommt es zum Topspiel zwischen Holstein Kiel II und dem Tabellenzweiten SV Eichede.

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