Neue Kandidaten gesucht  Diese Jümmetaler-Momente waren für Filsumerin besonders

| | 22.10.2025 08:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In ihrem Element: Vor dem Mikrofon steht Agnes Meyer leidenschaftlich gerne. Hier moderiert sie den Neujahrsempfang 2025 in Filsum. Foto: Melchert Stromann/Archiv
In ihrem Element: Vor dem Mikrofon steht Agnes Meyer leidenschaftlich gerne. Hier moderiert sie den Neujahrsempfang 2025 in Filsum. Foto: Melchert Stromann/Archiv
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Noch können Bürger Kandidaten für die kommenden Jümmetaler vorschlagen. Agnes Meyer aus Filsum soll wieder die Moderation übernehmen und blickt auf bewegende Jahre zurück.

Jümme - In der Samtgemeinde Jümme werden bald wieder die Jümmetaler vergeben – eine Auszeichnung für besonderes Engagement oder Leistung im vergangenen Jahr. Dafür werden allerdings noch Vorschläge gesucht, heißt es beispielsweise auf der Facebookseite der Samtgemeinde. „Bis zum 9. November 2025 nehmen wir noch eure Vorschläge für die Verleihung des Jümmetalers 2026 entgegen!“ Das geht online über die Internetseite der Samtgemeinde. Alternativ ist dort auch eine Druckversion des Formulars zu finden. Im Januar werden die Preisträger bekanntgegeben.

So sieht der Jümmetaler aus. Foto: Archiv
So sieht der Jümmetaler aus. Foto: Archiv

Die Vergabe der Jümmetaler ist seit dem Jahr 2000 Teil des Neujahrsempfangs in der Samtgemeinde. Agnes Meyer aus Filsum freut sich wie jedes Jahr auf das Event. Sie moderiert seit 2002 die Vergabe und wird es – aller Voraussicht nach – dieses Mal wieder tun. „Das ist eigentlich ein Selbstläufer“, sagt Ralf Möhlmann von der Samtgemeinde Jümme. Agnes Meyer scherzt: „Ich kann auch verstehen, wenn die nach so langer Zeit auch eine andere Moderation wünschen.“

Neujahrsempfänge 2019 und 2020 waren besonders

So viele Jahre bringen auch einiges an Erinnerungen mit sich. Meyer ist beispielsweise das Jahr 2019 im Gedächtnis geblieben. Der damalige Bürgermeister Johann Boelsen hatte damals verkündet, dass die Samtgemeinde die Burg Stickhausen gekauft hatte – für 290.000 Euro, wie diese Redaktion berichtete. Eine gute Nachricht, um auf die Verleihung der Jümmetaler umzuschwenken, dachte Agnes Meyer da noch. Doch kurz danach wurde der Tod von Wiard Voss bekanntgegeben. Voss war von 2004 bis 2016 Bürgermeister der Samtgemeinde und schied aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt. Im Rathaus sei es mit einem Mal still geworden. „Ich hatte keine Ahnung“, so Meyer. Für die Moderatorin sei es schwierig gewesen, das Ruder für den Nachmittag und die Vergabe der Jümmetaler wieder herumzureißen.

Über die Jahre habe sich Agnes Meyer angewöhnt, immer einen speziellen Wunsch für die Menschen in Jümme auszusprechen. „2020 habe ich den Leuten gewünscht, dass sie in dem Jahr wieder mehr in den Arm genommen werden“, sagt sie. „Zwei Monate später kam Corona, da war nichts mit Umarmen. Und die nächsten zwei Neujahrsempfänge fielen aus.“ Heute kann Meyer darüber lachen, auch wenn sie 2020 den Menschen lieber etwas anderes mitgegeben hätte. Den Wunsch für 2026 habe sie sich noch nicht überlegt. „Das kommt immer ganz spontan“, sagt sie und lacht erneut.

Jümmetaler wird in vier Kategorien vergeben

Die nächste Vergabe der Jümmetaler fällt auf Samstag, 10. Januar 2026. „Es ist immer am zweiten Samstag im Januar“, weiß Meyer. Als Moderatorin erfährt sie wenige Tage vorher, welche Personen den Jümmetaler in den insgesamt vier Kategorien – Soziales Engagement, Förderung der Kultur, Herausragende Leistung im Beruf oder Verein und Sportlerehrung – erhalten.

Zusammen mit ihrem Mann Andree betreibt Agnes Meyer den Feinkostladen Gourmet Flamand in Filsum. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Zusammen mit ihrem Mann Andree betreibt Agnes Meyer den Feinkostladen Gourmet Flamand in Filsum. Foto: Klaus Ortgies/Archiv

Meyer selbst hat die Auszeichnung noch nie erhalten. Einige Male sei die Filsumerin in der Vergangenheit vorgeschlagen worden, gereicht habe es aber nie. Agnes Meyer hat Mitte der 1980er-Jahre zusammen mit ihrem Mann Andree den Jugendkreis in der Kirchengemeinde Filsum gegründet und wenige Jahre später das Jugendzentrum wieder aufgebaut. Ab 2005 sorgte sie 15 Jahre für die Seniorennachmittage beim Deutschen Roten Kreuz in Filsum. Heute leitet Agnes Meyer zusammen mit ihrem Mann einen Feinkostladen in der Gemeinde.

Agnes Meyer steht aber sowieso „leidenschaftlich gerne am Mikrofon“. Die Moderationsrolle, die sie jedes Jahr einnehmen darf, ehre sie am meisten. „Ich mache das immer aus dem Bauch heraus und am liebsten ohne Zettel in der Hand“, sagt sie.

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