Emden  Rathausplatz wird für Engelkemarkt gesperrt

| | 13.11.2025 18:04 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das gab es bisher nur einmal im Jahr 2019: Sperrung zwischen Delfttreppe und Stadtgarten. Foto: Friedrich Doden/Archiv
Das gab es bisher nur einmal im Jahr 2019: Sperrung zwischen Delfttreppe und Stadtgarten. Foto: Friedrich Doden/Archiv
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Jetzt doch: Der Engelkemarkt in Emden rückt wieder ans Wasser. Doch die Gründe sind keine maritimen.

Emden - Viele Jahre lang hatten die damaligen Organisatoren des Engelkemarkts in Emden darum gekämpft, dass der Weihnachtsmarkt direkten Zugang zum Wasser bekommt. Nur einmal hat es bisher geklappt, als im Jahr 2019 dafür der Rathausplatz für den Autoverkehr gesperrt wurde. Nun soll es wieder so kommen. Doch der Hintergrund für die Sperrung ist ein anderer. Jetzt führt die Stadt Emden als neuer Ausrichter des Weihnachtsmarkts die Sicherheit als Grund für die Sperrung an.

Durchfahrt gesperrt: der Rathausplatz 2019. Foto: Friedhelm Müller-Düring/Archiv
Durchfahrt gesperrt: der Rathausplatz 2019. Foto: Friedhelm Müller-Düring/Archiv

„Aus Sicherheitsgründen muss der Rathausplatz zwischen Otto-Huus und Rathaus während der gesamten Marktzeit für den Autoverkehr gesperrt werden“, schreibt die Stadt Emden in einer Pressemitteilung. Die Sperrung werde auch bereits ab kommenden Montagmorgen, 17. November 2025, gegen 8 Uhr eingerichtet, wenn die finale Aufbauphase des Marktes startet. Die Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge sei dabei zu jeder Zeit gewährleistet.

„Sperrung unumgänglich“

Mit der Entscheidung für die über sieben Wochen andauernde Vollsperrung bis zum Elführtje an Silvester setze die Stadt Emden neuen Sicherheitsauflagen für Großveranstaltungen um, heißt es weiter. In die Aktualisierung des Sicherheitskonzepts mit modernen Schutzmaßnahmen habe die Stadt rund 400.000 Euro investiert, schreibt Stadtsprecherin Theda Eilers. „Die Sperrung ist unumgänglich, um den Marktbereich umfassend abzusichern.“

Die Stadt Emden bittet um Verständnis für diese Maßnahme, die „ausschließlich der Sicherheit aller Gäste und Beteiligten“ diene. Auch wenn es keine hundertprozentige Sicherheit gebe, so Jann Tunder als Organisator des Engelkemarkts, „mit den neuen Maßnahmen schaffen wir die bestmöglichen Voraussetzungen für ein friedliches und stimmungsvolles Adventserlebnis in der Emder Innenstadt“. Für Besucherinnen und Besucher von außerhalb werden die Wege zum Weihnachtsmarkt noch gesondert gekennzeichnet.

Iglus statt Autos

Für den gewonnenen, neuen Veranstaltungsplatz haben die Organisatoren auch Neues in petto. Zwischen Stadtgarten und Delfttreppe sollen drei gläserne Iglus aufgestellt werden. Die mit Deko ausgestatteten „Winter-Domes“ böten einen „exklusiven Blick über den Delft“ und können ab dem 18. November 2025 gemietet werden. Platz ist darin für sechs bis zwölf Personen.

Gläserne Iglus statt Buden: Sie sollen auf den Rathausplatz. Foto: Stadt Emden
Gläserne Iglus statt Buden: Sie sollen auf den Rathausplatz. Foto: Stadt Emden
Die „Domes“: Von drinnen soll es einen exklusiven Blick über den Delft geben. Foto: Stadt Emden
Die „Domes“: Von drinnen soll es einen exklusiven Blick über den Delft geben. Foto: Stadt Emden

Gleich nach dem Totensonntag kann der Engelkemarkt beginnen. Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) startet das Fest am 24. November 2025 mit dem Knopfdruck zum Anleuchtfest um 17 Uhr. Vom Autoverkehr wird er dabei nicht gestört werden. Der ist mit der Neuregelung und der Neutorstraßen-Baustelle mindestens während des Weihnachtsmarkts vollends aus dem Innenstadtkern verbannt. Voraussichtlich sogar bis zum Abschluss der Straßensanierung.

Vorher Bedenken wegen des Verkehrsflusses

Bevor es die neuen Sicherheitsauflagen für Großveranstaltungen gab, hatte die Stadt Emden im Übrigen noch entschieden gegen eine Rathausplatz-Sperrung argumentiert. Zuletzt hieß es im Jahr 2022, dass es „gegenwärtig an einem tragfähigen Konzept mangele, das derartige Einschränkungen im öffentlichen Verkehrsraum rechtfertigt“, hatte Stadtsprecher Eduard Dinkela seinerzeit mitgeteilt. Von Hütten vom Delft bis zum Hafentor war damals die Rede. Jetzt werden es eben drei Iglus.

Und noch etwas hatte zuvor eine Vollsperrung des Platzes auf Antrag der „Werbegemeinschaft Schaufenster Emden“ verhindert: Die Stadt hatte vor allem Bedenken mit Blick auf den Autoverkehr in der Innenstadt. Sie verwies 2022 auf die Einbahnstraßenregelung in der Neutorstraße, die bei einer Rathausplatz-Sperrung zu Störungen in den umliegenden Gebieten führen könnte. Doch dieses Verkehrsexperiment ist längst Geschichte. Die Neutorstraße ist seit Anfang Oktober 2025 wegen der Sanierung autofrei und wird es womöglich bis zum Jahr 2028 bleiben.

Sichtbare Spuren eines Verkehrsunfalls im Dezember 2024: Hier hatte ein Auto die Weihnachtsbude touchiert. Foto: Mona Hanssen/Archiv
Sichtbare Spuren eines Verkehrsunfalls im Dezember 2024: Hier hatte ein Auto die Weihnachtsbude touchiert. Foto: Mona Hanssen/Archiv

Es braucht dabei keine Terroranschläge, um eine Vollsperrung zwischen Delfttreppe und Stadtgarten bei der Großveranstaltung zu rechtfertigen. Im vergangenen Jahr war es zu einem Unfall gekommen, bei dem ein Auto eine Absperrung und die Rückwand der Imbissbude am Stadtgarten touchiert hatte. Auch anlässlich dieses Verkehrsunfalls war wieder die Sicherheitsfrage für den Engelkemarkt gestellt worden.

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