Leer Kommandeurin erinnert sich an Weihnachtstraditionen
In der Serie „Früher war mehr Lametta“ lesen Sie von Weihnachtserinnerungen bekannter Personen aus dem Kreis Leer. Den Anfang macht die Kommandeurin der Soldaten in Leer, Dr. Mascha-Christine Groß.
Leer - Der Advent ist für viele eine besinnliche Zeit mit Kerzenschein, Vorfreude, aber auch Erinnerungen an vergangene Feste. In unserer Adventsserie „Früher war mehr Lametta“ öffnen bekannte Personen aus dem Kreis Leer ihr persönliches Weihnachtsalbum – und erzählen von Momenten, die sie bis heute begleiten.
Den Anfang macht die Kommandeurin des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst (SES) „Ostfriesland“, Frau Oberstarzt Dr. Mascha-Christine Groß. Sie leitet die Evenburg-Kaserne in Leer. Sie wohnt im Kreis Ammerland mit ihrem Mann und zwei Kindern.
Erst nach dem Krippenspiel kann Weihnachten gefeiert werden
„Einen Tag vor Heiligabend hat mein Vater immer den Weihnachtsbaum aufgestellt. Meine Mutter hat ihn dann nachts, als wir Kinder bereits im Bett lagen, festlich geschmückt“, erzählt Dr. Mascha Groß. In ihrer Kindheit hat es an Weihnachten eine Menge Traditionen gegeben, an die sich sich gern erinnert: „Gegen Mittag am 24. Dezember bin ich mit meinem Vater und meiner Schwester zuerst zu meiner Ur-Oma gefahren und dann zu meinen Großeltern mütterlicherseits. Wir haben auf Blockflöten Weihnachtslieder vorgespielt und uns dann gegenseitig beschenkt.“ Ihre Mutter sei zuhause geblieben und habe dekoriert und gekocht.
Es gibt auch Traditionen, die sich bis heute gehalten haben, erklärt die Kommandeurin: „Gemeinsam als Familie sind wir dann später in die Kirche gegangen. Das Krippenspiel anzusehen, gehört noch heute zu einer wichtigen Weihnachtstradition für mich. Erst danach kann Weihnachten gefeiert werden.“ Die Kerzen am Weihnachtsbaum wurden erst im Anschluss angezündet. Ein wichtiger Punkt: „In meiner Kindheit gab es noch echte Kerzen im Weihnachtsbaum“, so Groß.
Keine Geschenkeschlacht unter dem Baum
Erst nach dem Essen war dann endlich die große Bescherung. „Dafür wurden wir Kinder immer noch mal in unser Zimmer geschickt. Wir durften erst wieder ins Wohnzimmer zurückkommen, wenn wir das Glöckchen klingeln hörten“, erinnert sich Groß. Dann lagen die Geschenke schön verpackt unterm Weihnachtsbaum. „Wir mussten uns dann aber immer noch gedulden. Es wurden Weihnachtslieder gemeinsam gesungen. Manchmal haben meine Schwester und ich auch noch mal was auf der Blockflöte vorgespielt“, erzählt Groß. Danach hatte die Anspannung aber ein Ende: die Bescherung stand an. „Damals war die Bescherung aber keine Geschenkeschlacht unterm Weihnachtsbaum mit jeder Menge Geschenkepapiermüll“, sagt sie.
Es habe nicht so viele Geschenke gegeben, „aber die Spielsachen, die man bekam, hatte man sich schon lange sehr sehnlich gewünscht und darauf gehofft.“ Das Geschenkpapier sei vorsichtig geöffnet und für eine nächste Gelegenheit aufgehoben worden. „Schon damals war man auf diese Weise, wenn man so will, sehr nachhaltig“, sagt sie. Der Grund lag aber eher darin, dass ihre Eltern generell nicht so gerne alles einfach wegschmeißen wollten. „Der Weihnachtsabend wurde dann gemütlich fortgesetzt. Wir Kinder spielten mit unseren neuen Spielsachen und meine Eltern sahen uns dabei zu, unterhielten sich, räumten auf. Ich erinnere mich sehr gerne an das Weihnachtsfest meiner Kindheit“, sagt die Kommandeurin.