Sanierung  Bald ohne Gummistiefel zum Emder Schwanenteich?

| | 07.01.2026 10:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wenn es geregnet hat, sollte man am Schwanenteichgelände besser mit Gummistiefeln unterwegs sein. Foto: Stephanie Tomé
Wenn es geregnet hat, sollte man am Schwanenteichgelände besser mit Gummistiefeln unterwegs sein. Foto: Stephanie Tomé
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Schon 2021 konnten Bürger in Emden ihre Wünsche für den Schwanenteich äußern. Jetzt gibt es Anzeichen dafür, dass sich die Lage tatsächlich bald verbessert.

Emden - Nasse Wiesen, matschige Wege und Spaziergänge nur mit Gummistiefeln: Das denkmalgeschützte Schwanenteichgelände im Emder Herrentorviertel ist seit Jahren ein Sorgenkind. Damit soll nun Schluss sein. Das Gelände soll trockengelegt werden. Die Stadt plant, mit der Sanierung der historischen Parkanlage in der ersten Jahreshälfte 2026 zu starten. Das teilte die Verwaltung jetzt auf Nachfrage mit. Die Ausschreibung für die Arbeiten ist bereits veröffentlicht, die Stadt sieht sich im Zeitplan.

Das Schwanenteichgelände ist auch im Winter bei Spaziergängern beliebt. Foto: Mona Hanssen
Das Schwanenteichgelände ist auch im Winter bei Spaziergängern beliebt. Foto: Mona Hanssen

Das rund vier Fußballfelder große Areal am Wall gehört zu den beliebtesten Grünflächen der Stadt, leidet jedoch massiv unter Staunässe. Ursache sind unter anderem ein hoher Grundwasserstand sowie salzhaltiges Brackwasser aus dem benachbarten Roten Siel. Hinzu kommt, dass die Uferkanten der beiden Teiche teilweise beschädigt sind, sodass zusätzlich Wasser auf die Rasenflächen läuft. Bei Regen ist ein Spaziergang durch den Park deshalb häufig nur eingeschränkt möglich.

Pfützen wie diese sollen bald der Vergangenheit angehören. Foto: Stephanie Tomé
Pfützen wie diese sollen bald der Vergangenheit angehören. Foto: Stephanie Tomé

Was genau wird gemacht?

Kern der Sanierung ist daher die Verbesserung der Entwässerung. Ziel ist es, überschüssiges Wasser künftig kontrolliert abzuleiten und die Flächen dauerhaft nutzbar zu machen. Dazu werden die Wiesenflächen entwässert und die Zu- und Abläufe der Teiche verbessert. Auch die Teicheinfassungen werden saniert, um ein weiteres Überlaufen zu verhindern. Für eine funktionierende Drainage wird die gesamte Parkanlage um etwa 30 Zentimeter erhöht. Das überschüssige Wasser soll dann ähnlich wie bei Sportanlagen in anliegende Gräben und unterirdische Leitungen abgeführt werden. Die beiden Teiche sollen mit langlebigen Betonwinkelstützen eingefasst werden, damit die Uferlinie anschließend wieder dem historischen Vorbild entspricht.

Winteridylle am Schwanenteich. Foto: Mona Hanssen
Winteridylle am Schwanenteich. Foto: Mona Hanssen

Darüber hinaus ist vorgesehen, die Wege im Park zu erneuern. Sie sollen künftig wieder barrierefrei und dauerhaft begehbar sein. Geplant ist, die Hauptwege zu asphaltieren, Nebenwege mit Splitt und Schotter zu beschichten und alle Wege – wie historisch üblich – mit Klinkern einzufassen. Damit soll nicht nur die Nutzung verbessert, sondern auch der ursprüngliche Charakter der Anlage bewahrt werden.

45 Bäume sollen gefällt werden

Ein weiterer Bestandteil der Sanierung ist die Baum- und Grünplanung. Bereits in den vergangenen Jahren hatte sich gezeigt, dass viele teils schon 80 Jahre alte Bäume unter den feuchten Standortbedingungen leiden. Insgesamt sollen – wie bereits 2025 politisch beschlossen – 45 teils stark vorgeschädigte Bäume gefällt und durch 36 standort- und klimaangepasste Arten ersetzt werden. Ergänzt wird dies durch weitere Baumpflanzungen, um das Gelände langfristig ökologisch aufzuwerten.

Teilweise sind die Bäume auf dem Gelände rund 80 Jahre alt. Sie sollen durch Neuanpflanzungen ersetzt werden. Foto: Stephanie Tomé
Teilweise sind die Bäume auf dem Gelände rund 80 Jahre alt. Sie sollen durch Neuanpflanzungen ersetzt werden. Foto: Stephanie Tomé

Auch die beliebte Boule-Anlage soll neu angelegt werden. Hinzu kommen neue Leuchten, Sitz- und Liegemöbel sowie Mülleimer. Der Sonnenhang zum Roten Siel wird zu einer Liegewiese abgeflacht, der Bereich „Fettens Garten“ nach historischem Vorbild wiederhergestellt.

Schon 2021 durften Bürger Ideen einreichen

Bereits im März 2021 hatte die Stadt dazu aufgerufen, Ideen und Anregungen für eine Umgestaltung der Anlage einzureichen. Das Interesse war groß: Etwa 300 Menschen beteiligten sich binnen acht Tagen an dem Aufruf. Die Ideen und Anregungen flossen in einen Wettbewerb für Landschaftsarchitekten ein. 2022 wurden dann konkrete Sanierungspläne vorgestellt, die nach einer Ausschreibung im Jahr 2023 dann doch wieder zurückgestellt wurden, weil das vorhandene Geld für die Pläne nicht reichte.

Hundebesitzer gehen gerne am Schwanenteich spazieren. Foto: Mona Hanssen
Hundebesitzer gehen gerne am Schwanenteich spazieren. Foto: Mona Hanssen

Die Sanierung soll rund eine Million Euro kosten und jeweils zu einem Drittel von Stadt, Land und Bund als Städtebaufördermittel der Erneuerungsmaßnahme „Grünes Band Emden“ finanziert werden. Im Rahmen dieser Maßnahme war bereits die Wallanlage attraktiver gemacht worden – mit einem „Mühlen-Spielplatz“ und einer Fitness-Anlage. Auch der Stephansplatz-Park wurde erneuert. Mit dem Schwanenteich, dem teuersten der Projekte, wird die Maßnahme abgeschlossen.

Wann wird alles fertig sein?

Die Planungen für das Schwanenteichgelände wurden zuletzt im Mai 2025 im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz vorgestellt. Änderungen im Vergleich zu früheren Entwürfen betreffen laut Stadt lediglich Detailaspekte. Das Grundkonzept bleibt bestehen.

Nach erfolgreicher Vergabe der Arbeiten will die Verwaltung die Maßnahmen und den genauen Ablauf schon bald öffentlich vorstellen. Wenn alles nach Plan läuft, könnte das Schwanenteichgelände spätestens im Sommer 2027 wieder in neuem – und vor allem trockenerem – Zustand genutzt werden.

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