Hochzeit in Emden Liebe im Alter – und das Medienecho danach
Erst Ostfriesen-Zeitung, dann Bild, DPA und RTL: Ellen (80) und Johan (78) werden wegen ihres Liebesglücks zu Medienstars. Ihr Motto: Die Welt braucht gute Nachrichten.
Emden/Hage - Es ist eine Liebesgeschichte, die man sich kaum ausdenken kann, die von ganz besonderen Protagonisten lebt und jetzt auch einen großen Medienrummel ausgelöst hat. Nachdem die Ostfriesen-Zeitung über die Blitzhochzeit von Ellen Schmitz-van Dijk (80) und Johan van Dijk (78) in Emden berichtet hatte, stand bei dem Paar das Telefon nicht mehr still. Alle wollten von dem jungen Liebesglück im hohen Alter berichten. Und die beiden erzählten ihre Geschichte den großen Boulevardblättern wie auch dem Fernsehen so offenherzig wie zuvor dieser Redaktion.
„Als die Bild-Zeitung anrief, haben wir uns erst einmal erschrocken und uns gefragt: Wollen wir das wirklich?“, sagt Ellen Schmitz-van Dijk. „Aber Johan sagt, zurzeit gibt es wieder so viele beunruhigende politische Situationen, die den Menschen große Angst machen, dass sich vermutlich viele Leute stattdessen über einen Bericht von einer kleinen Liebesgeschichte freuen möchten.“ Und so sagten die beiden der bundesweit erscheinenden Zeitung zu.
DPA, RTL und „De Stentor“ zu Gast
An einem Tag war der Bild-Redakteur mit einem Fotografen bei den beiden in Hage zu Besuch. Kurz darauf meldete sich die Deutsche Presse-Agentur (DPA) an. Via Ostfriesen-Zeitung kam die Anfrage von RTL-Nord für ein Samstagabend-Magazin. Die Redakteure gaben sich bei dem Paar beinahe die Klinke in die Hand. Schließlich rief auch Johans Heimat-Zeitung „De Stentor“ aus Apeldoorn an. Zunächst für einen Podcast. Der Zeitungsbericht soll noch folgen. „Den Redakteur kannte Johan noch“, sagt Ellen Schmitz-van Dijk. „Und weil das Wetter mit Schnee und Glätte so schlecht war, haben wir uns mit ihm auf halbem Weg in Emden getroffen.“ Mit ihm sind sie dann noch mal für ein Foto zum Standesamt gegangen, wo sie ihre junge Liebe am 12. Dezember 2025 besiegelt haben.
Jung deshalb, weil sich das Paar zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal drei Monate lang kannte. Für diejenigen, die den ersten Bericht nicht gelesen und von dem folgenden Medienrummel nichts mitbekommen haben, hier noch einmal die fantastische Geschichte in Kurzversion: Ellen Schmitz aus Hage und Johan van Dijk aus dem niederländischen Apeldoorn, beide verwitwet, waren nicht nur bereit für eine neue Liebe, sie waren auch aktiv auf der Suche danach – und das über ein Partnersucheportal im Internet.
Das Thema Sex im Alter
Erst schrieben sie sich unentwegt Mails hin und her, zwei Tage später lud Ellen Johan zu sich nach Hause ein. Schon beim Abholen auf dem Bahnhof in Norden hatte es zwischen den beiden gefunkt. Und als der Abend nach langen Gesprächen anbrach, war klar, dass Johan nicht mehr im Gästezimmer übernachten musste. „Sexualität im Alter? Das endet nie, sagt man“, sagt Ellen dieser Redaktion. „Und sie haben alle recht.“
Diese Zweisamkeit wollte Ellen jetzt nicht mehr missen. Damit es nicht bei einem One-Night-Stand bleibt, fasste sie Mut und machte ihrem Johan einen Heiratsantrag. Der zögerte nicht und sagte unmittelbar Ja. Das war am 15. September 2025. Einen Monat später brach Johan van Dijk seine Zelte in Apeldoorn ab und zog nach Hage. Der von der Stadt Emden ausgelobte 12. Dezember 2025 als besonderes Hochzeitsdatum im festlich geschmückten Trauzimmer kam den beiden gerade recht. Sie buchten und trauten sich schließlich, nicht ohne es vorher noch einmal an Dramatik fast auf die Spitze zu treiben. Eine kurze voreheliche Krise ließ den Hochzeitstermin beinahe platzen.
Ellen verteidigt ihre Offenheit
Ellen Schmitz-van Dijk geht sehr offen mit ihrem Liebesglück um. Gegenüber der Boulevard-Medien schildert sie insbesondere die erste Liebesnacht in den höchsten Tönen. Das passt nicht jedem. So manche Freunde und Bekannte hätten die Einladung zu einer späteren Hochzeitsfeier nun ausgeschlagen. „Das belastet mich etwas“, sagt Ellen Schmitz-van Dijk. „Wir haben aber das Richtige getan und ich freue mich jetzt noch über meinen Mut, Johan gefragt zu haben“, sagt die 80-Jährige. „Das ist ja sonst eher Sache des Mannes. Und worauf hätten wir warten sollen? Haben wir wirklich noch viele Jahre, um uns kennenzulernen?“
Auch ihre Offenheit gegenüber den Medien verteidigt Ellen Schmitz-van Dijk jetzt noch einmal ausdrücklich. Die Aufmerksamkeit habe beide „gewaltig gefreut“. „Aber jetzt sagt auch Johan, es ist genug.“
Lieber planen sie jetzt die nächsten Reisen, haben inzwischen schon ein schönes Stammlokal gefunden, lassen es sich gut gehen. Ihre Hochzeitsreise verbrachten die beiden in Bad Zwischenahn und auf Juist. Sie planen schon die nächsten Reisen. Silvester möchte Ellen Schmitz-van Dijk noch einmal mit einem Aida-Kreuzfahrtschiff zu den Kanaren oder Madeira reisen, wo sie schon einmal das „atemberaubendste Feuerwerk der Welt“ gesehen hat. Kaum vorstellbar, dass ihr Johan dazu Nein sagen würde.