TuS Pewsum oder SV Großefehn?  8:8-Unentschieden in der Bezirksliga-Meisterumfrage

| | 04.03.2026 13:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Enger Zweikampf: Der TuS Pewsum (grünes Trikot Eric Gwosdenko) und der SV Großefehn (weißes Trikot Ralf Aden) liefern sich ein Duell um die Meisterschaft. Foto: Jens Doden/Blomberg
Enger Zweikampf: Der TuS Pewsum (grünes Trikot Eric Gwosdenko) und der SV Großefehn (weißes Trikot Ralf Aden) liefern sich ein Duell um die Meisterschaft. Foto: Jens Doden/Blomberg
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In der Fußball-Bezirksliga geht das spannendste Titelrennen der vergangenen Jahre weiter. Wie ordnen die Trainer das Meisterrennen zwischen Pewsum und Großefehn ein?

Ostfriesland - An wen darf Staffelleiter Frank Schulte am Samstag, 6. Juni, nach dem letzten Spieltag die Bezirksliga-Meisterschale überreichen? An den TuS Pewsum oder an den SV Großefehn? An Kapitän Malte Risto (TuS) oder Spielführer Ralf Aden (SVG)? Vor der Saison waren die beiden Klubs schon die absoluten Titelfavoriten – dieser Rolle wurden beide Mannschaften in der Hinserie vollauf gerecht. Mehr noch: Die Titelanwärter „flogen“ quasi durch die Hinrunde und blieben jeweils ungeschlagen. Vor dem kompletten Rückrunden-Start an diesem Wochenende lautete die Frage unserer Meisterumfrage unter allen 16 Trainern: Pewsum oder Großefehn?

Vor der Saison waren Mehrfach-Nennungen noch möglich. Da hieß es 15:14 für Großefehn, zudem erhielt der TuS Middels drei Stimmen. Auch diesmal wurde es zwischen den beiden Favoriten wieder ein enges Umfragerennen. Acht der Bezirksliga-Trainer tippten nun auf den Tabellenführer und Wintermeister TuS Pewsum, acht glauben an eine Meisterschaft des SV Großefehn. Die große Umfrage endet also mit einem 8:8-Unentschieden. Hier war ein Remis möglich. Tatsächlich Meister werden kann am Saisonende aber nur ein Team.

Jonas Petersen ist für seine aktibische und moderne Art als Trainer bekannt. Foto: Jens Doden/Emden
Jonas Petersen ist für seine aktibische und moderne Art als Trainer bekannt. Foto: Jens Doden/Emden

Petersen erwartet schwierigere Rückrunde

Der junge, aber schon erfahrene TuS-Trainer Jonas Petersen ist für sachliche Arbeit und nicht für markige Sprüche bekannt. Daran hielt er sich natürlich auch im Gespräch mit unserer Zeitung. Doch auch er musste sich natürlich entscheiden. Er tippte selbstredend auf den TuS Pewsum und wurde dann auch nach einem kurzen Warum gefragt. „Wir sind am Ende hoffentlich vorne, weil wir eine junge und hungrige Mannschaft sind. Ein kleiner Vorteil für uns könnte auch sein, dass wir schon zwei Spiele mehr absolviert haben und so die sechs Punkte vorne sind. Die Spiele müssen ja erst gespielt werden.“

Die Krummhörner konnten bereits 18 von 30 Spielen absolvieren. 16 Siege, zwei Remis und ein Torverhältnis von 64:8 lautet die starke Zwischenbilanz. Die des SV Großefehn in seinen 16 Spielen ist nicht minder beeindruckend: 14 Siege, zwei Remis und 55:11 Tore. Die Fehntjer müssen noch die ausgefallenen Spiele in Westrhauderfehn (4. April, Ostersamstag) und in Hinte (23. Mai, Pfingstsamstag) nachholen. „Aber für uns und für Großefehn gilt: Die Rückserie wird schwieriger, wir werden da beide nicht ohne Niederlage durchmarschieren. Die Gegner lernen auch dazu. Beide Teams haben auch noch einige Brocken vor sich, bei denen man auch mal nicht dreifach punktet“, ergänzt Jonas Petersen. Sein Team trifft am Sonntag auf den SV Wallinghausen, tags zuvor gastiert der SVG in Norden.

Dirk Frerichs (vorne) und der TuS Pewsum haben bereits sechs Punkte mehr als Hauke Booms (dahinter) und der SV Großefehn, aber auch schon zwei Partien mehr bestritten. Foto: Jens Doden/Blomberg
Dirk Frerichs (vorne) und der TuS Pewsum haben bereits sechs Punkte mehr als Hauke Booms (dahinter) und der SV Großefehn, aber auch schon zwei Partien mehr bestritten. Foto: Jens Doden/Blomberg

Bi Le Tran glaubt an „eingeschworene Truppe“

Zwar ist Bi Le Tran mit seinen 34 Jahren etwas älter als der 29-jährige Jonas Petersen, aber auch noch ein sehr junger Coach. Bei seiner ebenfalls ersten Herrenstation wirkt er ähnlich wie sein Pewsumer Kollege nicht als Lautsprecher, sondern besonnener Taktgeber. In dem familiären Umfeld in Großefehn kann er ruhig arbeiten – und erfolgreich. In der Corona-Saison 2021/2022 übernahm Bi Le Tran das Team in der Winterpause, führte es noch zu Platz eins in der Abstiegsrunde.

In den folgenden drei Jahren folgten die Liga-Plätze zwei, drei und zwei. Und nun Rang eins? „Wir werden am Ende vorne stehen, weil wir eine eingeschworene Mannschaft sind, die auch in den vergangenen Jahren nah dran war und nun an der Reihe ist“, begründete Bi Le Tran seine verständliche „Selbststimme“. Aber: „Es wird ein sehr enges Rennen.“

SVG-Trainer Bi Le Tran mischt seit Jahren in der Bezirksliga-Spitzengruppe mit. Foto: Heiner Steenhoff
SVG-Trainer Bi Le Tran mischt seit Jahren in der Bezirksliga-Spitzengruppe mit. Foto: Heiner Steenhoff

Direktes Duell Mitte April

Das sehen auch die Trainerkollegen so, wie das knappe Umfragen-Ergebnis von 8:8 verdeutlicht. Die „Pewsum-Tipper“ sehen beim TuS leichte Vorteile in spielerischer Hinsicht und in der Kaderbreite, die aber sicher auch der SV Großefehn vorzuweisen hat. Für den SVG spricht etwas mehr die Erfahrung und Altersmischung innerhalb der Mannschaft.

Am Wochenende nun wird das spannende Titelrennen fortgesetzt. Vier Spieltage später kommt es zum direkten Duell in Pewsum. Das Hinspiel in Großefehn vor mehr als 600 Zuschauern endete torlos. Diesmal könnten am Samstag, 11. April, noch mehr Zuschauer kommen. Und es könnte möglicherweise eine kleine Vorentscheidung fallen, wem Staffelleiter Frank Schulte nach dem letzten Spieltag am 6. Juni die Meisterschale überreicht – dem TuS Pewsum oder dem SV Großefehn?

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