Baustart  Der Pfahlbau im Hafen Wangerooge ist bereits Vergangenheit

| | 07.03.2026 12:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Rückbau der Holzkonstruktion markiert den sichtbaren Start der Modernisierung des Inselversorgungshafens. Bild: Bokeloh/NPorts
Der Rückbau der Holzkonstruktion markiert den sichtbaren Start der Modernisierung des Inselversorgungshafens. Bild: Bokeloh/NPorts
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Am Hafen Wangerooge haben die Arbeiten zur Erneuerung des Anlegers begonnen. Das sind die Pläne.

Wangerooge/Norddeich - Im November 2025 deutete es sich schon an: Es geht demnächst rund am Westanleger Wangerooge. Vor dem Wintereinbruch hatte der landeseigene Hafenbetreiber NPorts dort noch schnell eine Plattform für Werkstatt- und Baucontainer gebaut, Versorgungsleitungen verlegt und ein sturmflutsicheres Plateau für die Container geschaffen.

Wie NPorts am 4. März mitteilte, werden gerade in einem ersten Schritt die Pfahlbauten am Anleger abgerissen – an dieser Stelle soll anschließend ein hochwassersicheres Hafenbetriebsgebäude gebaut werden.

Startschuss für den Hafenumbau Wangerooge

Das wird auch den Reisenden Schutz bieten können, die am Anleger Wartezeiten überbrücken, bis Schiff und/oder Inselbahn für sie bereitstehen. Das Gebäude wird künftig auch durch N-Ports genutzt. Es ist vorgesehen, dort Platz für Schiffsmeldestelle, Werkstatt, Salzlager und Garage für Hafenbetriebsfahrzeuge zu schaffen.

Blick über das Hafengelände: Der Bereich wird mit einem neuen Betriebsgebäude bebaut, auch der Anleger selbst wird modernisiert. Bild: Weeken/NPorts
Blick über das Hafengelände: Der Bereich wird mit einem neuen Betriebsgebäude bebaut, auch der Anleger selbst wird modernisiert. Bild: Weeken/NPorts

„Der Rückbau der bisherigen Pfahlbauten am Anleger ist der Startschuss für unser Zukunftsprojekt auf Wangerooge“, sagt Anja Bokeloh von der NPorts- Niederlassung Norden. „Diese Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende der kommenden Woche abgeschlossen sein.“ Im nächsten Schritt erfolgt eine Kampfmittelsondierung des Geländes – auf Wangerooge waren am 25. April 1945 kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges beim Luftangriff der Alliierten mehr als 6000 Bomben niedergegangen. Bis heute besteht die Gefahr, dass unentdeckter Sprengstoff im Boden schlummert.

Spundwand schützt die Düne

Für die weiteren Arbeiten wird NPorts eine sogenannte Sandfang- beziehungsweise Spundwand entlang der Düne errichten, teilt Anja Bokeloh mit.

Auswirkungen auf die Inselversorgung und den Fährbetrieb gibt es laut NPorts nicht. „Der Anleger bleibt während des jetzigen Bauabschnitts zugänglich, die Inselbahn fährt regulär“, so Bokeloh. „Gerade mit Blick auf die bevorstehenden Osterferien haben wir unsere Abläufe so organisiert, dass Gäste sicher und ohne Einschränkungen vom Schiff zur Bahn und zurück gelangen. Der Gefahrenbereich ist abgesperrt und wir stimmen uns eng mit der Deutschen Bahn sowie allen Beteiligten vor Ort ab.“

Die Arbeiten am ehemaligen Hafenbetriebsgebäude auf Wangerooge sind voll im Gange. Bild: Bokeloh/NPorts
Die Arbeiten am ehemaligen Hafenbetriebsgebäude auf Wangerooge sind voll im Gange. Bild: Bokeloh/NPorts

Bis auf weiteres keine öffentlichen Toiletten

Während der Bauzeit stehen im Hafenbereich keine öffentlichen Toiletten zur Verfügung. Gäste müssen die sanitären Anlagen an Bord der Fähren zu nutzen.

Nach Abschluss der vorbereitenden Maßnahmen ist für die zweite Jahreshälfte 2026 der Beginn der Rohbauarbeiten für das neue Hafenbetriebsgebäude vorgesehen. Anschließend wird NPorts die Hafenanlagen umbauen und die Deutsche Bahn bahnseitige Infrastrukturen anpassen. Die Kosten beziffert NPorts mit 21 Millionen Euro.

So wird das neue Hafenbetriebsgebäude aussehen. Grafik: NPorts
So wird das neue Hafenbetriebsgebäude aussehen. Grafik: NPorts

Planungen warten seit 2012 auf Umsetzung

Bereits 2012 hatte NPorts die ersten Pläne für den Ausbau des Wangerooger Westanlegers zum vollwertigen Hafen vorgestellt. Als erster Schritt erfolgte 2014 der Bau des Hafendamms auf der früheren Buhne W, der den Schiffsanleger vor Wellenschlag schützen sollte. Der damalige niedersächsische Wirtschaftsminister und heutige Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) erklärte seinerzeit beim ersten Spatenstich, 2018 sollte die Lebensader der Insel umgebaut sein. Tatsächlich vergingen nochmal sieben Jahre, bis sich nun endlich am Westanleger etwas regt.

Auf Wangerooge wird das Projekt begrüßt. „Der Hafen ist das Eingangstor unserer Insel. Die Modernisierung ist ein wichtiges Signal für die Zukunft Wangerooges. Wir begrüßen, dass NPorts die Arbeiten frühzeitig abstimmt und alles daransetzt, Beeinträchtigungen für Gäste und Insulanerinnen und Insulaner so gering wie möglich zu halten“, wird Wangerooges Kurdirektorin Rieka Beewen zitiert.

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