Wochenmarkt Emden Wo sind all die Blumen hin?
Ein Pflanzenstand allein macht noch keinen Marktfrühling. Warum sich der Wochenmarkt-Besuch im Emder Stadtgarten trotzdem lohnt.
Emden – Es ist wieder so weit: Der Wochenmarkt in Emden zieht auf seinen Sommerplatz um. Ab Dienstag, 17. März 2026, findet der Markt wieder im Stadtgarten statt. Das aber gar nicht ganz so bunt, wie erwartet. Wiederum sucht die Stadt Emden nach Blumenhändlern, die auch Schnittblumen im Programm haben. Und auch Marktbeschicker aus der Gastronomie werden noch gesucht.
Zurzeit hält Pflanzenhändler Rolf de Vries aus Westerstede allein die Stellung auf dem Emder Wochenmarkt. Der Schwerpunkt seines Angebots aus der Gärtnerei in Westerstede liegt auf Blumenzwiebeln, Kräutern und Beerenobst, aber auch Frühblüher wie Narzissen und Stiefmütterchen. Auch Grünpflanzen bietet er an. Sein Anliegen: Gärten sollen wieder verstärkt Lebensräume für Tiere und Insekten bieten. Mit Schnittblumen hat der Händler, der erst seit Anfang 2025 in Emden dabei ist, weniger am Hut.
Bunte Sträuße nicht nur vom Marktoriginal
So gesehen würde ein Händler für bunte Sträuße noch gut ins Sortiment passen. Mit de Vries war auch Blumenhändler Jochen Jakobs aus Holtrop im Frühjahr 2025 auf dem Emder Wochenmarkt gestartet. Doch er hat sein Gastspiel aus dem „Garten Eden“, so der Name seines Unternehmens, bereits im Herbst desselben Jahres wieder beendet, wie Stadtsprecher Eduard Dinkela auf Nachfrage mitteilte.
Die Vorgänger-Betriebe haben da immer länger durchgehalten. Im Sommer 2025 hatte auch Vollrath Meyer aus Rechtsupweg zum letzten Mal seinen Blumen- und Pflanzenstand in Emden aufgebaut. Allerdings erst nach 50 Jahren Tätigkeit und im Rentenalter. Noch länger war nur das Marktoriginal Hayo de Wall aus Großefehn mit einer riesigen Blumenauswahl auf dem Markt, über 60 Jahre lang, bevor er 2024 aufgehört hat. Erst mit Gemüse, dann Topf- und Beetpflanzen, schließlich auch als Florist. Und Edeltraud Ambraß aus der Staudengärtnerei in Papenburg wird ebenfalls von vielen Kunden vermisst. Sie kam 46 Jahre lang mit Saisonpflanzen und in der Weihnachtszeit mit Kränzen nach Emden.
Echte Thüringer und Regionales
Neben neuen Blumenhändlern sucht die Stadt Emden außerdem noch nach Gastronomen, die zubereitete Speisen und Getränke zum Mitnehmen sowie für den Verzehr vor Ort auf dem Wochenmarkt verkaufen wollen. Aktuell hält auch in diesem Bereich nur einer die Stellung: Matthias Backhaus aus Gera mit seiner echten Thüringer Bratwurst vom Holzkohle-Grill.
Ansonsten lässt sich das Angebot des Emder Wochenmarkts sehen, wie die Stadt Emden aufzählt. Die Zahl der Händlerinnen und Händler variiere zwar nach Saison und Wochentag. Doch in der Regel gebe es alles aus der Fleischerei, Geflügel und Eier, Wildfleisch, Fisch, Gartenblumen und Kräuter, Käse, Obst, Kartoffeln und Gemüse sowie saisonal Spargel und Erdbeeren, Backwaren, Haushaltswaren, Wein und Bonbons, Antipasti und eben Bratwurst.
Es wird die zweite reguläre Sommersaison bis etwa Ende Oktober 2026, bis der Wochenmarkt auch wegen des Engelke-Markts wieder auf den Neuen Markt zurückkehren muss. Auch zum Matjes- und Delftfest muss der Wochenmarkt kurzzeitig wieder zurück auf den Neuen Markt. Erst im April 2025 hatte die Mehrheit der Marktbeschicker dem Vorschlag der Stadt zugestimmt, je nach Saison umzuziehen. Noch wirken manche Versorgungsleitungen für die Marktstände im Stadtgarten etwas improvisiert. Doch die Infrastruktur soll im Zuge der Innenstadtsanierung und insbesondere der Umgestaltung des Stadtgartens entsprechend angepasst werden. Das könnte bereits 2027 der Fall sein, wenn die Baumaßnahme im Stadtgarten wie geplant losgeht. Ob der Wochenmarkt dann erst einmal wieder das ganze Jahr über auf dem Neuen Markt bleibt, ist noch offen.