Feuerschiff Emdens schwimmendes Wahrzeichen ist verschwunden
Das Feuerschiff hat seinen Liegeplatz im Emder Ratsdelft für eine Routineuntersuchung verlassen. Kehrt es rechtzeitig zu den Matjestagen Ende Mai zurück?
Emden - Am Emder Ratsdelft fehlt derzeit ein vertrauter Anblick: Das Museumsfeuerschiff Amrumbank/Deutsche Bucht hat seinen Liegeplatz verlassen. Grund ist ein turnusmäßiger Werftaufenthalt, der für das historische Schiff alle fünf Jahre vorgeschrieben ist.
Mit Unterstützung eines Schleppers und von rund 14 Vereinsmitgliedern an Bord wurde das Feuerschiff am Montag, 4. Mai 2026, durch die Klappbrücke zur Emder Werft und Dock GmbH gebracht. Dort steht nun der sogenannte Docktermin an – vergleichbar mit dem TÜV beim Auto, wie Vereinsvorsitzender und Kapitän Gerhard Janssen erklärt.
Schiffsrumpf auf dem Prüfstand
Im Mittelpunkt der Arbeiten steht die technische Überprüfung des Schiffsrumpfes. Dabei wird mittels einer Schallmessung kontrolliert, wie stabil die Stahlhülle des mehr als 100 Jahre alten Schiffes noch ist. „Der Rumpf wird dabei gewissermaßen abgeklopft, um festzustellen, wie dick er noch ist“, sagt Janssen. Die Maßnahme ist Teil der Auflagen der Berufsgenossenschaft Verkehr.
Alle Arbeiten, die im Wasser erledigt werden konnten, seien bereits abgeschlossen. „Es ist alles in Ordnung“, berichtet der Vorsitzende. Wenn keine unerwarteten Schäden auftreten, soll das Feuerschiff bereits am Mittwoch, 13. Mai 2026, an seinen Liegeplatz im Ratsdelft zurückkehren – rechtzeitig vor den Emder Matjestagen Ende Mai.
Schwimmendes Wahrzeichen mit Geschichte
Die Amrumbank/Deutsche Bucht wurde zwischen 1914 und 1918 auf der Meyer-Werft in Papenburg gebaut. Insgesamt 65 Jahre lang war das Feuerschiff in der Deutschen Bucht im Einsatz und wies der Schifffahrt zuverlässig den Weg durch eines der meistbefahrenen Seegebiete der Nordsee. Seit dem 2. August 1984 liegt das Schiff dauerhaft im Emder Ratsdelft.
Heute dient das ehemalige Arbeitsschiff als schifffahrtsgeschichtliches Museum. An Bord befinden sich zudem ein Museum zur Seezeichentechnik, ein maritim gestaltetes Kajütenrestaurant, eine Funkstation des Deutschen Amateur-Radio-Clubs sowie ein offizielles Trauzimmer des Emder Standesamtes. Für viele Emderinnen und Emder ist das rote Schiff damit ein Stück Stadtgeschichte auf dem Wasser.