Lebensmitteleinzelhandel Tante Enso erhält Freigabe für Kauf von 36 Tegut-Märkten

dpa
|
Von dpa
| 11.06.2026 11:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Handelskonzern Migros trennt sich von seiner Supermarktkette Tegut. (Archivbild) Foto: Malin Wunderlich
Der Handelskonzern Migros trennt sich von seiner Supermarktkette Tegut. (Archivbild) Foto: Malin Wunderlich
Artikel teilen:

Die Supermärkte von Tegut stehen zum Verkauf. Für einen Teil davon ist die Zukunft nun geklärt. Das Kartellamt hat grünes Licht gegeben.

Die Smart-Store-Kette Tante Enso darf 36 Tegut-Supermärkte von der Genossenschaft Migros Zürich übernehmen. Das Bundeskartellamt hat den Erwerb freigegeben. Die betroffenen Standorte befinden sich überwiegend in ländlichen Regionen in Hessen, Thüringen und Nordbayern. Der bisherige Tegut-Eigentümer hatte im März angekündigt, sich aus Deutschland zurückzuziehen und die Kette verkaufen zu wollen.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt begründete die Entscheidung so: „Tante Enso verfügt bislang über eine vergleichsweise geringe Marktstellung im Lebensmitteleinzelhandel und ist vor allem in ländlichen Regionen tätig.“ Die Übernahme stärke einen kleineren Wettbewerber in einem Markt, der von wenigen großen Unternehmensgruppen geprägt werde. Zugleich könne sie die Nahversorgung in den betroffenen Regionen sichern.

Tante Enso veröffentlichte eine Liste der 36 Standorte – darunter Märkte in Marburg, Eschwege (beide in Hessen), Schweinfurt, Gerolzhofen (Bayern) und Sondershausen (Thüringen). Mit 16 entfällt der größte Teil auf Hessen.

Marke Tegut verschwindet

Das Unternehmen Tante Enso mit Sitz in Bremen betreibt deutschlandweit knapp 90 halbautomatisierte Mini-Supermärkte - vor allem im ländlichen Raum. 2025 setzte die Gruppe laut Kartellamt rund 40 Millionen Euro um. Die Märkte sind rund um die Uhr geöffnet, nur zu bestimmten Zeiten ist Personal vor Ort.

Tante Enso betreibt bereits zahlreiche Mini-Supermärkte in Deutschland, unter anderem in Wörlitz. (Archivbild) Foto: Heiko Rebsch/dpa
Tante Enso betreibt bereits zahlreiche Mini-Supermärkte in Deutschland, unter anderem in Wörlitz. (Archivbild) Foto: Heiko Rebsch/dpa

Die Marke Tegut soll aufgegeben werden. Unklar ist, wie viele Standorte bestehen bleiben. Rund 200 Tegut-Supermärkte will der Lebensmitteleinzelhändler Edeka übernehmen, die Rewe-Gruppe bis zu 40 Filialen. Die Transaktionen bedürfen ebenfalls der Zustimmung der Wettbewerbshüter. Bei Edeka läuft die Frist für das Hauptprüfverfahren noch bis Ende August, bei Rewe bis Ende September.

Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet. Anfang 2013 übernahm Migros die Kette, die in sechs Bundesländern vertreten ist. Die meisten Märkte befinden sich in Hessen. Laut Migros gibt es etwa 340 Tegut-Filialen, inklusive der 40 „Teo“-Minimärkte. Knapp 7.500 Menschen sind bei Tegut beschäftigt.

Ähnliche Artikel