Lesermeinung Plattdeutsch | Milch | VW

| 17.06.2026 13:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
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Bei der OZ reden die Leserinnen und Leser mit. Hier haben wir Leserbriefe der vergangenen Zeit gesammelt.

„Ist hier Mitleid angebracht?“

Ich habe den Bericht in der Ostfriesen-Zeitung mit Staunen und Verwunderung gelesen. Einerseits frage ich mich, warum dieser Bericht in der Ostfriesen-Zeitung veröffentlicht wurde. Ist hier Mitleid angebracht? Warum soll der Einwanderer eine Berufsausbildung absolvieren? Meiner Meinung nach ist eine Nettovergütung von 1.500 Euro für diese Arbeitsstelle bereits sehr hoch. Niemand zwingt ihn dazu, hierzubleiben. Außerdem frage ich mich, warum wir für die Erkrankung seiner Verwandten zuständig sein sollen. Wir haben bereits genug mit unserem Gesundheitssystem zu kämpfen. Hier sind einige Informationen über mich: Mit 15 Jahren habe ich eine Ausbildung begonnen und das Sozialsystem 46 Jahre lang mit meinen monatlichen Beiträgen unterstützt.

Johann Müller

Uplengen

Falsches Verständnis

Ich dachte, ich höre nicht ganz richtig, was Herr Venema da erzählt. Der Grundpreis für Milch lag im April bei 37,5 Cent. Der Preis steht erst sechs Wochen nach Ablieferung fest. Er hat Andienungspflicht an seine Molkerei. Er kann nicht mal einfach so einen Teil woanders hinliefern. Schön, wenn er das Festpreismodell nutzt (1/3 der Menge absichert) – es fällt mal zu oder auch nicht. Warum sind denn Milchindustrie, Genoverband und Bauernverband gegen eine feste Absicherung? Wenn wir uns so exportabhängig gemacht haben und nur 50 Prozent an den Lebensmitteleinzelhandel gehen, wieso war denn nur der Butterpreis in Deutschland so günstig, in den Niederlanden aber nicht? Moral: Es wurde Magermilch auf dem Feld ausgebracht (nicht verklappt) gleich entrahmte Milch, um darauf hinzuweisen, dass der Milchpreis seit Dezember 2025 bei 35 bis 37 Cent eben nicht mehr kostendeckend ist. Zwei Prozent weniger liefern übers Jahr, hat 2016 schon mal funktioniert. Die Zahl der Milchviehbetriebe hat sich seitdem um 13.000 verringert, bei steigender Produktion! Das gehört zur Wahrheit auch dazu. Der Podcast suggeriert ein falsches Verständnis.

Gerd Uken

Rysum

Plattdeutsch an Schulen

Noch ein Ostfriesenwitz. Und was für einer : Platt als zweite „Fremdsprache“. Grundsätzlich ist das zu begrüßen, ganz klar, aber das kann auch der Todesstoß sein. Und zwar dann, wenn die schriftliche und die mündliche Form normiert wird, und besonders, wenn zensiert wird. Das verdirbt unweigerlich die Freude und das Interesse. Zu bedenken ist, dass schon wenige Orte ihren gemeinsamen Plattdeutsch-Dialekt haben, so dass mitunter zu hören ist, woher die Sprecher kommen. Tut unserer Sprache keine Gewalt an! Keine Zwangsjacke für unser Platt!

Karl-Hinrich Schlüter

Emden

Reformen in die Tat umsetzen

Frau Lehmann, besten Dank für ein Interview, das einen Politiker wieder in den Vordergrund rückt, der im Laufe der Jahre erfahren und geläutert qua Einsicht und Durchsetzungskraft in der Lage wäre, die zweifellos notwendigen politischen Weichenstellungen („Reformen“) nicht nur anzukündigen, sondern auch in die Tat umzusetzen. Zwar werden wichtige Themen wie der Umgang mit der AFD , die mit Migration und Integration assoziierten Probleme sowie die sogenannte „Energiewende“ nicht angesprochen. Bei offensichtlich vorhandener Selbstkritik und Lernfähigkeit sowie bester Gesundheit (?) wäre das Alter kein Hinderungsgrund, auch höchste Ämter in diesem Staat anzustreben. Auch schon als offizieller Chefstratege der SPD würde er vermutlich einen guten Job machen.

Wolf-Rüdiger Palmer

Emden

VW und der Sonnenschein

Leider ist aus der OZ inzwischen eine Überschriften-Zeitung geworden, die gerade in Bezug auf VW die Tatsachen verkennt. Wie ist es sonst zu erklären, dass einige wenige Mitarbeiter, die wahrscheinlich sogar zur Group gehören, Sonntagsarbeit zum flashen verrichten, während tausende gehen müssen oder länger in die Werksferien gehen infolge zu geringer Auslastung. Auch Sonderschließtage kommen immer wieder vor. Dies ist die bittere Realität, aber Hauptsache die Überschrift passt!

Axel Franke

Leer

Nur Spekulation

In dem Artikel heißt es: „Erstes Projekt auf Zielgeraden“, „Es geht nur noch um wenige Wochen“. Diese Aussage des Breitbandbetriebes sagt einiges aus über die Organisation und Kommunikation in dem Projekt. Wenn davon gesprochen wird, dass bis September noch 2931 Verträge an Vodafone zur Freischaltung übergeben werden müssen, diese aber zur Zeit nur 30 bis 60 pro Woche freischalten, kann man sich ausrechnen, dass die letzten Anschlüsse erst im nächsten Jahr fertig werden. Man hat mit Vodafone anscheinend nicht darüber gesprochen, welche Kapazitäten zukünftig eingeplant werden können. Es wird mal wieder spekuliert und die rechte Hand weiß nicht, was die linke Hand tut.

Helmut Deten

Großheide

Kinder sind keine Betriebsstörung

Burkhard Ewerts Kolumne trifft einen wunden Punkt, aber sie zielt nicht immer ganz sauber. Ja: Es gibt Eltern, die ihre Kinder zum Mittelpunkt jedes öffentlichen Raumes machen. Und ja: Nicht jeder Mensch muss jedes Schreien, Rennen und Umräumen als Ausdruck praller Lebensfreude feiern. Trotzdem sollte man vorsichtig sein, wenn die Gegenwart wieder einmal am Bild des schlecht erzogenen Kindes erklärt wird. Früher waren Kinder nicht unbedingt rücksichtsvoller. Sie wurden häufiger zum Schweigen gebracht. Das ist ein Unterschied. Der eigentliche Konflikt liegt weniger bei Kindern allein als bei einer Gesellschaft, die das gemeinsame Teilen von Räumen verlernt hat. Viele Erwachsene sind selbst nicht leiser, höflicher oder aufmerksamer: Sie telefonieren laut, blockieren Wege, beschallen Zugabteile und nennen das Freiheit. Kinderfreie Angebote können legitim sein. Ein Erwachsenenhotel ist kein Angriff auf Familien. Ein ruhiges Restaurant darf ruhig bleiben. Aber eine kinderfreundliche Gesellschaft darf Familien nicht nur in Spezialzonen dulden. Und eine ruhebedürftige Gesellschaft sollte Kinder nicht zur Störung erklären. Rücksicht heißt: Eltern nehmen ihre Umgebung ernst. Aber auch: Erwachsene erinnern sich daran, dass Kinder keine Betriebsstörung des öffentlichen Lebens sind. Vielleicht brauchen wir weniger Empörung – und wieder etwas mehr Erziehung. Allerdings nicht nur bei den Kindern.

Rudi Steiner

Emden

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