Was Sie heute wissen sollten

Die Null | Kuhls Rache | Hausboot-Reise

Joachim Braun
|
Von Joachim Braun
| 28.06.2021 06:26 Uhr | 3 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Artikel teilen:

Das Wichtigste aus der Region, jeden Morgen um 6.26 Uhr zusammengefasst von der Chefredaktion der Ostfriesen-Zeitung.

0, also Null, das ist die Zahl, um die sich alles dreht. Am Dienstagabend für Neuers Manuel bei der Mutter aller (Fußball-)Schlachten gegen England und seit gestern für den Landkreis Leer bei der Inzidenz. Sieben Tage keine neue einzige nachgewiesene Neuinfektion mehr, da fragt man sich: Wird es denn im vergangenen halben Jahr mit Kontaktverfolgungsrecherchen und Ähnlichem nun langweilig? Auch anderswo in Ostfriesland wurde gestern keine einzige Neuinfektion registriert.

Sollen wir nun glauben, die Pandemie ist vorbei? Das wäre wohl etwas voreilig angesichts der Delta-Varianten und was sonst noch alles kommen könnte. Ostfriesland-Reporter Andreas Ellinger will zumindest eine vierte Welle im Herbst nicht ausschließen und fragt, warum das Kultusministerium die Atempause nicht nutzt, um die Schulen sicherer und Home-Schooling unnötig zu machen: „Keine Schutzscheiben zwischen Schülern, kein Mindestabstand zwischen Tischen, keine Lüftungs- oder Luftfilter-Technik im Raum. Viele ostfriesische Schulen sind nicht Corona-sicher. Was passiert jetzt?“ In einem Kommentar fordert Ellinger Kultusminister Grant Hendrik Tonne „das Handwerk zu legen“ und von der SPD-Landtagsfraktionssprecherin Johanne Modder aus Bunde, „diese verantwortungslose Politik zu beenden“.

Was Kultusminister Tonne beim Corona-Schutz seiner Schüler vernachlässigen mag, das setzt er in die Demokratiebildung. Gestern stellte er ein neues Projekt vor. „Die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen machen das notwendig. Wir alle sind gefordert, der Zunahme von Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, aber auch Hatespeech und Fake News entgegenzuwirken“, zitiert ihn Landtags-Korrespondent Lars Laue. Er berichtet, was das Kultusministerium alles vorhat.

Jeweils mittwochs und samstags bin ich auf dem Leeraner Wochenmarkt - wenn ich Zeit habe. Nichts erscheint mir selbstverständlicher, als dort Maske zu tragen. In Aurich auf dem Wochenmarkt ist diese Pflicht seit Samstag aufgehoben. „Das ist ein ganz anderes Gefühl, fast wie eine Befreiung“, sagte Obstverkäufer Dieter Raddatz im Gespräch mit Reporterin Gabriele Boschbach. Andere wollen noch nicht vom Mund-Nasen-Schutz lassen. Etwa Jan-Hendik Gerhardt: „Das ist einfach einer gewissen Paranoia geschuldet. Ich bin noch nicht geimpft.“

Abschied nehmen hieß es dieses Wochenende in Emden. Das längst schon alte „Neue Theater“ wird ab heute abgerissen. Claus Hock war nicht nur am Samstag beim Abschiedskonzert dabei, er hatte zuvor auch nach den Höhepunkten in der Geschichte der Spielstätte gefragt, von der Premiere des allerersten Otto-Kinofilms über die Prominenz beim 75. Geburtstag von Ehrenbürger Henry Nannen bis zu den Mysterien des einzigartigen Teppichbodens im Foyer.

Der politische Komödienstadel namens CDU Leer läuft weiter auf Hochtouren. Wir sind bei Episode 2, das Imperium schlägt zurück. Nachdem die vom Stadtverbandsvorsitzenden Ulf-Fabian Heinrichsdorff angeführte Palastrevolte gegen eine neuerliche Bürgermeister-Kandidatur von Beatrix Kuhl knapp gescheitert war, bekam der mittlerweile von seinem Vorstandsamt zurückgetretene Heinrichsdorff nun die Quittung: Er geht nicht mehr, wie vom Vorstand vorgeschlagen, als Spitzenkandidat in die Stadtratswahl. Warum er nun gar auf dem letzten Platz steht, berichtet Katja Mielcarek.

Vor vielen Jahren, meine Kinder waren noch klein, träumte ich davon, im Urlaub auf einem Hausboot über Kanäle zu schippern. Entspannung pur. Ich gebe zu, es ging um Südfrankreich und nicht um Ostfriesland (das ich damals gar nicht kannte). Inzwischen ist mir das dann schon zu viel Ruhe, trotzdem habe ich Susanne Ulrichs am Samstag erschienene Reportage über eine Reise mit dem Hausboot „Ochtelbur“ auf dem Ems-Jade-Kanal gerne gelesen. Und eigentlich muss man solche Touren ja auch nicht den Urlaubern aus Nordrhein-Westfalen und sonst woher überlassen.

Zum Schluss nochmal das Thema Urlaub. Um den Urlaub der Ostfriesen. Zu welch originellen Zielen es die Menschen von hier zieht, danach hat Rieke Heinig ein paar Reisebüro-Inhaber gefragt. Mit durchaus originellen Antworten, von der Grönland-Expedition mit der „MS Fram“ bis zur Rundreise durch Myanmar. Lesen Sie selbst.

Was heute wichtig wird:

  • Die Hartnäckigkeit der Anwohner in Sachen Donnerzüge zahlt sich aus. Das Eisenbahn-Bundesamt hat zugesagt, dass die Strecke in der übernächsten Woche erneut überprüft wird. Reporterin Katja Mielcarek hat sich schlau gemacht.
  • Die Gemeinde Moormerland investiert in Raumlüfter, die an Schulen gegen Viren helfen sollen. Schulleiter finden das zwar gut, halten diese Maßnahme aber für nicht ausreichend. Warum, erklärt Reporterin Christine Schneider-Berents.
  • Neuerdings sollen Schutzplanken an der B72 die Sicherheit der Autofahrer erhöhen. Doch was ist mit den anderen Verkehrsteilnehmern? Profitieren die auch davon? Dieser Frage geht Niklas Homes nach. Er hat mit Motorradfahrern und mit Radfahrern gesprochen.
  • Mit Grauen im Blick schaut der Autofahrer in diesen Tagen auf die Benzinpreise. Wohin klettern die noch? Und was kann ich als Verbraucher machen? Mitarbeiter von Score in Emden und vom ADAC gaben verblüffende Tipps, die Gabriele Boschbach gleich mal testet.
  • Die neue Friesland-Umgehung in Emden dürfte zu den teuersten Straßen Ostfrieslands zählen: Nur rund 1900 Meter lang, kostet sie voraussichtlich 46 Millionen Euro. Jetzt nimmt sie langsam Gestalt an. Gordon Päschel hat sich umgesehen.
  • Die Touristen kommen wieder, aber Gruppenveranstaltungen bleiben weiter schwierig. Michael Hillebrand hat mit Ausflugsboot-Unternehmen aus Greetsiel und Leer über die aktuelle Situation gesprochen.

Wenn Sie diesen Nachrichtenüberblick jeden Morgen bequem per E-Mail zugestellt bekommen möchten, dann abonnieren Sie doch einfach unseren Newsletter.

Ähnliche Artikel