Was Sie heute wissen sollten
Neuer Impfschwung | Impfstoff entsorgt | Teure Feuerwehr
Das Wichtigste aus der Region, jeden Morgen um 6.26 Uhr zusammengefasst von der Chefredaktion der Ostfriesen-Zeitung.
Ein Leser schrieb mir am Dienstag, dass er nachmittags einen Impftermin im Impfzentrum Georgsheil hatte, dieses aber zur vereinbarten Zeit schon geschlossen war und man ihm den Hinweis gab, er möge am nächsten Vormittag wiederkommen, es sei so wenig los, er brauche keinen Termin. Was war das? Sind die ganzen Reden über Impfstoff-Knappheit Unsinn oder sind die Ostfriesen jetzt schon impfmüde und wollen gar keine Spritze? So ist es wohl nicht, hat Daniel Noglik recherchiert.
Inzwischen sind die Wartelisten stark geschrumpft, auf lediglich 7713 Menschen, und für die nächsten Wochen sind weitere 22.000 Erstimpfungen vereinbart. Es bleibt dabei, bis Ende des Monats Juli soll jeder Erwachsene, der möchte, seine Impfung bekommen. Der möchte, das ist die spannende Bedingung. Der Prozentsatz der Erstgeimpften ist in Deutschland inzwischen höher als in den wegen des Impftempos anfänglich so gerühmten USA. Dort ist wegen der hohen Zahl an Impfgegnern Herdenimmunität wohl nicht durch Spritzen, sondern durch Infektionen zu erreichen. Ob es bei uns auch so weit kommt?
Aus einem ganz anderen Grund drohte am 26. Juni. dass 24 Mitarbeiter des Rathauses in Weener nicht geimpft werden konnten. Der von der Betriebsärztin gelieferte Impfstoff wurde ab Anfang Juni im Rathaus gelagert - aber leider nicht kalt genug. Als das bemerkt wurde, war die Entscheidung klar. Der Impfstoff ging in den Müll. Ob die Rathausmitarbeiter trotzdem noch eine Spritze bekamen, hat Tatjana Gettkowski erfragt.
Im Leeraner Impfzentrum in Hesel gibt es ab Montagmittag die Dosis auch ohne einen Termin. „Wer möchte, kann dann einfach ins Impfzentrum kommen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung. Einzige Einschränkung: „Es wird ausschließlich Astrazeneca verimpft, andere Impfstoffe stehen für die Sonderimpfaktion nicht zur Verfügung.“
Zur Rückkehr der Normalität gehört auch, dass wieder mehr Menschen in Ostfriesland mit dem Auto unterwegs sind. Ob in ihrer Freizeit oder, nach dem Wegfall der Pflicht zum Home-Office, auf dem Weg zur Arbeit. Über ein Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Aurich pendeln jeden Tag in einen anderen Landkreis (oder nach Emden). Im Landkreis Leer ist es sogar jeder Zweite. Gabriele Boschbach hat sich mit den Pendlerzahlen befasst und auch mit der Frage der steuerlichen Entschädigung.
Ums Geld geht es auch bei einer Geschichte von Katja Mielcarek. Sie hat sich mit den stark gestiegenen Preisen für Feuerwehr-Fahrzeuge befasst, die die Gemeinden, die ohnehin pandemiebelastet sind, arg drücken. „Die Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe. Wenn der Bedarfsplan eine Investition verlangt, haben wir wenig Handlungsspielraum“, sagt Jörg Siemering von der Gemeinde Bunde. Dazu kommen noch enorm gestiegene Wartezeiten. 26 bis 28 Monate dauere es im Schnitt, bis seine Firma ein bestelltes Fahrzeug ausliefere, sagte Peter Schallenberg, Sprecher des Feuerwehrfahrzeug-Herstellers Schlingmann aus Dissen. Was das alles bedeutet, lesen Sie hier.
Freies WLAN gehört in vielen Städten inzwischen zum Standard. Endlich, andere Länder sind da schon viel weiter. Aber ganz so toll funktioniert der mobile Internetzugang doch nicht überall. Gordon Päschel hat sich mit dem Keptn-Netz befasst, das Emden Digital, Tochterfirma der Stadtwerke, seit 2017 aufgebaut hat. Inzwischen sind es 160 Access-Points (Sendestationen), die im Stadtgebiet angeschlossen wurden. Aber das ist noch nicht genug.
Hilfe brauchen die Schwalben in Ostfriesland. Deshalb hat der Nabu jetzt Alarm geschlagen und das Projekt „Schwalben willkommen“ aufgelegt. 550 Teilnehmer gibt es schon, hauptsächlich bäuerliche Betriebe. Gründe für den Rückgang der Rauchschwalben gibt es mehrere: Angefangen von glatten Hausfassaden und höheren Hygieneanforderungen für Stallgebäude bis zum Insektenschwund durch Intensiv-Landwirtschaft und Pestizid-Einsatz. Christine Schneider-Berents berichtet.
Was heute wichtig wird:
- Der wichtigste Ehrenamtspreis im Landkreis Leer, das Blinkfüür, wird an diesem Freitag vergeben. Wegen der Corona-Pandemie war eine einjährige Pause eingelegt worden. Nikola Nording ist bei der Verleihung dabei.
- Aurichs Bürgermeister Horst Feddermann möchte gerne mehr Wahlbeamte, obwohl die teurer sind. Die Politik ist dagegen, obwohl Wahlbeamte dem Rat unterstehen. Was ist das für eine krause Geschichte? Gabriele Boschbach will sie entwirren.
- Glamping in Ostfriesland ist einer der Trends, seit Urlaub überhaupt wieder möglich ist. Und es ist auch spannend für Einheimische, die nur mal eben schnell eine Auszeit vom Alltag suchen. Susanne Ullrich gibt einen Überblick über die Möglichkeiten an der Küste.
- Die Trogstrecke in Emden ist eine der wichtigsten Straßen in Emden. Aktuell wird sie saniert. Wie ist der Stand der Arbeiten an der Schlagader für den Innenstadt- und Hafenverkehr? Gordon Päschel weiß es (und er schreibt es auch).
- Nach dem Hagelunwetter vor zwei Wochen sehen Landwirte nun nach und nach das Ausmaß der Schäden. Viele fürchten Ernteausfälle. Können sich Landwirte eigentlich auf Hagel und Regen vorbereiten? Michael Hillebrand hat nachgefragt.
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