Was Sie heute wissen müssen

Easy Shopper | DDR zu Gast | Coronatests

Ein Kommentar von Joachim Braun
 | 11.10.2021 06:26 Uhr  | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
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Das Wichtigste aus der Region, jeden Morgen um 6.26 Uhr zusammengefasst von der Chefredaktion der Ostfriesen-Zeitung.

„Es fühlt sich ein bisschen so an wie früher beim Kaufmannsladen spielen“, schreibt Nikola Nording in ihrem Testbericht über die neuen „Easy-Shopper-Wagen“, die gerade in den Supermärkten Multi-Nord in Leer und Edeka in Weener eingeführt worden sind. Ja, es hat ganz viel mit Spielen zu tun, wenn man die Milch, das Spülmittel oder die Tomaten aus dem Supermarktregal selber scannt, in den Einkaufskorb packt und dann an der Kasse nur noch zahlt (ohne warten zu müssen) . Ich gebe zu, so macht mit Einkaufen auch mehr Spaß. Und es interessiert offenbar unsere Leser. Denn es war der meistgelesene Text gestern auf der Onlineseite.

Der „Easy Shopper“ soll nicht dazu dienen, Kassenpersonal zu reduzieren, hat sich Nikola Nording von Multi-Chef Fritz-Rudolf Brahms versichern lassen. Vielleicht hat deshalb auch noch nicht die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aufbegehrt. Wenn es um die Interessen der Mitglieder geht, ist Verdi Ostfriesland ansonsten sofort da. Siehe verkaufsoffene Sonntage. Seit Jahren tobt der Konflikt zwischen den Handelsverbänden und der Gewerkschaft, ein aufgrund der Gesetzeslage ungleicher Konflikt. Der Satz von Gewerkschaftssekretär Arne Brix („Nicht wir treffen die Entscheidung.“) im Interview mit Marion Luppen klingt geradezu zynisch. Nach dem erfolgreichen Heidemarkt-Sonntag gestern setzt Udo Hippen, Chef der Kaufmannschaft, jetzt auf Angriff. Ich denke, das ist gut so. Es wäre interessant zu wissen, wie hoch denn der Anteil an Verkäuferinnen und Verkäufer ist, die vier Mal im Jahr sonntags partout nicht arbeiten wollen. Für Polizisten, Krankenschwestern, Gastronomen, Journalisten und anderen, für die Sonntagsdienste zum Beruf gehören, ist dieser Konflikt ohnehin nicht nachvollziehbar.

Seien wir froh, dass Ostfrieslands Sportereignis des Jahres vorgestern, also an einem Samstag, stattfand: Das von Fußball-Weltenbummler Kai Schoolmann organisierte „Länderspiel“ zwischen Ostfriesland und der DDR. 1000 Zuschauer sahen in Emden einen ungefährdeten 9:4-Sieg von Gastgeber Ostfriesland. Aber das Sportliche stand ja nicht wirklich im Fokus, es war die Erinnerung an eine 30 Jahre zurück liegende Zeit, als so mancher später sehr erfolgreicher Fußballstar in Ostfriesland erste „West-Luft“ schnupperte. „Wir sind die wahren Ossis“, sagte der langjährige Sky-Moderator und gebürtige Auricher Rolf Fuhrmann vor der Partie ins Mikrofon. Warum es schon bei der Hymne einen Gänsehautmoment gab und was sich sonst noch auf und jenseits des Spielfelds ereignet e, berichtet Sportreporter Sören Siemens. Und dessen Kollegin Maren Stritzke fütterte einen auch nach Spielende noch lesenswerten Liveticker . Und natürlich war auch Ostfriesen-TV mit Lisa Ulferts und Jasmin Keller vor Ort.

Einen Sieger, nein ganz viele Sieger, hat seit gestern Abend auch das 31. Filmfest Emden-Norderney. Der große Gewinner ist Eirik Svensson. Sein norwegisches Historiendrama „Betrayed“ („Den største forbrytelsen“) bekam die höchste Bewertung durch das Festivalpublikum. Das Drama erzählt die bewegende Geschichte einer jüdischen Familie im besetzten Norwegen während des Zweiten Weltkriegs. Welche Filme noch ausgezeichnet wurden, hat Claus Arne Hock zusammengefasst.

Ab heute gelten in Sachen Corona neue Regeln. Sie betreffen vor allem ungeimpfte Menschen. So müssen die Virustests nun selber bezahlt werden. Was das in der Praxis für Konsequenzen haben wird, hat Daniel Noglik recherchiert. Gab es in der Hochzeit der Tests allein im Landkreis Leer 20 Teststationen, so sind es nun nur noch zwölf, und vermutlich werden weitere schließen. Ein Coronatest wird also für die Betroffenen nicht nur teurer, sondern auch Fahrtaufwand bringen. Oder aber, man lässt sich in einer Apotheke testen.

Wo wir gerade bei Corona sind. Wohl auch aufgrund der steigenden Zahl an Geimpften lässt in Ostfriesland die für die zweite Oktoberhälfte prognostizierte vierte Welle auf sich warten. In den Flächen-Landkreisen ist die Inzidenz jeweils deutlich unter 30. In Emden stieg sie gerade auf 38. Aber für die Stadt gilt der Fluch der kleinen Zahl: Ein positiver Test sind jeweils zwei Prozentpunkte. Bleiben Sie gesund!

Was heute wichtig wird:

  • Im Garten von Hannelore Zanter in Hesel geht es bunt zu: Das liegt weniger an den Blumen, sondern an ihren vielseitigen Fähigkeiten. Töpfern, Schweißen, Steinbearbeitung - die 73-Jährige traut sich an viele Techniken heran. Karin Lüppen hat sich den Garten angeschaut.
  • Da werden viele Leeraner und auch auswärtige Besucher enttäuscht sein: Günter Prahm sagt den beliebten Weihnachtsmarkt achter `d Waag auch für dieses Jahr ab. Katja Mielcarek hat sich von ihm die Hintergründe erklären lassen.
  • Aurich bekommt einen neuen Stadtbaurat. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Irina Krantz, die nach Emden gewechselt ist, wird heute im Finanzausschuss des Rates öffentlich vorgestellt. Marion Luppen ist dabei.
  • Kaum ist Carolinensiel zum Nordseeheilbad aufgestiegen, werden erste Projekte bekannt. So sollen Kurkliniken gebaut werden, hat Kurdirektor Kai Koch durchblicken lassen. Die Projektplaner sprechen von 20 Millionen Euro Investition. Susanne Ullrich berichtet.
  • Zum dritten Mal besucht der Holocaust-Überlebende Tswi Herschel Emden, die Geburtsstadt seiner Großmutter. Claus Hock hat mit ihm über Antisemitismus in Deutschland und die Bedeutung des Erinnerns gesprochen.
  • Auf dem Filmfest Emden wird auch eine Dokumentation über einen Jungen aus Hage gezeigt, der mit Trisomie-21 geboren wurde. Stephanie Tomé hat sich mit dem Schicksal hinter dem Film „Paul 21“ beschäftigt.

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