Was Sie heute wissen müssen

Weihnachten | Weihnachten | Weihnachten

Joachim Braun
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Eine Kolumne von Joachim Braun
| 24.12.2021 06:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
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Das Wichtigste aus der Region, jeden Morgen um 6.26 Uhr zusammengefasst von der Chefredaktion der Ostfriesen-Zeitung.

Eine gute Nachricht so kurz vor Weihnachten: Gestern meldeten die Emder Polizei und die Staatsanwaltschaft Aurich, dass die so sinnlose wie perfide Sabotage am Feuerschiff „Amrumbank/Deutsche Bucht“ nach fast einem halben Jahr Ermittlungsarbeit aufgeklärt ist: Ein amtsbekannter 45-Jähriger soll die Löcher in den Rumpf des Emder Feuerschiffs gebohrt haben. Der als „gemeinschädliche Sachbeschädigung“ eingestufte Vorfall sei durch eine intensive Spurensuche, zahlreiche Vernehmungen und die erfolgreiche Auswertung der Spuren durch das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen aufgeklärt worden. Über die Motive ist nichts bekannt. Erleichterung gibt es beim Museumsverein noch aus einem zweiten Grund: Im Laufe der Ermittlungen waren auch Vereinsmitglieder der Tat verdächtigt worden. Mona Hanssen berichtet.

Damit soll es das gewesen sein, mit „harten“ Themen in diesem Newsletter. Schließlich ist heute Heiligabend. Weihnachten, das Fest der Familie, steht an.

Sollten Sie - wider Erwarten - immer noch nicht wissen, was Sie heute Abend auf den Tisch bringen, helfen wir Ihnen. Mit einem Weihnachts-Menü auf den letzten Drücker. Stephanie Tomé hat mit Christian Mutter und Michael Kunst vom Verein der Köche Ostfriesland und Papenburg gesprochen und sie um einen Menüvorschlag gebeten, der auch ohne große Vorbereitung umgesetzt werden kann. Lassen Sie sich überraschen, das empfohlene Vier-Gang-Essen klingt verheißungsvoll. Und, Achtung: Spoiler, es hat nichts zu tun mit dem Standardweihnachtsessen Würstchen und Kartoffelsalat, wie es zum Beispiel bei Gitta Connemann auf den Tisch kommt.

An Weihnachten gedenken wir traditionell aber auch jener Mitbürger, die nicht so viel haben, die nicht in dem Überfluss leben, wie die meisten von uns. In Leer zum Beispiel gibt es mehrere Initiativen, die Obdachlosen in den Weihnachtstagen eine leckere Mahlzeit zukommen lassen. Katja Mielcarek und Jonas Bothe haben mit Verantwortlichen von Kirchen und Sozialorganisationen gesprochen. „Wir würden so gerne am Heiligen Abend unsere Gäste wieder in unseren Räumen bewirten“, sagt Else Bierbrauer von der Suppenküche der Christuskirche in Leer, die seit nunmehr 23 Jahren sonntags Obdachlose und Bedürftige mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Wegen Corona müssen andere Lösungen her.

Aber nicht alle Menschen haben die Möglichkeit, Weihnachten mit der Familie zu feiern. Viele Menschen sind allein, sie haben keine Familie oder keinen Kontakt mehr. „Einsamkeit an Festen wie Weihnachten kann sehr traurig machen“, weiß Karina Ganghoff, die bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) psychosoziale Beratung anbietet. „Menschen mit psychischen Problemen sind an Weihnachten besonders gefährdet. Deshalb ist es schwer, wenn es kaum Angebote gibt, unter Leute zu kommen.“ Nicole Böning hat mit Experten über „Wege aus der Einsamkeit“ gesprochen.

Ein Ort der Begegnung sind, natürlich nicht nur zu Weihnachten, die Kirchen. Während vielerorts in Deutschland für den Kirchenbesuch 2G oder 3G verlangt wird, lassen die meisten Gemeinden in Ostfriesland jeden ohne Überprüfung hinein. Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden von der Reformierten Kirche erklärt, warum dies aus ihrer Sicht so wichtig ist: „In der Weihnachtszeit werden Gottesdienste oft von Menschen besucht, die sonst wenig Kontakt mit ihrer Gemeinde haben. Unterschiedliche Gründe bewegen sie – oft tiefe Sehnsucht oder große Einsamkeit. Sie an der Kirchentür abzuweisen, weil sie nicht geimpft sind, wäre ein fatales Signal – für diese Menschen wie auch in die Öffentlichkeit hinein. Zu Gottesdiensten laden wir im Namen Gottes ein – und er weist niemanden zurück.“ Nikola Nording hat recherchiert.

Weihnachten ist das Fest der Traditionen und Rituale. Manche davon haben sich über viele Generationen überliefert - und sind in der Welt verbreitet worden, zum Beispiel von jenen ostfriesischen Familien, die vor 100 und mehr Jahren in die USA auswanderten. Wie feiern sie Weihnachten? Michael Hillebrand hat bei Butenostfriesen nachgefragt.

Und nun noch was zum Mitsingen: Vor zwei Wochen hatten wir unsere Leser gebeten, sich neue Strophen zu „O Tannenbaum“ auszudenken. Mehr als 40 Leserinnen und Leser haben uns ihre Schöpfungen geschickt. Herzlichen Dank dafür. Es sind großartige Verse dabei. Claus Hock hat sie gesichtet und gesummt. Einige davon haben wir von Sängerin und Kolumnistin Annie Heger einsingen lassen. Aber lesen, sehen und hören Sie selbst.

Was heute und in den nächsten Tagen wichtig wird:

  • Ein leckeres Essen zu Weihnachten: Dieter Freese hat ein Wildschwein erlegt, entbeint und es für Obdachlose in Aurich zubereitet. Doch das ist noch nicht alles. Gabriele Boschbach berichtet.
  • Jugendliche ohne faire Chancen, die aber den Weg in einen selbstständigen Alltag finden möchten, finden Unterstützung im Leinerstift. Nicole Böning traf die beiden Mädchen Lena und Miriam.
  • Wenn Familien zu Weihnachten lange aufeinanderhocken, kann das stressig werden und zu Streit führen. Zwei Experten haben Claus Arne Hock Tipps gegeben, wie sich das vermeiden lässt.
  • Das Lied „O Tannenbaum“ gehört zu den absoluten Weihnachtsklassikern. Nun haben sich viele unserer Leser weitere neue hoch- und plattdeutsche Strophen ausgedacht und uns zugeschickt. Claus Arne Hock hat eine Auswahl zusammengestellt.

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