Was Sie heute wissen müssen Wo sparen? | Wo ermitteln? | Wo fahren?

Eine Kolumne von Timo Sager
 | 22.06.2022 06:26 Uhr  | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Artikel teilen:

Das Wichtigste aus der Region, jeden Morgen um 6.26 Uhr zusammengefasst von der Chefredaktion der Ostfriesen-Zeitung.

Ein kalter Winter könnte uns in Deutschland heiße Diskussionen bescheren. Wenn es Russlands Diktator Wladimir Putin beliebt, dreht er uns bis zum Herbst den Gashahn komplett zu. Dann könnte es im Winter eng mit der Gasversorgung werden. Nicht umsonst mahnt Wirtschaftsminister Robert Habeck zum Sparen. Damit fängt auch die Stadt Aurich an. Zumindest mit dem Nachdenken darüber, wo man den Verbrauch drücken kann. Wie Marion Luppen schreibt, hat Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß den Mitgliedern des Umweltausschusses am Montagabend eine Hausaufgabe aufgegeben: die Suche nach Einsparmöglichkeiten für städtische Gebäude. Erste Beispiele nannte die Stadtbaurätin selbst: Sie reichten von weniger heizen in Schulen über kälteres Wasser im Schwimmbad bis zur Schließung ganzer Gebäude.

Der Umweltausschuss der Stadt tagt erst im September wieder. Das war allen Beteiligten zu lange hin. Nun sollen Vorschläge bei der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses vorgestellt werden. Die ist am 18. Juli. Man merkt, die Lage ist ernst.

Ernst wird es auch zunehmend für alle, die im Zusammenhang mit der Wiesmoor-Connection möglicherweise in einen Millionenbetrug verwickelt sind. Im Zentrum der Ermittlungen steht der ehemalige Wiesmoorer Bürgermeister-Kandidat Christian Rademacher-Jelten. Der Kreis wird aber immer größer. Wie Daniel Noglik schreibt, sind es inzwischen mehr als 40 Verdächtige – es können auch noch mehr werden. Warum? Die Ermittler haben noch rund 60 Umzugskartons mit möglichem Beweismaterial zu sichten. Da wäre es eine Überraschung, wenn es bei den aktuell Verdächtigen bliebe. Wieso jetzt auf einmal ein Steuerberater aus Schleswig-Holstein und ein Anwalt aus Hamburg mit im Spiel sind, erklärt Daniel in seinem Artikel . Wenn Sie sich einen Überblick über unsere gesamte Berichterstattung zur Wiesmoor-Connection verschaffen möchten, klicken Sie sich einfach durch unser Dossier zum Thema .

Kennen Sie noch Manfred Eertmoed? Eertmoed war früher Bürgermeister in Hinte, wollte dann Oberbürgermeister in Emden werden, verlor die Wahl aber. Inzwischen arbeitet er als Berater für Verwaltungen. Auf Facebook hat Eertmoed die mangelnde Anerkennung und Wertschätzung von Mitarbeitern angeprangert. Gerade in den Führungsetagen wechsele das Personal häufig. Eertmoed glaubt, dass sich die Verwaltungen damit auf Sicht schaden. Denn auch in den Rathäusern hat der Kampf um die guten Köpfe längst begonnen. Gabriele Boschbach hat mit dem ehemaligen Bürgermeister gesprochen und gefragt, was genau sich in den Behörden ändern muss .

In Aurich soll es den Autos an den Kragen gehen. Der Verkehr in der Stadt soll umgekrempelt werden. Im Umwelt- und Verkehrsausschuss ist ein Konzept vorgestellt worden, das auf 47 Seiten die Grundlage für eine Revolution legt. Beispiel gefällig? Auf den vierspurigen Straßen, die Aurich durchziehen, sollen Autos nur noch zwei Spuren gehören. Eine für jede Richtung. Der gewonnene Platz soll an die Radfahrer gehen. Der Verkehrskollaps soll der Stadt erspart bleiben, weil die vielen Autos und Lastwagen, die aktuell durch Aurich rollen, über die neue Umgehung geführt werden. Über die Details zu den Plänen, mögliche Änderungen bei Parkplätzen und beim Tempo berichtet Marion Luppen .

Bleiben wir noch beim Thema Verkehr. Ich hatte gerade die Auricher Umgehung inklusive Autobahnanbindung erwähnt, die unter dem Namen B 210n in den kommenden Jahren gebaut werden soll. Die Straße ist seit Jahren hoch umstritten, hat aber im Bundesverkehrswegeplan das Prädikat „vordringlicher Bedarf“ bekommen und wird wohl gebaut werden. Gerade in der Gemeinde Ihlow leben viele Menschen, die sicher nicht dorthin gezogen sind, weil sie so die beste Aussicht auf die neue Asphaltbahn haben. Neben der Frage, wie es den Menschen damit gehen wird, stellt sich auch eine finanzielle Frage: Was macht das mit den Immobilienpreisen entlang der Trasse? Nicole Böning hat mit Anwohnern und Immobilienmaklern gesprochen .

Na, dachten Sie, heute kämen Sie drumherum? Um unsere tägliche Geschichte zum Thema „Verkehr in Leer“? Nein, kommen Sie nicht. Dieses Mal ist es aber noch eine Spur kurioser als sonst. Die Bahn hat die Schranken an Ostfrieslands beliebtestem Bahnübergang, der Bremer Straße, umgebaut. Das ist der Übergang, an dem die Schranken bis zu 20 Minuten pro Stunde unten sind, weil er direkt neben dem Bahnhof liegt. Beim Umbau der Schrankenanlage wuchs die Konstruktion – und ragt nun deutlich in den Radweg. Na und?, heißt es von der Bahn. Das bleibt so. Nix da, sagt der Leeraner Bürgermeister. Katja Mielcarek mit der ganzen Posse .

Was heute wichtig wird

  • Ole Cordsen hat mit hiesigen Unternehmen gesprochen, die beim Breitband-Ausbau mitarbeiten. Sie berichten von Pfusch am Bau durch Unternehmen, die Werkvertragsarbeiter aus Osteuropa unter widrigsten Umständen beschäftigen und Schmu machen. Auch im Kreis Aurich.
  • Die in der Hochphase der Pandemie eingeführte Krankschreibung am Telefon war bis Ende Mai möglich. Wie hat sich die Situation in den Arztpraxen entwickelt? Und ab wann gehören die „gelben Scheine“ dank digitaler Alternativen endgültig der Vergangenheit an? Jens Schönig fragt nach.
  • Was man schon immer über Plattdeutsch wissen wollte, aber bisher nicht zu fragen wagte – das verrät einem das Buch von Reinhard Goltz. Wissenschaftlich fundiert und trotzdem unterhaltsam. Eine Buchbesprechung von Karin Lüppen.
  • Der Platz von Kickers Leer ist in schlechtem Zustand. Erst wurde der Rasen braun, nun wurde umgegraben. Die Stadt hat die Landwirtschaftskammer eingeschaltet. Michael Kierstein berichtet.
  • Bei dem Projekt „Mütter in Szene“ haben sich 23 Frauen in Emden mit dem Thema Heimat auseinandergesetzt. Die Frauen aus Emden und dem Ausland haben dieselben Wünsche. Mona Hanssen berichtet.
  • Die Reederei Norden-Frisia hat heute Jahreshauptversammlung. Michael Hillebrand ist dabei und berichtet über die Entwicklung des Unternehmens.