Tipps für die Sommerliebe  Liebesschlösser, Blumen, Bäume und ein Leuchtturm

| | 29.07.2022 18:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Boris und Katja Ramlow gaben sich jüngst, nach elf Jahren Ehe, im Pilsumer Leuchtturm das 2. Eheversprechen – und brachten ein Liebesschloss am „Schlosspark“ an. Foto: Wagenaar
Boris und Katja Ramlow gaben sich jüngst, nach elf Jahren Ehe, im Pilsumer Leuchtturm das 2. Eheversprechen – und brachten ein Liebesschloss am „Schlosspark“ an. Foto: Wagenaar
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Wer, nicht nur im Sommer, seine Liebe zu jemandem auch nach außen bekunden will, wählt mitunter ein Liebesschloss oder einen Baum. Ein paar Tipps.

Pilsum/Ostfriesland - Die Vögel feiern Vogelhochzeit, die Hasen vergnügen sich im hohen Gras und bei vielen Menschen sind die Schmetterlinge im Bauch. Nicht nur der Frühling mit seinen ersten Sonnenstrahlen ist die Zeit der Liebe, sondern auch der Sommer. Zeit für ein paar Tipps rund um Liebessschlösser, Bäume und Blumen.

Was und warum

Darum geht es: Liebesschlösser sind die bessere Alternative zu eingeritzten Herzen in Bäumen.

Vor allem interessant für: Verliebte

Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, ob heute noch viele Menschen ihre Liebe in Baumrinden verewigen.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Wie im Film – oder: Bitte nicht mit Messern auf Bäume losgehen!

Das Taschenmesser blitzt in der Sonne auf, beherzt ritzt der junge Mann seine Initialen und die seiner Liebsten in die Rinde des Baumes. Diese Szene kennt man aus unzähligen Filmen. „Keine so gute Idee“, kommentiert Jan Schürings vom Nabu Ostfriesland. Durch die aufgeschnittene Rinde können Pilze und Bakterien in den Baum gelangen, der dann im schlimmsten Fall abstirbt. „Gerade, wenn mehrere das machen.“

Doch sind die Ritzereien in Bäume in den Wäldern der Region tatsächlich ein Problem? „Bei uns läuft das eher unter ferner liefen“, sagt Knut Sierk, einer der regionalen Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Auch Sierk bestätigt, dass der Baum durch die „Schnitzereien“ beschädigt werden kann. Aber er sieht auch eine andere Seite: „Ich finde es schon ganz schön, wenn ich so jahrzehntealte Herzen an Bäumen entdecke“, gibt er zu. „Das sind dann ja auch Zeitzeugen.“ Hinter den Herzen und den Initialen würden immer Geschichten stecken. „Bäume sind langlebig, manche Herzen, die man heute noch findet, stammen beispielsweise aus der Zeit der Weltkriege.“

Dennoch sollte man nicht mehr mit Messern oder ähnlichen Schnittwerkzeugen auf die Bäume losgehen. „Da gibt es ja heute auch ganz andere Möglichkeiten.“

Niemand weiß, woher der Liebesschloss-Trend genau kommt

Eine dieser Möglichkeiten sind die Liebesschlösser. Wo auf der Welt zuerst mit Initialen, Namen, Daten und/oder Herzen gravierte Schlösser an Brücken oder Geländern angebracht wurden, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Die deutschsprachige Wikipedia sieht den Ursprung in Italien und die weltweite Verbreitung beflügelt durch Romane und Filme. Heute gibt es überall auf der Welt mehr oder weniger offizielle Orte, an denen Paare ihre (vielleicht) immerwährende Liebe in Form eines Schlosses bekunden können.

Ostfriesland ist da keine Ausnahme. Besonderer Beliebtheit erfreut sich unter anderem der Pilsumer Leuchtturm. Früher wurden hier die Liebesschlösser an die Vergitterungen der Leuchtturmfenster gehangen. „Das hat aber dazu geführt, dass rostiges Wasser am Turm heruntergelaufen ist“, so Frank Rosenberg von der zuständigen Deichacht. Vor mehreren Jahren beschloss die Deichacht deswegen, den „Schlosspark“ am Leuchtturm zu eröffnen: ein Gestell, extra für Liebesschlösser. Wie viele seitdem dort angebracht worden sind, weiß Rosenberg nicht. Es sind aber auf jeden Fall eine Menge. Erst kürzlich kam ein Neues hinzu: Boris und Katja Ramlow gaben sich am Mittwoch, nach elf Jahren Ehe, im Pilsumer Leuchtturm das 2. Eheversprechen – und brachten ihr Schloss am Schlosspark an.

Das richtige Schloss für die Liebe wählen

Sie wählten dafür ein Schloss aus Edelstahl. „Das hält praktisch ewig“, sagt Ebo Schoolmann. Er muss sich damit auskennen, denn er betreibt einen Schlüsseldienst in Emden. Und wenn man sich beim Anbringen schon sicher ist, dass die Liebe nicht ganz so ewig halten wird? „Die ganz einfachen Schlösser halten nicht so lange. Fünf Jahre vielleicht“, so der Fachmann. Und diese seien in der Anschaffung und Gravur auch noch deutlich günstiger.

Manches Schloss ist schon stark verrostet. Wer ein möglichst haltbares Symbol der Liebe haben möchte, sollte auf Edelstahl setzen. Foto: Wagenaar
Manches Schloss ist schon stark verrostet. Wer ein möglichst haltbares Symbol der Liebe haben möchte, sollte auf Edelstahl setzen. Foto: Wagenaar

Wer Liebesschlösser aufhängt, muss, so will es die Überlieferung, den Schlüssel in ein fließendes Gewässer werfen. Eine Regel, die zumindest in direkter Umgebung vom Pilsumer Leuchtturm zum Glück keine Beachtung zu finden scheint. „Weder um den Turm noch im Wattenmeer sind uns bisher Schlüssel aufgefallen“, so Rosenberg. Wie das allerdings in den Gräben drumherum aussieht, könne er nicht sagen.

Übrigens: Außer am Pilsumer Leuchtturm gibt es in der Krummhörn noch an der Manningaburg einen extra Platz für Liebesschlösser. Weitere Möglichkeiten gibt es unter anderem in Barßel, beim Turm am Haus des Gastes in Norddeich oder am Freepsumer Meer beim tiefsten Punkt. Auch in Weener an der Friesenbrücke hingen die Liebesbekundungen, bis die Brücke bei einem Schiffsunfall zerstört wurde.

Wie wäre es mit Alternativen?

Wer weder Bäume anritzen noch Schlüssel in die Botanik werfen will, der kann seine Liebe auch nachhaltiger anlegen – zum Beispiel in Form eines herzförmigen Blumenbeetes im Garten oder eines herzförmigen Blumentopfes auf dem Balkon.

Wer da noch etwas für die Umwelt tun will, der sollte sich für blühende, heimische Pflanzen entscheiden. Schürings empfiehlt hier Lavendel. „Der riecht nicht nur gut, sondern kommt auch jedes Jahr wieder.“

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