Spannung im Bezirkspokal  Auch ein Landesligist kann Großefehns Serie nicht stoppen

| | 11.08.2022 14:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Wallinghausens Lukas Günsel (am Ball) versucht sich hier, gegen Moordorfs Mirco Schütte (links) und Nikolai Aerts durchzusetzen. Foto: Doden
Wallinghausens Lukas Günsel (am Ball) versucht sich hier, gegen Moordorfs Mirco Schütte (links) und Nikolai Aerts durchzusetzen. Foto: Doden
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Die Fehntjer besiegten Mittwochabend den Landesligisten Frisia Wilhelmshaven im Elfmeterschießen. Eine Überraschung verpassten hingegen der TuS Esens und TuRa Westrhauderfehn.

Ostfriesland - Packende Bezirkspokalspiele gab es am Mittwochabend auf den ostfriesischen Sportplätzen. Dabei setzte der SV Großefehn seine imposante Serie fort. Der Bezirksligist ist im Kalenderjahr 2022 in Pflichtspielen noch ungeschlagen, besiegte nun Landesligist Frisia Wilhelmshaven im Elfmeterschießen. Ebenfalls die dritte Runde erreicht haben der SV Hage (7:0 in Aurich), SV Wallinghausen (2:1 in Moordorf) und der TV Bunde (5:3 nach Elfmeterschießen gegen Pewsum). Eine Überraschung verpassten dagegen die beiden Bezirksligisten TuS Esens (1:2 gegen SV Wilhelmshaven) und TuRa 07 Westrhauderfehn (0:4 gegen Friesoythe) gegen Landesligisten.

SV Großefehn – Frisia Wilhelmshaven 8:7 nach Elfmeterschießen (0:0)

Um kurz nach 21 Uhr brandete im Mühlenstadion großer Jubel unter den rund 200 Zuschauern aus. Nachdem beide Mannschaften ihre ersten sieben Elfmeter verwandelt hatten, traf Janek Freudenberg zum 8:7. Als dann Großefehns Torwart-Neuzugang Hendrik Weßling den nächsten Frisia-Schuss parierte, stand der SVG-Sieg fest. Es war ein toller Pflichtspiel-Einstand für den Keeper, der aus beruflichen Gründen von Nordhorn nach Ostfriesland gezogen war.

In den 90 regulären Minuten hielt er seinen Kasten wie der Frisia-Keeper sauber. „Frisia hatte als Landesligist mehr Ballbesitz, wir haben es aber gut gemacht. Es war aus meiner Sicht ein leistungsgerechtes 0:0, da es auch wenige Großchancen gab“, sagte SVG-Trainer Bi-Le Tran, der nach seinem Amtsantritt im Winter noch immer ungeschlagen ist. Das Elfmeterschießen hätte auch früher zu Ende sein können. SVG-Torwart Weßling hatte schon den dritten Frisia-Elfmeter gehalten. Der Versuch wurde aber wiederholt, weil der Torwart nicht mit beiden Beinen auf der Linie gestanden haben soll.

TV Bunde – TuS Pewsum 5:3 nach Elfmeterschießen (2:2)

Als das Flutlicht nach einem achtminütigen Ausfall in der 73. Minute – die Sicherungen waren herausgesprungen – wieder funktionierte, lief es bei den Bundern nach einer 15-minütigen Schwächephase wieder besser. „Die Pause tat uns gut, um ein paar Sachen anzusprechen“, sagte Bundes Trainer Matthias Schmidt. Zuvor hatte der letztjährige Halbfinalist nach Gegentoren von Jannis Langheim (63.) und Niklas Südhoff (70.) eine souveräne 1:0-Führung aus der Hand gegeben. „Wir hätten den Sack schon zur Pause zumachen müssen.“ Doch nur Keno Schmidt schaffte es, den starken Torwart Nils Ludwig zu überwinden.

Nach dem Flutlicht-Ausfall gelang wieder Schmidt per Foulelfmeter das 2:2. Im anschließenden Elfmeterschießen wurde Bundes Keeper Joost Oltrop zum Helden. Er parierte drei von vier Pewsumer Elfmetern. So mussten nach drei Bunder Treffern (von vier Versuchen) die fünften Schützen nicht mehr antreten.

Tore: 1:0 K. Schmidt (22.), 1:1 Langheim (60.), 1:2 Südhoff (70.), 2:2 K. Schmidt (Foulelfmeter, 83.).

Ostfrisia Moordorf – SV Wallinghausen 1:2 (1:0)

Nach dem knappen Ostfriesland-Cup-Aus gegen Strudden und dem 7:1-Erstrundensieg in Suurhusen hat Moordorf noch mal seine Bezirksliga-Tauglichkeit bewiesen. „Das nehmen wir aus diesem Spiel mit“, so Trainer Dennis Debelts, der sich mit seinem Team fast schon im Elfmeterschießen sah. Dann aber bekam der Gast in der 90. Minute noch einen Elfmeter, nachdem Tim Albers gefoult worden war. Lukas Günsel trat an und verwandelte zum 2:1-Gästesieg.

Begonnen hatte die Partie für den Gastgeber verheißungsvoll und mit der Führung durch Andreas Buse nach zehn Minuten. Im Laufe der ersten Halbzeit übernahm der SVW dann die Spielkontrolle, gab sie auch bis zum Ende nicht mehr ab. „Wir haben aber gut verteidigt und nicht so viele Chancen zugelassen“, meinte Debelts. Jan Kramer besorgte per Kofball das 1:1, der eingewechselte Tim Albers traf die Latte (75.). Noch bitterer als der späte Gegentreffer ist die Verletzung von Kapitän Mirco Schütte, der sich im schlimmsten Fall das Kreuzband gerissen haben könnte. Untersuchungen stehen aus.

Tore: 1:0 Buse (10.), 1:1 Kramer (49.), 1:2 Günsel (Foulelfmeter, 90.).

TuRa 07 Westrhauderfehn – Hansa Friesoythe 0:4 (0:2)

Schon nach 16 Minuten waren die Hoffnungen auf eine Pokalüberraschung von TuRa mehr oder weniger dahin. Da hatte die Elf von Trainer Erhan Colak bereits mit 0:2 gegen Friesoythe zurückgelegen. Trotz einer Leistungssteigerung verlor TuRa vor rund 150 Zuschauern mit 0:4. Zehn Akteure aus der 1. Herren fehlten Erhan Colak, der so als Einwechselspieler auf Spieler der U23 zurückgreifen musste.

„Grundsätzlich bin ich mit dem Auftritt meiner Mannschaft zufrieden“, sagte Colak nach der Partie. „Anfangs sind wir nicht so gut reingekommen, haben das dann aber gut gemacht und sind hohes Tempo gegangen.“

Tore: 0:1 Boungou (7.), 0:2 Moussa (16.), 0:3 Hoormann (82.), 0:4 Biakala-Zoubakela (83.).

TuS Esens – SV Wilhelmshaven 1:2 (0:1) „Wir haben in dem Spiel eine gute Leistung gezeigt. Darauf können wir aufbauen“, sagte TuS-Trainer Ralf Backhaus. In den ersten zehn Minuten taten sich die Gastgeber gegen den Landesligisten schwer. Danach sei es ein Spiel auf Augenhöhe gewesen, berichtete Backhaus. Sein Team lag zur Pause mit 0:1 hinten, weil Wilhelmshavens Kapitän Marvin Osei einen Esenser Abwehrfehler eiskalt ausgenutzt hatte. Die Gäste kamen besser aus der Kabine und erhöhten durch Dennis Wego auf 2:0. Die Schlussphase gehörte dann den Esensern. Nach einer schönen Kambination über Jan-Hendrik Keiser und Niklas Sukowski war es Niklas Pinkernell, der aus 18 Metern abzog und in den Winkel zum 1:2 traf. Im Anschluss hatte Sukowski noch eine dicke Chance zum Ausgleich, doch das Leder fand nicht den Weg ins leere Tor, sondern prallte an der Latte ab. Somit blieb es beim 1:2 für Wilhelmshaven.

Tore: 0:1 Osei (38.), 0:2 Wego (63.), 1:2 N. Pinkernell (80.).

SpVg Aurich – SV Hage 0:7 (0:3)

Das Spiel hätte aus Sicht von Hages Trainer Mario Look auch anders ausgehen können. In den ersten zehn Minuten hatten die Gäste die Partie im Griff, sie konnten ihre Chancen aber nicht nutzen. Nach einer Flanke von Keno Hinrichs köpfte Lars Hinrichs den Ball in Richtung Tor, doch Aurichs Keeper Ethan Patrick Kennedy war zur Stelle. Wenig später scheiterte Keno Hinrichs aus rund 15 Metern. Danach ließ Hage die Zügel schleifen und Aurich hatte Möglichkeiten – die beste erspielte sich Moustapha Camara. Er umdribbelte den Torwart, traf dann aber das leere Tor nicht. Mirko de Vries brachte die Gäste schließlich mit 1:0 in Führung. Danach schien der Knoten geplatzt zu sein und die Hager erhöhten binnen fünf Minuten auf 3:0. Nach der Pause machte der SVH mit dem munteren Toreschießen weiter. „Zu Beginn haben wir es noch gut gemacht, dann haben wir uns abschießen lassen“, sagte SpVg-Trainer Uwe Groothuis.

Tore: 0:1 de Vries (41.), 0:2 Prigge (44.), 0:3 de Vries (45.), 0:4 K. Hinrichs (46.), 0:5 Heppner (50.), 0:6 Claassen (62.), 0:7 Heppner (86.).

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