Osnabrück  Kampfpanzer: Leoparden jetzt - oder doch nicht ?

Marion Trimborn
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Von Marion Trimborn
| 18.01.2023 17:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Panzer-Fahrausbildung slowakischer Soldatinnen und Soldaten Foto: dpa
Panzer-Fahrausbildung slowakischer Soldatinnen und Soldaten Foto: dpa
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Im Ukraine-Krieg jetzt auch Leopard-Kampfpanzer liefern - darüber wird in Deutschland seit Wochen diskutiert. Bundeskanzler Olaf Scholz muss endlich Farbe bekennen. Denn wer die Freiheit der Ukraine verteidigen will, muss Panzer schicken. Passiert das nicht, hat Deutschland ein Problem.

Kampfpanzer für die Ukraine - ja oder nein? Diese Frage stellt sich anlässlich des Wirtschaftsforums in Davos noch einmal in aller Deutlichkeit. Und schon am Freitag dürfte der Kanzler bei dem Nato-Treffen in Ramstein um eine Antwort nicht mehr herum kommen. Denn die Welt sieht gerade, dass Kremlchef Wladimir Putin offenbar entschlossener denn je ist, den Krieg noch weiter zu intensivieren.

Es mehren sich die Hinweise, dass der russische Präsident in einer nächsten Welle weitere Hunderttausende Soldaten für seinen Feldzug mobilisieren will. Die Stärkung der Rüstungsindustrie und die Beseitigung von Mängeln in der Kommandostruktur der Armee zeigen: Putin ist längst noch nicht am Ende und stellt sich auf einen langen Konflikt ein.

Die Geschichte zeigt, dass Friedensverhandlungen nur dann möglich sind, wenn beide Kriegsparteien militärisch ein Patt erreichen und keine mehr einen Vorteil darin sieht, den Konflikt fortzusetzen.

Deshalb gilt: Wer den Krieg schnell beenden will, muss die Ukraine weiter dazu befähigen, sich gegen den russischen Angriff zu erwehren. Dazu sind Kampfpanzer unverzichtbar, darin sind sich viele Militärstrategen einig. Das immer weitere Zögern von Scholz - der in Davos der Ukraine zwar dauerhafte Unterstützung versprach, aber das Thema Leopard 2 tunlichst vermied - isoliert Deutschland inzwischen massiv. Auch das EU-Parlament ermahnte den Kanzler, endlich Farbe zu bekennen.

Ist mit den Leopard-Lieferungen dann das Ende der Fahnenstange erreicht? Nicht unbedingt. Je länger der Krieg dauert, umso drängender werden die Ukrainer weitere Forderungen stellen. Kampfjets, Kriegsschiffe oder Flugabwehr? Das könnte die nächste Debatte sein. Immerhin stehen nun die Chancen gut, dass der neue Verteidigungsminister Boris Pistorius an Scholz` Seite entschlossener und schneller agiert als seine Vorgängerin Christine Lambrecht.

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