Umbau abgeschlossen  Mit dem Ihler Meer 2.0 in den Sommer

| | 01.06.2023 17:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das Team der Gemeinde Ihlow unter Leitung von Bürgermeister Arno Ulrichs (rechts) tritt zum Neustart des Ihler Meeres in neuen T-Shirts an. Dabei sind Melanie Wiegmann (Mitte unten) von der benachbarten Kita „Meerhuuske“ und Bernd Emkes (oben rechts) vom örtlichen Sportverein Eintracht Ihlow. Foto: Böning
Das Team der Gemeinde Ihlow unter Leitung von Bürgermeister Arno Ulrichs (rechts) tritt zum Neustart des Ihler Meeres in neuen T-Shirts an. Dabei sind Melanie Wiegmann (Mitte unten) von der benachbarten Kita „Meerhuuske“ und Bernd Emkes (oben rechts) vom örtlichen Sportverein Eintracht Ihlow. Foto: Böning
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In der Gemeinde Ihlow ist der Umbau des Ihler Meeres abgeschlossen – jetzt wird es offiziell eröffnet. Dank Förderung gab es zum geplanten Spielplatz auch einen Hundestrand und Fitnessgeräte.

Ihlowerfehn - Der neu angelegte Rasen mit den Liegen und Bänken über dem neuen Hundestrand am Ihler Meer leuchtet schon in knalligem Grün. Wo bis zum Herbst auf der kleinen Insel „Ihler Berg“ im künstlich angelegten Badesee noch Sträucher und Gestrüpp wucherten, sieht es jetzt eher nach einer Parklandschaft aus. Hier fühlen sich nicht nur die Hunde und ihre Halter wohl. Auch der Plan, diesen Ort für die Jugendlichen der Gemeinde zu einem Anlaufpunkt zu machen, sei aufgegangen – erklärt Ihlows Bürgermeister Arno Ulrichs (parteilos). Man habe den Bereich sogar zeitweise absperren müssen, damit der junge Rasen überhaupt eine Chance hatte, zu wachsen.

Was und warum

Darum geht es: Allein der neue Hundestrand ist etwas, das andere Kommunen und ihre Einwohner neidisch macht. Jetzt ist der ganze Umbau am Ihler Meer abgeschlossen – rechtzeitig zum Sommer.

Vor allem interessant für: Erholungssuchende, Hundefreunde, Sportler und Anwohner

Deshalb berichten wir: Rechtzeitig zum Sommer sind die Arbeiten für den Umbau des Ihler Meeres abgeschlossen – am Samstag, 10. Juni, ist die große Eröffnungsfeier geplant.

Die Autorin erreichen Sie unter: n.boening@zgo.de

Ein Stück weiter leuchten die neuen Fitnessgeräte in fast der gleichen Farbe wie die jungen Halme. Bunter wird es auf dem Matschspielplatz am Kinderbadestrand und auf dem neuen Abenteuerspielplatz auf der anderen Seite der kleinen Badebucht in Richtung Kindertagesstätte „Meerhuuske“. Es ist nicht weniger als das Ihler Meer 2.0, das die Gemeinde Ihlow mitten in Ihlowerfehn in den kommenden Sommer schickt. Von dem ursprünglichen Plan, dem Badesee nur einen neuen Spielplatz zu spendieren, ist also nicht viel übriggeblieben.

Aus dem geplanten Spielplatz wurde ein Großprojekt

Das war der Auftrag, den die Entwicklungs- und Dienstleistungsgesellschaft Ihlow (EDI) im Jahr 2020 von der Politik bekommen hatte. Jetzt ist im Gesamtpaket so viel mehr enthalten, dass auch Sportler, Hundebesitzer und Familien sich freuen können. Seit Ende März ist der Umbau offiziell abgeschlossen – die Vegetation hatte seitdem Zeit, sich zu entwickelt. Am Samstag, 10. Juni, soll diese neue Version des Badesees aus den 80er Jahren offiziell eröffnet werden. Weil dieser Umbau für die Gemeinde dank des Fördertopfes „Perspektive Innenstadt“ ein ganz großer Wurf geworden ist, wird richtig groß gefeiert. Inklusive eines Besuchs der zuständigen Ministerin für regionale Entwicklung, Wiebke Osigus, und einem symbolisch durchzuschneidenden Band.

Parklandschaft statt Wildnis am Ihler Berg. Neben dem Hundestrand gibt es dort auch einen Ruhebereich mit Bänken und Liegen. Foto: Böning
Parklandschaft statt Wildnis am Ihler Berg. Neben dem Hundestrand gibt es dort auch einen Ruhebereich mit Bänken und Liegen. Foto: Böning

Es war eine sportliche Aufgabe, die Gemeinde, EDI und Zulieferer zu wuppen hatten. „Wenn man bedenkt, dass erst im Dezember der Förderbescheid bei uns eingegangen ist, die Arbeiten aber am 31. März abgeschlossen sein mussten“, betont EDI-Geschäftsführer Ulrich Kubatschek. „Wäre die Gemeinde nicht in Vorleistung gegangen, hätten wir das niemals hinbekommen.“ Gut also, dass es die groben Pläne schon gab, bevor sich mit dem Sofortprogramm des Landes Niedersachsen die Möglichkeit bot, sie in einem Rutsch umzusetzen. Jetzt sieht es am Ihler Meer genau so aus, wie es die Planungsunterlagen aus dem März 2022 vorsahen.

Sportverein übernimmt Badeaufsicht

490.000 Euro hat der Umbau laut Ulrichs gekostet. Davon kommen 355.000 Euro aus den Fördergeldern für die Ortsentwicklung. Eigenmittel musste die Gemeinde in der Höhe von 135.000 Euro beisteuern. Damit liegen die tatsächlichen Kosten kaum über den zuvor geplanten. Jetzt kann es also losgehen – wie passend, dass das Gesundheitsamt des Landkreises Aurich die Wasserqualität des Sees gerade als ausgezeichnet eingestuft hat. Sollte jetzt noch das Wetter mitspielen, steht dem Badevergnügen nichts mehr im Weg. Dass auch die vierbeinigen Gäste beim Umbau berücksichtigt werden, war von den Nutzern des Sees sehnsüchtig erwartet worden. „Bisher waren Hunde auf der Insel eher geduldet“, sagt Dennis Grünhoff, Prokurist der EDI. „Jetzt haben sie sogar ihren eigenen Strand.“

Ein Teil des neuen Fitnessparcours am Ihler Meer, der auch vom örtlichen Sportverein genutzt wird. Foto: Böning
Ein Teil des neuen Fitnessparcours am Ihler Meer, der auch vom örtlichen Sportverein genutzt wird. Foto: Böning

Passend zum bevorstehenden Sommer wurde bekannt, dass der Sportverein Eintracht Ihlow einen Teil zum Gelingen des Gesamtkonzepts Ihler Meer 2.0 beitragen wird. Ab dieser Badesaison werden dort ausgebildete Rettungsschwimmer an den Wochenenden und in den Schulferien die Aufsicht übernehmen. „Das ist noch eine ganz neue Entwicklung, mit der wir jetzt zum ersten Mal an die Öffentlichkeit gehen“, erklärt der Vereinsvorsitzende Bernd Emkes. Aktuell werden sich 17 Jugendliche und junge Erwachsene diese Aufgabe teilen. „Wir waren überrascht, wie groß das Interesse daran ist“, so Emkes. Die Badeaufsicht werde entlohnt und sei gerade für Schüler eine gute Möglichkeit, sich etwas dazuzuverdienen. Dem Saisonstart am Ihler Meer steht also nichts mehr im Wege – abgesehen vom launischen ostfriesischen Wetter.

Insgesamt wurden 207 Städte und Gemeinden beim niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung in das Sofortprogramm aufgenommen. Ausgeschüttet werden 117 Millionen Euro aus der EU-Aufbauhilfe REACT EU (Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe). Das Geld soll dazu dienen, die Zentren zukunftssicher aufzustellen. Mit dem Sofortprogramm sollen vor allem Kommunen unterstützt werden, die in der Corona-Krise finanzielle Einbußen zu verzeichnen hatten.

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