Was Sie heute wissen müssen Weil hat Wünsche | Gefährliche Straße | Landkreis setzt auf Veränderung
Das Wichtigste aus der Region, jeden Morgen um 6.26 Uhr zusammengefasst von der Chefredaktion der Ostfriesen-Zeitung.
(Selbst-)Kritik und große Emotionen – so kann man den SPD-Landesparteitag kurz zusammenfassen. Am Sonnabend traf sich die sozialdemokratische Prominenz in Ostfriesland, um ihren Vorsitzenden neu zu wählen. Ministerpräsident Stephan Weil stellte sich zur Wahl. Einen Gegenkandidaten hatte er nicht. Weil wetterte gegen die AfD, kritisierte die Grünen und stellte seiner SPD mit Blick auf das Heizungsgesetz kein gutes Zeugnis aus.
Auch ostfriesische Themen hatte Weil im Gepäck und einen Wunsch: Er wolle noch in seiner Amtszeit erleben, dass die Friesenbrücke so weit sei, dass man wieder drüberfahren kann. Ende 2024 soll der Bau der Brücke, die 2015 von einem Schiff schwer beschädigt und unpassierbar geworden war, fertiggestellt sein. Bleibt für Weils Wunsch (und die ostfriesische Wirtschaft) nur zu hoffen, dass der Brückenbau im Zeitplan bleibt. Zahlreiche andere Bauprojekte in Ostfriesland glänzen leider vor allem mit – vorsichtig formuliert – zeitlicher Flexibilität und steigenden Kosten.
Ach ja: Große Emotionen, wie eingangs erwähnt, gab es zum (letzten) Abschied von Johanne Modder (Bunde) aus der Landespolitik. Ministerpräsident Weil zeichnete sie mit der Willy-Brandt-Medaille aus. Auch Modder hat noch einmal einen großen Wunsch formuliert, wie mein Kollege Martin Teschke schreibt, der beim Landesparteitag dabei war. In seinem Kommentar zeigt er außerdem auf, was der Landesparteitag für die Zukunft der Sozialdemokraten bedeutet.
Wer sich beim Lesen gerade gefragt hat, welche großen Bauprojekte sich verzögern und teurer werden, bekommt hier ein wie ich finde ein eindrucksvolles Beispiel: Die Friesland-Umgehung, die von der A31 kommend in den Emder Hafen führen soll. Baubeginn für die zwei Kilometer lange Strecke war 2016, die Fertigstellung war für 2024 geplant. Kürzlich wurde mitgeteilt, dass sich das Projekt verzögert und teurer wird: Ab 2025 soll man die Strecke nutzen können. Statt der avisierten 23,6 Millionen Euro liegen die Baukosten jetzt bei rund 53 Millionen Euro.
Der Bau einer Fußgängerampel in Weener spielt zwar nicht in der gleichen Liga. Ein Ärgernis ist die Baustelle aber trotzdem, weil es immer wieder zu Verzögerungen kommt. Dabei wäre die Ampel wichtig. Denn die Straße ist die Hauptverbindung zwischen Weener und Papenburg. Fußgänger überqueren sie momentan eher mit einem mulmigen Gefühl. Warum die Baustelle nun zu einer unendlichen Geschichte werden könnte, weiß Tatjana Gettkowski.
Sommer, Sonne, Sonnenschein: Wer in den kommenden Wochen Urlaub hat, wird sich darüber freuen. In Nordrhein-Westfalen haben die Sommerferien bereits begonnen, Niedersachsen folgt in eineinhalb Wochen. Auf den Straßen in der Region könnte es also wieder eng werden, zumal es in Ostfriesland einige Baustellen gibt. Michael Kierstein gibt einen Überblick über die Verkehrslage und hat außerdem Tipps parat, wie die Fahrt möglichst entspannt gelingt. Auch auf die Spritpreise wirft er einen Blick.
Radtourismus ist eine wichtige Säule in Ostfriesland. Mit einem 3500 Kilometer langen Radnetz verfügt die Region über eine gute Infrastruktur für die Zielgruppe. Aber auch Ostfriesen selbst nutzen häufig das Fahrrad – und das nicht nur im Alltag. Maria Berentzen hat jetzt mit „Radelzeit in Ostfriesland“ einen Touren-Guide herausgebracht, bei dem selbst Ur-Ostfriesen noch Entdeckungen machen können, wie Gabi Boschbach schreibt. Sie hat sich die „Radelzeit“ geschnappt und einen Blick ins Buch geworfen und war so begeistert davon, dass sie am liebsten sofort Block und Stift gegen Sattel und Lenker eingetauscht hätte. Wer es nicht ganz so sportlich mag, kann allerdings auch mit der Fähre nach Helgoland fahren. Von Norddeich aus ist die Insel zu erreichen. Unsere Volontärin Denise Cordes hat eine Fahrt mitgemacht und zeigt, was man vor allem mit Kindern dort unternehmen kann.
Ist der Urlaub vorbei, hält der Alltag wieder Einzug. Ältere Kinder gehen nach den Ferien wieder zur Schule. Sind die Kinder noch kleiner, gehen sie vielleicht in den Kindergarten oder in die Krippe. Oder eben auch nicht: Denn noch lange nicht jedes Kind, das im Kindergartenalter ist, bekommt auch einen Platz. In Emden gibt es trotz mehrerer Kita-Neubauten noch immer 128 Jungen und Mädchen, die nicht aufgenommen werden können. Im Landkreis Leer sieht es nicht besser aus. Dort hagelte es Kritik, dass das Vergabeverfahren undurchsichtig und ungerecht sei. Kinder, die dringend einen Platz brauchen, gehen unter Umständen leer aus, weil es keine bindenden Auswahlkriterien gibt. Das soll sich nun ändern: Der Landkreis will das Vergabeverfahren für Kindergartenplätze verändern.
Während rund 200 Kinder im Kreis Leer keinen Kindergartenplatz bekommen haben, sieht es bei den Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren nicht viel besser aus. Aktuell fehlen auch dort rund 50 Betreuungsplätze. Der Landkreis setzt in dem Fall auf Großtagespflegen, schreibt Katja Mielcarek.
Mit einer kuriosen Geschichte schicke ich Sie nun in die neue Woche. Im August 1995 schickte Martina Eschen eine Postkarte an ihre Schwester nach Bayern. Ohne Postleitzahl. Jetzt kam die Karte an – fast 28 Jahre später.
Was heute wichtig wird:
- Der Emder Unternehmer Bodo Janssen ist heute vor allem für seinen besonderen Führungsstil und seine Bücher bekannt. Vor 25 Jahren erlebte er Unvorstellbares während einer mehrtägigen Geiselnahme. Mona Hanssen fasst die damaligen Ereignisse noch einmal zusammen.
- Eine Schülerin ist Osteel ist schwer krank. Wenn sie aus diesem Grund mal nicht zur Schule kommen kann, wird sie von einem Avatar vertreten. Claus Hock spricht mit dem Mädchen, ihren Eltern und der Schulleitung über das Projekt.
- Der Förderverein der Mörkenschule in Leer hat im Alleingang einen Sportplatz für die Schule und die Allgemeinheit aus dem Boden gestampft und dabei mehr als 100.000 Euro investiert. Katja Mielcarek hat nachgefragt, wie der Verein das geschafft hat.
- Nun sind sie weg: Der Umzug von Remarc aus Leer nach Uplengen läuft. Doch, was haben sie da vor. Michael Kierstein schaut sich um.
- Das Thema Feuerbestattungen wird in der Regel abstrakt diskutiert. Wie die Abläufe in einem Krematorium tatsächlich aussehen, hat sich Nicole Böning in Emden angeschaut.
- Das Blütenfest in Wiesmoor wirft seine Schatten voraus. Das größte Blütenfest im norddeutschen Raum wird vom 31. August bis 4. September gefeiert. Ole Cordsen bringt in Erfahrung, ob es bei dieser traditionellen Veranstaltung in diesem Jahr Platz für Neuerungen gibt.