Tourismus in Ostfriesland  Übernachtungsmöglichkeit in Ditzum nicht nur für Radfahrer

| | 10.03.2025 16:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Übernachtungsfässer am Hafen von Weener sind für zwei Personen gedacht. Sie werden auch für nur eine Nacht vermietet. Foto: Gettkowski
Die Übernachtungsfässer am Hafen von Weener sind für zwei Personen gedacht. Sie werden auch für nur eine Nacht vermietet. Foto: Gettkowski
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Die Internationale Dollard-Route in Ditzum bekommt bald eine neue Attraktion. Die neue Übernachtungsmöglichkeit soll vor allem Fahrradtouristen ansprechen, die im Ort häufig vor einem Problem stehen.

Ditzum - Im April beginnt für Uwe Brotkorb wieder die Saison in der Paddel- und Pedalstation in Ditzum. In der vierten Saison möchte er den Gästen eine Neuerung anbieten: Übernachten im Schlaffass am Ufer des Sieltiefs.

Der Standort des Fasses ist in der Nähe des Tiefs bei der Paddel- und Pedalstation in Ditzum geplant. Foto: Gettkowski
Der Standort des Fasses ist in der Nähe des Tiefs bei der Paddel- und Pedalstation in Ditzum geplant. Foto: Gettkowski

Die Idee ist eigentlich aus der Not heraus geboren. „Im Sommer haben wir regelmäßig Anfragen von Fahrradtouristen, die die letzte Fähre nach Emden verpasst haben, ob es hier Übernachtungsmöglichkeiten gibt“, erzählt der Betreiber der Station. Es gebe zwar meist irgendwo freie Ferienwohnungen. „Aber den meisten Vermietern ist der Aufwand zu groß, Gäste für nur eine Nacht aufzunehmen“, schildert Brotkorb das Problem. Wenn die Radfahrer ein Zelt dabei hätten, könnten sie es zwar bei der Station aufschlagen und auch die Toiletten des MTV Ditzum nutzen. „Aber wenn es regnet und alles nass wird, ist das auch kein Spaß.“

Die Brücke an der Paddel- und Pedalstation in Ditzum wurde bereits im vergangenen Jahr erneuert. Foto: Gettkowski
Die Brücke an der Paddel- und Pedalstation in Ditzum wurde bereits im vergangenen Jahr erneuert. Foto: Gettkowski

Platz für vier Personen

Also habe er nach Alternativen gesucht. „Ein Tiny-House wäre zu teuer gewesen, aber die Übernachtungsfässer, die ich mir am Timmeler Meer und in Westoverledingen angesehen habe, waren schon gut“, sagt Uwe Brotkorb. Er sei sicher, dass sich diese Übernachtungsmöglichkeit schnell herumspreche und angenommen werde.

Die Übernachtungsfässer am Hafen von Weener sind für zwei Personen gedacht. Sie werden auch für nur eine Nacht vermietet. Foto: Gettkowski
Die Übernachtungsfässer am Hafen von Weener sind für zwei Personen gedacht. Sie werden auch für nur eine Nacht vermietet. Foto: Gettkowski

Das Übernachtungsfass-Modell, das er ausgesucht hat, ist sechs Meter lang und 2,60 Meter breit. „Vier Personen können darin schlafen“, erzählt er. Das Übernachtungsfass wird fest auf dem Untergrund montiert. Genau das sei im Moment noch das Problem. So klein das „Häuschen“ auch ist, man braucht dafür eine Baugenehmigung. „Es gibt Varianten, die auf einem beweglichen Anhänger stehen, aber die sind gleich deutlich teurer“, sagt Uwe Brotkorb. Wenn der Bauantrag genehmigt sei, werde das Häuschen bestellt. „Ich habe keine Erfahrung mit Behörden und kann schlecht einschätzen, wie lange das dauert.“

Glamping wird immer beliebter

Er hoffe, dass das Übernachtungsfass schnell aufgebaut werden könne und sich zu einer neuen Attraktion entwickele. Mit der Resonanz auf die Paddel- und Pedalstation in Ditzum ist Uwe Brotkorb zufrieden. Im Mai 2022 habe er angefangen. „In den Jahren 2022 und 2023 gab es dank des Wetters Spitzenumsätze“, erzählt er. 2024 sei wetterbedingt weniger erfolgreich verlaufen. „E-Bikes und Fahrräder laufen eigentlich immer gut, aber bei Regen wollen die Leute nicht aufs Wasser“, beschreibt er seine Erfahrungen. 2024 hätten wegen des Wetters acht bis neun Kanu-Gruppen abgesagt. Und so habe er in dem Jahr 30 Prozent Umsatzeinbußen verzeichnen müssen.

Am Hafen von Weener stehen bereits zwei Übernachtungsfässer. Foto: Gettkowski
Am Hafen von Weener stehen bereits zwei Übernachtungsfässer. Foto: Gettkowski

Kurt Radtke, Leiter der Tourismus GmbH Südliches Ostfriesland, stellt ein wachsendes Interesse an alternativen und ungewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten fest. „Übernachtungsfässer gibt es unter anderem am Hafen von Weener“, erzählt er. Auf dem Campingplatz Am Emsdeich in Grotegaste stehen drei Schlaffässer für vier Personen. Außerdem gibt es zwei Family Lodges aus Holz sowie zwei Safarizelte. Direkt im alten Hafen von Weener kann man außerdem auf dem früheren Arbeitsschiff Animo übernachten.

Der Begriff Glamping hat sich für diese Übernachtungsform durchgesetzt und soll „Nicht-Campern“ einen naturnahen Campingurlaub bieten. Luxus inklusive. Der Begriff leitet sich von „Glamorous Camping“ ab und steht für ein Übernachtungserlebnis am Strand, in der Natur und wie in Ditzum direkt am Wasser mit einer gewissen Exklusivität und Grundausstattung.

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