Berlin  Blutig, wässrig, duftend: Diese besonderen Vinyl-Schallplatten sollten Sie kennen

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 05.04.2025 06:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Manchmal ist das Design einer Vinyl-Schallplatte spektakulärer als der musikalische Inhalt. Foto: IMAGO/Westend61
Manchmal ist das Design einer Vinyl-Schallplatte spektakulärer als der musikalische Inhalt. Foto: IMAGO/Westend61
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Vinyl-Schallplatten sind immer schwarz? Von wegen. Mittlerweile veröffentlichen Bands und Künstler ihre Tonträger in den schrägsten Farben, Mustern und Formen. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl an Platten der besonderen Art.

Für Sammler zählt häufig nicht nur der musikalische Inhalt einer Vinyl-Schallplatte, sondern auch die Optik. Neben kreativen Covern verleihen viele Bands und Künstler mittlerweile auch dem Tonträger selbst ein auffälliges Design. Wir zeigen Ihnen fünf besondere Vinylplatten – mal mehr, mal weniger geschmackvoll.

Als Bon Jovi Mitte der 1980er Jahre ins Studio gingen, um ihr drittes Album „Slippery When Wet“ aufzunehmen, stand die US-amerikanische Rockband unter großem Druck. Ihr vorheriges Album war ein großer Flop, es mussten dringend neue Hits her. Doch die Gruppe um Sänger Jon Bon Jovi lieferte. Songs wie „You Give Love A Bad Name“ und „Livin‘ On A Prayer“ gelten heute als zeitlose Klassiker.

Für ihr Vinyl-Album ließen sich Bon Jovi etwas Besonderes einfallen. Basierend auf den Albumtitel (zu deutsch: „Bei Nässe Rutschgefahr“) ließen sie eine limitierte Zahl an Platten mit Wasser befüllen.

Kürzlich gab die Band weitere Exemplare der Spezialversion frei, innerhalb kürzester Zeit waren die wässrigen Vinyl-Schallplatten ausverkauft. Entsprechend sind sie unter Sammlern äußerst begehrt.

Die US-amerikanische Rockband The Flaming Lips ging sogar noch einen Schritt weiter als ihre Kollegen von Bon Jovi. Statt mit Wasser füllten sie zehn Exemplare ihres Albums „The Flaming Lips And Heady Fwends“ mit Blut. Aber nicht irgendwelches Blut. Es handelt sich um das flüssige Gewebe von Stars wie Coldplay-Sänger Chris Martin oder dem Sprössling der Beatles-Legende John Lennon, Sean Lennon.

Ein Exemplar der blutigen Platte kostete umgerechnet 2.400 Euro. Die Erlöse wurden nach Angaben der Band für wohltätige Zwecke verwendet.

Ist es ein Schmetterling oder doch ein Tiger? Diese Frage stellt sich, wenn man die EP zur Single „Living In Another World“ der britischen Band Talk Talk betrachtet. Ein Beweis dafür, dass Vinyl-Schallplatten nicht immer schwarz und auch nicht immer rund sein müssen.

Auch andere Musikgruppen entschieden sich gegen ein rundes Vinyl-Format. So veröffentlichte die Band Toto ihren Hit „Africa“ auf einer Platte in Form des titelgebenden Kontinents.

„Who You Gonna Call?“ Zum Kultfilm „Ghostbusters“ lieferte der US-amerikanische Musikproduzent Ray Parker Jr. den gleichnamigen Soundtrack – und wohl einen der größten Ohrwürmer der Musikgeschichte. Zum 30-jährigen Jubiläum ließ sich der Musiker etwas Besonderes einfallen. Er veröffentlichte den Song auf weißem Vinyl, wobei die Plattenhülle nach Marshmallows roch.

2014 veröffentlichte der Punk-Musiker Pea Brain den Sampler „ADHD EP“. Die Aufnahme besticht nicht nur durch die brachiale Musik, sondern auch durch die Haptik. Es handelt sich um die kleinste Compilation (zwei Zoll), die jemals auf Vinyl gepresst wurde. Dennoch reicht der Platz für acht Songs von sechs verschiedenen britischen Punkbands – allerdings: Jedes Lied ist nur etwa zehn Sekunden lang.

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