Von Trecker-Tour bis Leuchtturm-Picknick  Die fünf kuriosesten Freizeittipps in der Krummhörn

| | 24.06.2025 13:09 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Der Campener Leuchtturm ist der höchste an der deutschen Nordseeküste. Foto: Sina Schuldt/dpa
Der Campener Leuchtturm ist der höchste an der deutschen Nordseeküste. Foto: Sina Schuldt/dpa
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Ein Picknick hoch oben auf Deutschlands höchstem Leuchtturm oder doch lieber auf einem alten Trecker durch Campen tuckern? Die Krummhörn hat weit mehr zu bieten als Deiche und Schafe.

Krummhörn - Es muss nicht immer die große weite Welt sein. Manchmal reicht ein Blick in das Angebot vor der eigenen Haustür. Zwischen Warfendörfern und Windmühlen gibt es das eine oder andere besondere Angebot, das Touristen wie Einheimischen gleichermaßen neue Erlebnisse bietet. Fünf Beispiele, warum sich ein Sommer in der Krummhörn lohnt – und manchmal auch etwas kurios sein kann.

Mit 15 Sachen übers Land: Trecker ausleihen

Beim Landwirtschaftsmuseum in Campen kann man nicht nur zuschauen, wie ein alter Deutz D15, Baujahr 1963, tuckert. Man darf auch selbst ans Steuer. Der neue Treckerverleih ist kein Witz, sondern ein ernst gemeintes Freizeitangebot mit Nostalgiefaktor. Wer hier fährt, lernt: 20 Stundenkilometer fühlen sich sehr schnell an, wenn das Lenkrad wackelt und der Sitz aus Metall besteht. Der Weg führt vorbei an Kühen, Scheunen und Feldern – und direkt zurück in eine Zeit, in der Airbags noch überbewertet waren. „Für unsere Ausfahrten empfehlen wir ein entspanntes Tempo von 12 bis 15 Stundenkilometer – so kann man die Landschaft genießen und ist sicher unterwegs“, erklärt Museumsleiter Maximilian Busker.

Mit diesem Deutz D15, Baujahr 1963, können Interessierte ab Juli 2025 durch die Krummhörn tuckern. Foto: Landwirtschaftsmuseum Campen
Mit diesem Deutz D15, Baujahr 1963, können Interessierte ab Juli 2025 durch die Krummhörn tuckern. Foto: Landwirtschaftsmuseum Campen

Fahren darf den Trecker jeder Interessierte ab 18 Jahren mit einem gültigen Führerschein der Klasse B. Vor jeder Fahrt gibt es eine halbstündige Einweisung und eine Probefahrt auf dem Museumsgelände. „Das ist Pflicht und sorgt für Sicherheit“, so Busker. Ein Beifahrer hat übrigens Platz auf einem Sitz oberhalb des Kotflügels. Die Touren führen auf vorgeschlagenen, landschaftlich schönen Routen rund ums Museum und durch die Krummhörn – ausschließlich auf öffentlichen Straßen und Wegen. Die Strecken sind so gewählt, dass sie auch für ungeübte Fahrer geeignet sind. Das Museum startet zum 1. Juli 2025 mit seinem neuen Angebot. Interessierte können zwischen einer einstündigen Schnupperfahrt (55 Euro) oder einer zweistündigen Entdeckungstour (75 Euro) wählen. Buchungen sind ab sofort beim Landwirtschaftsmuseum möglich.

Picknick am Meer: Genuss auf Leuchtturm

64 Meter über dem Meer auf einer Plattform mit Blick bis zur holländischen Küste: Auf dem Campener Leuchtturm kann man tatsächlich picknicken. Ganz exklusiv, mit Picknickkorb und einer Aussicht, die sonst nur die Möwen haben. Was serviert wird? Brot, Obst, Wurst, Käse – das Übliche. Und doch ist alles anders. Denn der Leuchtturm ist nicht irgendein Aussichtspunkt, sondern der höchste an der deutschen Nordseeküste.

„Da dieses Angebot auch etwas ganz Besonderes bleiben soll, bieten wir es nur wenige Male im Jahr an. Innerhalb kürzester Zeit sind diese Angebote ausgebucht“, erklärt dazu Ina Mennenga von der Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel. Nur an vollmondnahen Abenden ist das Picknick möglich, Platz ist hoch oben nur für zwei Personen und für zwei Stunden. Das Picknick hat einen stolzen Preis von 399 Euro. Dafür bleibt der Abend gewiss in Erinnerung, umwirbt die Greetsieler Touristik ihr Angebot: „Ob ein im Meer versinkender, rot leuchtender Feuerball, ein phosphorgrünes Meeresleuchten oder die weithin beliebte blaue Stunde nach Sonnenuntergang – die Natur überrascht immer wieder und wird Sie verzaubern!“

Kapitän für einen Tag: Fahrt auf Krabbenkutter

In Greetsiel startet fast täglich ein Erlebnis, bei dem wirklich mit angepackt werden kann: mitfahren auf einem echten Krabbenkutter. Netze auswerfen, Krabben sortieren, Möwen verscheuchen, Seemannsgarn hören. Und wenn es der Kapitän Ubbo Looden auf der GRE 18 „Nordstern“ erlaubt, darf man vielleicht sogar mal selbst die Hand ans Ruder legen. An Bord wird gekocht, gepult und gegessen – mit den Händen, versteht sich. Ein maritimes Erlebnis, das typisch für Greetsiel steht. Ubbo Looden und sein Team erklären und beantworten Fragen.

Der Krabbenkutter GRE 18 lässt nicht nur echte Fischer an Bord: Auch Laien dürfen mitfahren, Netze auswerfen und den Fang begutachten. Foto: Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel
Der Krabbenkutter GRE 18 lässt nicht nur echte Fischer an Bord: Auch Laien dürfen mitfahren, Netze auswerfen und den Fang begutachten. Foto: Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel

Der Kutter fährt montags bis freitags raus. Platz ist an Bord für zwölf Personen, die Mindestteilnehmerzahl liegt bei sechs. Kinder dürfen ab fünf Jahren mitfahren. Karten für 30 Euro (Erwachsene) beziehungsweise 15 Euro (Kinder) werden direkt am Kutter von 9 bis 11 Uhr verkauft.

Sand, aber kein Wasser: der Trockenstrand

In Upleward kann man Strandurlaub ganz ohne Wasser machen. Dort liegt ein feinsandiger, mit Strandkörben und Volleyballfeld ausgestatteter „Trockenstrand“ – hinter dem Deich. Das Watt liegt einige Hundert Meter entfernt, erreichbar zu Fuß. Was bietet dieser Strand ohne typisches Meeresrauschen? Die Erholungs-, Spiel- und Sportanlage wurde im Zuge ihrer Eröffnung im Jahr 2000 in den Medien noch ironisch als Ostfriesenwitz betitelt. Heute hat sich das Areal bei Einheimischen und Touristen als beliebter Ausflugspunkt etabliert.

Der auch schon als Ostfriesenwitz betitelte Trockenstrand in Upleward bietet vieles, aber eben kein echtes Meeresrauschen. Foto: Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel
Der auch schon als Ostfriesenwitz betitelte Trockenstrand in Upleward bietet vieles, aber eben kein echtes Meeresrauschen. Foto: Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel

Auf einer Fläche von 9000 Quadratmetern können Kinder auf verschiedenen Spielgeräten toben und Spaß haben. Neben dem Trockenstrand gibt es einen kleinen Kiosk. Von hier aus starten unter anderem auch viele Wattwanderungen. 2020 wurde die Fläche komplett saniert. Auf dem Gelände gibt es seitdem neue Spielgeräte, eine neue Bühne, verschiedene Sitz- und Liegeflächen, ein Volleyball- und ein Soccerfeld. Neben den neuen Spielgeräten ist ein Holzbohlenweg entstanden, der mit einem Rollstuhl befahrbar ist.

Das Koppke: Baden in einer Teetasse

„Koppke“ ist Plattdeutsch für Teetasse – ein ungewöhnlicher Name für ein Schwimmbad mit Sauna. Das Thema „ostfriesische Gemütlichkeit“ zieht sich in dem Greetsieler Bad wie ein roter Faden durch das komplette Gebäude. Die Teerose, ein beliebtes Motiv auf Teegeschirr, wiederholt sich unter anderem auch als Fliesen-Motiv.

Das runde Schwimmbecken soll an eine Teetasse erinnern. Es gibt Aroma-Anwendungen mit Teeduft und natürlich auch Ostfriesen-Tee, stilecht serviert im Kännchen und mit kleinen „Koppkes“. Früher hieß das Bad „Oase“. Der Umbau, der 2022 startete, dauerte rund 14 Monate und kostete 2,7 Millionen Euro. Seitdem präsentiert sich das Bad in neuem Gewand und verbindet Wellness und Teekultur.

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