Joker stechen beim BSV „Mister Kickers“ beschert Emden noch einen Punkt
Mit einem 1:1 beim Schlusslicht FC St. Pauli II mussten sich die Ostfriesen begnügen. Nach vielen Stunden in einem Tageshotel ging der Spielstart daneben. Interimscoach Markus Unger war zwiegespalten.
Norderstedt - Fünf Tage nach dem 1:1 beim SV Werder Bremen II kehrte der BSV Kickers Emden mit demselben Ergebnis vom Mittwochsspiel beim FC St. Pauli II zurück. Zum Abschluss der besonderen Englischen Woche wartet auf die Emder an diesem Samstag ein Heimspiel – natürlich wieder gegen eine Bundesliga-Reserve. Dann geht es um 18 Uhr gegen den Hamburger SV II.
Im Edmund-Plambeck-Stadion in Norderstedt siegte der BSV am 13. September mit 2:0 bei der heimischen Eintracht. Es war das erste Spiel unter der Regie der Co-Trainer Markus Unger und Bastian Dassel, die seither Stefan Emmerling (Virusinfektion) vertreten. Im Eintracht-Stadion, in dem auch der FC St. Pauli II seine Heimspiele austrägt, gab es nun das vierte ungeschlagene Spiel in Serie. Doch hatten sich die Emder beim Schlusslicht natürlich mehr erhofft, auch wenn sich die Bundesliga-Reserve im Aufwind befindet und am Sonntag auch den ersten Sieg eingefahren hatte. „Wir haben wieder nicht verloren. Es ist trotzdem schwer, sich jetzt zu freuen“, sagte Markus Unger nach der Partie vor 241 Zuschauern.
Kickers im Tageshotel
Wie schon am Freitag setzte es wieder ein frühes Gegentor. In Bremen war es die vierte Minute, in der es im Emder Netz zappelte – in Norderstedt schon die dritte Minute. Romeo Aigbekaen tauchte frei vor Norman Quindt auf. Der Kickers-Keeper parierte den ersten Schuss, war beim zweiten dann machtlos. „Es ist einfach kacke, dass du so schnell wieder auswärts hinten liegst. Wir waren immer einen Schritt zu spät erste Halbzeit. Es ist nicht erklärbar, weil die Vorbereitung auf das Spiel super war“, so Unger.
Die Ostfriesen wollten die Strapazen einer Englischen Woche in der Regionalliga so professionell wie möglich angehen. Bereits um 8.15 Uhr starteten sie in Emden, um in Norderstedt ein Tageshotel zu beziehen und einem Nachmittagsstau zu umgehen. Nach einem Mittagessen, ein paar erholsamen Stunden, einer Teambesprechung, einem Spaziergang und einem Nudel-Snack ging es schließlich zum Stadion.
Joker drehen das Spiel
Auch wenn Unger die magere erste Halbzeit seines Teams monierte, hatte Kickers auch Offensivmomente. Der umtriebige David Schiller vergab kurz vor der Pause die große Chance zum 1:1. Andersherum hätte Emden da auch schon 0:2 zurückliegen können, hätte Romeo Aigbekaen seine Großchance nach 34 Minuten genutzt. Sein Schuss landete knapp neben dem Pfosten.
Spieldaten
Emden: Quindt; Engel, Göttlicher, Janssen, Adou, Siderkiewicz, Kaissis (59. Schmidt), Igwe (73. Stöhr), Eickhoff (69. Eickschläger), Schröder (59. Steffens), Schiller (87. Mahncke).
Tore: 1:0 Aigbekaen (3.), 1:1 Steffens (74.).
Nach dem Wechsel wurde Kickers agiler und ab Mitte der zweiten Halbzeit auch zwingender. Der gerade eingewechselte „Mister Kickers“, Tido Steffens, gab schon mal einen Warnschuss ab. „Die Spieler, die reinkamen, haben dem Spiel wieder die Note gegeben“, lobte Markus Unger die Einwechselspieler. Eine Co-Produktion zweier Joker brachte dann den Ausgleich. Nach einer Ecke der Gastgeber setzte Emden zum Traum-Konter an. Tido Steffens trieb den Ball in die gegnerische Hälfte, spielte auf Linksaußen zu Julian Stöhr, um in den Strafraum zu sprinten und den Ball nach der Stöhr-Maßflanke in bester Uwe-Seeler-Manier mit einem langen Bein ins Tor zu bugsieren (74.).
Oldenburg verliert 3:4
Und dann hätte David Schiller das Spiel komplett drehen können. Nach guter Vorarbeit von Tido Steffens traf er aus elf Metern den Torwart, aber nicht das Tor (81.). Kickers blieb am Drücker, ohne nochmal eine Chance in dieser Kategorie zu haben. In der Nachspielzeit verhinderte Quindt nach einem Schmidt-Schuss dann noch den Siegtreffer für die Gastgeber, bei denen der Ostfriese und Pechvogel Ols Backhaus seit einigen Wochen verletzt fehlt.
Viel los war auch in der Tabellenregion, wo der derzeit Tabellenneunte Kickers eigentlich auch mitmischen wollte – in der Spitzengruppe. Tabellenführer VfB Oldenburg verlor nach zehn Siegen in Serie erstmals. Nach einem 0:0 zur Pause hieß es am Ende 3:4 gegen den SV Drochtersen/Assel. Der SV Meppen nutzte die VfB-Pleite, um den Rückstand durch ein 6:0 gegen den HSC Hannover auf einen Punkt zu verkürzen.
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