Das besondere Rezept Ein Eintopf, der wärmt und Fernweh weckt

| | 14.01.2026 08:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Auf der Webseite von Herrn Grün findet man das Rezept für diesen Eintopf. Foto: Carmen Leonhard
Auf der Webseite von Herrn Grün findet man das Rezept für diesen Eintopf. Foto: Carmen Leonhard
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Zwiebel, Lauch, Möhren und Paprika bilden die bodenständige Grundlage für diesen Eintopf nach einem Rezept des Foodbloggers Herr Grün. Wie daraus ein herrlicher Eintopf mit exotischer Note wird.

Ostfriesland - Was gibt es an einem verregneten Wintertag in Ostfriesland Schöneres als einen wärmenden Eintopf, der Fernweh weckt? Dieses Rezept kam über einen Newsletter zu mir: Es geht um den marokkanischen Eintopf von Herrn Grün. Das klingt nach exotischen Zutaten. Tatsächlich benötigt wird aber Gemüse, das in vielen ostfriesischen Haushalten zu finden sein dürfte. Die Zubereitung ist unkompliziert und geht fix, das Ergebnis ist so köstlich, dass ich den Eintopf nun schon mehrfach zubereitet habe. Probieren Sie es mal aus!

Diese Zutaten werden benötigt

Für den Eintopf wird diese Zutatenliste genannt:

  • eine mittelgroße Zwiebel,
  • eine Knoblauchzehe,
  • zehn Cherrytomaten,
  • 200 Gramm Lauch,
  • 120 Gramm rote Paprika,
  • 120 Gramm Möhren,
  • 100 Gramm Kidneybohnen,
  • 240 Gramm Kichererbsen aus der Dose,
  • 400 Milliliter Kokosmilch,
  • dazu Olivenöl.

Für die Gewürzmischung werden benötigt:

  • zwei Teelöffel Kreuzkümmelsamen,
  • zwei Teelöffel Koriandersamen,
  • zwei Teelöffel Schwarzkümmelsamen,
  • einen gehäuften Teelöffel Paprika, scharf,
  • einen Teelöffel Currypulver, mittelscharf,
  • einen Teelöffel Oregano,
  • einen halben Teelöffel Zimt,
  • einen halben Teelöffel Salz,
  • getrocknete Chili.

Lassen Sie sich hier nicht abschrecken von den vielen Gewürzen. Ich hatte nicht alles da. Statt Koriandersamen habe ich das Pulver genommen, um ein Beispiel zu nennen. Kreuzkümmel mag ich nicht, den habe ich ganz weggelassen und etwas improvisiert. Die Zutaten werden in einen Mörser gegeben und gemahlen, sofern man Samen verwendet. Wenn nicht, einfach die Zutaten vermengen. Einen Teelöffel von der Mischung fürs Garnieren des Tellers aufbewahren, der Rest wird gleich beim Kochen verwendet.

Viele der Zutaten für diesen Eintopf dürften in ostfriesischen Küchen ohnehin zu finden sein. Foto: Carmen Leonhard
Viele der Zutaten für diesen Eintopf dürften in ostfriesischen Küchen ohnehin zu finden sein. Foto: Carmen Leonhard

So wird der Eintopf zubereitet

Jetzt wird erstmal geschnibbelt. Die zerkleinerten Zutaten dabei erstmal gesondert behalten, nicht alles auf einen Haufen werfen. Die Zwiebel und der Knoblauch werden in kleine Würfel geschnitten. Den Lauch in Ringe schneiden, die Paprika in mundgerechte Stücke. Die Cherrytomaten halbieren. Die Möhre in etwa einen Zentimeter dicke Streifen schneiden, diese noch einmal vierteln. Das Vierteln habe ich nicht gemacht, das war mir zu viel Tüdelei. Bei den Zutaten kann man auch etwas variieren – ich habe zum Beispiel einmal den Lauch ersetzt durch eine Zucchini. Das ging gut.

Die Kichererbsen und die Kidneybohnen aus den Dosen befreien und gut abtropfen lassen. Ich spüle sie immer noch mit Wasser ab, aber das kann ja jeder halten, wie er mag. Um den Geschirreinsatz gering zu halten, habe ich beide Dosen direkt in ein Sieb entleert. Das war nicht so clever, eigentlich soll man laut Rezept Bohnen und Erbsen in zwei getrennten Schritten in den Eintopf geben. Im Ergebnis hat es bei mir trotzdem gepasst. Diesen „Fehler“ habe ich übrigens jedes Mal beim Kochen dieses Rezepts gemacht. Und ich wette, das wird auch beim nächsten Mal wieder so sein.

Ab an den Herd!

In einem Topf wird ein Teelöffel von der Gewürzmischung angeröstet. Hier noch kein Öl hinzugeben! Es entfaltet sich schon bald ein feiner Duft. Im nächsten Schritt kommen drei Esslöffel Olivenöl dazu. Darin werden jetzt die Knoblauch- und Zwiebelwürfel angedünstet.

Weiter geht es mit dem Lauch, der Paprika und den Möhrenstücken. Alles rein in den Topf, weitere zwei Teelöffel vom Gewürzmix dazugeben und alles gut verrühren. Etwa drei Minuten dünsten lassen. Dann kommen die Kichererbsen in den Topf, alles gut verrühren und weitere zwei Minuten dünsten lassen. Jetzt kommen die Tomaten, die Kidneybohnen und ein weiterer Esslöffel Olivenöl hinzu. Alles gut verrühren und etwas dünsten lassen. Wie vorhin schon erwähnt: Bei mir wanderte das Dosengemüse in einem Rutsch in den Topf. Das hat auch funktioniert.

Im nächsten Schritt gibt man die Kokosmilch zum Gemüse sowie den restlichen Gewürzmix (dran denken, einen Teelöffel aufzuheben!). Den Eintopf mit einem Deckel auf dem Topf leicht köcheln lassen, bis die Möhren weich sind. Das dauert nicht lange.

Schön bunt – dieser Eintopf ist perfekt für graue Regentage. Foto: Carmen Leonhard
Schön bunt – dieser Eintopf ist perfekt für graue Regentage. Foto: Carmen Leonhard

Braucht man wirklich Kokosjoghurt?

Okay, die Beschreibung der Zubereitung ist lang. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Eigentlich gibt man nur nach und nach die einzelnen Zutaten in den Topf.

Während der Eintopf köchelt, kann man Petersilie waschen und kleinschneiden. Herr Grün empfiehlt zur Verfeinerung auf dem Teller noch einen Klecks Kokosjoghurt. Der war in meinem Dorf nicht so einfach zu bekommen, ich musste lange suchen. Das hat sich gelohnt: Der Kokosjoghurt verleiht dem Gericht einen besonderen Pfiff. Normaler Joghurt tut es allerdings auch – und mein Liebster hat ganz drauf verzichtet.

So hat es geschmeckt

Auf dem Teller angerichtet, entfaltet der Eintopf seinen herrlichen Duft erst so richtig. Mit Petersilie und einem Klecks Joghurt drauf sieht es schön bunt. Zum Servieren kommt auch der große Moment vom Rest-Gewürzmix: Den pudert man noch über das Gericht. Ich bekomme beim Schreiben schon wieder Appetit. Denn dieser Eintopf schmeckt wirklich richtig gut.

Das Rezept ist für zwei Portionen gedacht. Es reicht aber für einen üppigen Nachschlag. Oder eben zum Aufwärmen am nächsten Tag. Wer mag, isst etwas Brot dazu oder auch Reis. Der Eintopf macht aber auch ohne diese Beilagen schön satt, er wärmt den Bauch und streichelt die Seele.

Mein Liebster überlegt, beim nächsten Mal eine schöne Mettwurst mit in den Topf zu schmuggeln. Oder Hähnchenbruststücke. Oder Shrimps. Mal sehen, ob ihm das gelingt. Manchmal ist weniger auch mehr.

Wer ist Herr Grün?

Herr Grün heißt eigentlich Manfred Zimmer. Der gebürtige Saarländer hat in Hamburg eine Digital-Agentur gegründet und parallel dazu als Dozent einige Zeit an einer Kunstschule gearbeitet. 2013 ging sein Food-Blog „Herr Grün kocht“ online – mit charmanten Geschichten aus seinem fiktiven Kochlabor.

Heute arbeitet Manfred Zimmer als Blogger, Autor, Fotograf und Berater. Es sind inzwischen vier Bücher von ihm erschienen. Seine Rezepte und Geschichten wurden unter anderem von der Zeit, der Süddeutschen Zeitung und dem Stern veröffentlicht.

Das Rezept für diesen Eintopf ist auf der Webseite www.herrgruenkocht.de zu finden. Hier geht es direkt dorthin. Auf der Webseite kann man auch den Newsletter abonnieren, über den ich auf das Rezept gestoßen bin.

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