Gastronomie Erlebnis für Fischfans und Camper bei „de Beer“ in Greetsiel
Restaurant und Fischfachgeschäft in einem: Bei „de Beer“ in Greetsiel kommt der Fang direkt auf den Teller. Touristen pulen ihre Krabben hier gerne auch selbst und Camper stehen oft Schlange.
Greetsiel - An einer viel befahrenen Straße gelegen, in der Nähe der berühmten Greetsieler Zwillingsmühlen, wirkt das Restaurant de Beer auf den ersten Blick etwas unscheinbar. Doch in dem Gebäude verbirgt sich ein Ort mit langer Tradition: Seit mehr als 50 Jahren steht hier Fisch im Mittelpunkt. Neben dem Hauptstandort gibt es zwei weitere Restaurants von de Beer – eines direkt im Ortskern von Greetsiel und eines in Norddeich.
Das Besondere am Hauptstandort, direkt angrenzend an das Firmengelände des Krabben- und Fischhandels, ist, dass er nicht nur Restaurant, sondern gleichzeitig auch Fischfachgeschäft ist. Wer das Restaurant betritt, kann den frischen Fang des Tages direkt mitnehmen.
Im Sommer oft überlaufen
Innen bietet das Restaurant 86 Sitzplätze, auf der Terrasse weitere 50. Gerade im Sommer reicht das aber oft nicht aus: Dann stehen die Gäste draußen Schlange, um sich ihre Portion zu sichern. An gut besuchten Tagen kommen nach Angaben von Personalleiterin Lena Oltmanns bis zu 2000 Kunden an den beiden Standorten in Greetsiel.
Besonders beliebt ist das Restaurant bei Wohnmobilisten. Nur wenige Meter entfernt liegen die Greetsieler Stellplätze, und viele Camper nutzen die Gelegenheit, sich die frisch zubereiteten Fischgerichte direkt mit ins rollende Zuhause zu nehmen. Wer den Fisch direkt vor Ort genießen möchte, aber keinen Sitzplatz mehr findet, fährt mit seinem Mobil einfach auf den Restaurantparkplatz. Die Teller dürfen die Kunden in diesem Fall auch bis zu ihrem Gefährt mitnehmen.
Essen mit Erlebnis
Was das Restaurant de Beer besonders macht, ist die Mischung aus Tradition, Qualität und Erlebnis. Die Gäste kommen nicht nur zum Essen, sondern auch zum Schauen, Lernen und Informieren. Touristen bekommen dabei ein Gefühl dafür, was Ostfriesland kulinarisch zu bieten hat.
So schmeckt Ostfriesland
Wie schmeckt eigentlich unsere Heimat? Wo kann man gut essen gehen? Und was tut sich in der Gastro-Szene? Diese und viele weitere Themen finden Sie in unserer Themenseite „So schmeckt Ostfriesland“. Noch mehr Lust auf Essen und Trinken, leckere Kochrezepte und die neuesten Gastro-News? Jeden zweiten Mittwoch dreht sich im Newsletter „So schmeckt Ostfriesland“ alles um den Genuss. Hier geht’s zur Anmeldung. Adresse: An den Darren 1, 26736 Krummhörn Öffnungszeiten: täglich 9 bis 18 Uhr (Küche bis 17.45 Uhr) Das günstigste Gericht: Matjes mit Schwarzbrot (5,90 Euro) Das teuerste Gericht: Krabben mit Spiegelei und Bratkartoffeln (33,50 Euro) Das beliebteste Gericht: Seelachs mit Bratkartoffeln Das empfiehlt der Küchenchef: Krabben mit Bratkartoffeln und Spiegeleiern Sitzplätze innen: 86 Sitzplätze außen: 50 Kartenzahlung: ja Parkplätze: ausreichend vorhanden Lademöglichkeit für E-Autos: in der Nähe, für E-Bikes direkt am Restaurant Hochstühle: ja Wickelmöglichkeit: nein Dürfen Hunde rein: nur ins Restaurant, nicht an die Theke Barrierefrei: ja Spielplatz: nein Webseite des Unternehmens: www.debeer.de
Der Austausch mit den Mitarbeitern spielt dabei eine große Rolle: Viele wollen wissen, wie die Krabbensaison läuft, ob der Granat heute frisch gefangen wurde, oder diskutieren über die Schwankungen des Preises. Lena Oltmanns berichtet, dass sich die Gäste gerne zeigen lassen, wie man Krabben richtig pult. Mit einem Teller voller Granat setzen sie sich dann auf die Terrasse, genießen die Sonne und lösen das Fleisch selbst aus dem Panzer. Schnell wird daraus ein kleiner Wettbewerb: Wer schafft es schneller?
Frischer Wind für das maritime Ambiente
Vor wenigen Wochen wurde das Restaurant renoviert. Trotz frischer Farbe an den Wänden und neuer Gardinen an den Fenstern ist das maritime Flair erhalten geblieben. Bilder vom Meer, Leuchttürme, Rettungsringe, Segel und Netze zieren weiterhin das Restaurant. Wer keinen Fisch mag, wird dennoch fündig: Schnitzel, Pommes, Bratkartoffeln oder Kartoffelsalat stehen ebenfalls auf der Karte.
Die Fischgerichte stammen aus unterschiedlichen Quellen: Die Krabben kommen in der Saison frisch von den Greetsieler Kuttern, während ein Großteil des Fisches aus Aquakulturen in Norwegen stammt, wie Lena Oltmanns erklärt. Besonders beliebt sind Lachs und Matjes. Im Sommer greifen viele Gäste aber auch gern zu Grillfisch. Im Winter stand zuletzt der Winterkabeljau hoch im Kurs, erklärt Lena Oltmanns.
Kapitänsteller und Krabbensuppe
So viel Theorie und Beobachtung machen neugierig. An meinem Besuchstag fällt mir die Wahl schwer – angesichts der Vielzahl an Fischgerichten kann ich mich kaum entscheiden. Doch auch dafür ist vorgesorgt: Mehrere Gerichte kombinieren verschiedene Fischsorten. Ich wähle den Kapitänsteller, der mit Seezunge, Seelachs und Schollenfilet einen guten Überblick über das Sortiment bietet. Dazu gibt es eine Krabbensuppe.
Ich darf der Köchin während der Zubereitung über die Schulter schauen: Der Fisch wird frisch paniert, leicht gewürzt und dann gebraten. Dazu gibt es Bratkartoffeln, Remoulade und eine kleine Portion frische Krabben samt Salatgarnitur. Schon die Krabbensuppe ist ein Erlebnis: würzig, cremig, mit einem leicht salzigen Geschmack, der an Meer erinnert. Der Kapitänsteller wirkt großzügig und opulent – ein Gericht, bei dem man den Unterschied zwischen frischem Fisch und Fertigware sofort schmeckt. Am Ende bleibt jedoch ein großer Rest auf meinem Teller, die Portion ist schlicht zu üppig. Und dennoch habe ich das Gefühl, nur einen kleinen Einblick in die Speisekarte gewonnen zu haben. Ein Grund, um wiederzukommen. Vielleicht dann auch mit dem Versuch, einmal selbst Krabben zu pulen.