Neuer Superintendent Dr. Frank Mertin Die Kirche in einer Zeit des Wandels leiten
Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer führte den neuen Superintendenten Dr. Frank Mertin in der Emder Lutherkirche ins Amt ein.
Emden - In einem feierlichen und bewegenden Gottesdienst begrüßte der Kirchenkreis Emden-Leer kürzlich Dr. Frank Mertin als neuen Superintendenten in seinem Amt. Die Lutherkirche war einer Mitteilung des Sprengels Ostfriesland-Ems zufolge gut gefüllt.
Die Einführung nahm Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer vor, die in ihrer Ansprache eindrücklich die geistliche und landschaftliche Weite Ostfrieslands mit dem neuen Dienst Mertins verband. Sie zeichnete ein lebendiges Bild des „grünen Landes an Fluss und Meer“, das zugleich von Schönheit und Widerstandskraft geprägt sei. In dieser rauen und zugleich faszinierenden Umgebung hätten Menschen über Generationen hinweg gelernt, mit Unsicherheiten zu leben – getragen vom Vertrauen auf Gott. Dabei griff sie das Bild des Kirchenschiffes auf, das in Ostfriesland sowohl Schutzraum als auch Zeichen der Geborgenheit im Glauben sei. Sie ermutigte den neuen Superintendenten, die Zukunft gemeinsam mit anderen zu gestalten – als Teil eines starken Teams im Kirchenkreis.
„Fürchte dich nicht“ als Leitmotiv für die Rede
In ihrer persönlichen Ansprache zeichnete Schiermeyer den Lebensweg von Dr. Mertin nach – von prägenden Erfahrungen im Ehrenamt in der Bahnhofsmission bis hin zu seinen Pfarrstellen im In- und Ausland. Sie würdigte ihn als einen Theologen, der sich intensiv mit Glaubensfragen auseinandergesetzt habe und zugleich nah bei den Menschen sei. Sie machte deutlich, dass der neue Dienst auch Herausforderungen mit sich bringen werde. Doch gerade dafür bringe Mertin wichtige Erfahrungen und eine klare innere Haltung mit. Er könne dazu beitragen, die Kirche in einer Zeit des Wandels weiterzuentwickeln.
Im Zentrum der Predigt von Dr. Frank Mertin stand ein Wort, das sich wie ein roter Faden durch die Bibel zieht: „Fürchte dich nicht!“ – ein Zuspruch, der, so Mertin, „genau 365 Mal in der Bibel vorkommt – vielleicht kein Zufall, für jeden Tag des Jahres einmal.“ Offen sprach er über die Realität von Angst im menschlichen Leben. Doch: „Der Glaube kann die Angst verändern. Der Glaube arbeitet an der Angst.“ Ausgehend vom Timotheusbrief stellte Mertin die zentrale Zusage heraus: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Diese drei Begriffe verstehe er als Auftrag und Ermutigung zugleich – auch für die Kirche in herausfordernden Zeiten. Besonders hob Mertin das vielfältige Engagement in Kirche und Gesellschaft hervor und würdigte die vielen Menschen, die sich einbringen: „Wie arm wäre unsere Gesellschaft und unsere Kirche ohne dieses starke Engagement!“
Im Anschluss an die feierliche Einführung sprachen zahlreiche Vertreter aus Kirche, Gesellschaft und Politik Grußworte.
Zum Kirchenkreis Emden-Leer gehören 24 Kirchengemeinden zwischen Borkum und Leer.