Lesermeinung Wunderline | Rattenproblem | Grundgesetz

| 04.06.2026 10:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 19 Minuten
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Bei der OZ reden die Leserinnen und Leser mit. Hier haben wir Leserbriefe der vergangenen Zeit gesammelt.

Wunderline

Ich bin immer wieder erstaunt, wie bereitwillig die Wunderline-Propaganda in den Medien übernommen wird. Da nennt die OZ die Wunderline (eine merkwürdige deutsch-englische Wortschöpfung aus den Niederlanden) „die frisch ausgebaute Bahnstrecke zwischen Bremen und dem niederländischen Groningen“. Aber es gibt keine Bahnstrecke zwischen Groningen und Bremen (die Verbindung führt über vier Bahnstrecken), und „frisch ausgebaut“ wurde auf deutscher Seite nur der Abschnitt zwischen der Grenze und Ihrhove (17,5 Kilometer). Die Gesamtlänge der Verbindung beträgt 173 Kilometer, davon 99,4 Kilometer zwischen Leer und Bremen. Außerdem „soll die höhere Streckengeschwindigkeit die Reisezeit zwischen Groningen und Bremen auf unter zweieinhalb Stunden drücken“. Bis 2015, als die Friesenbrücke zerstört wurde, betrug die Reisezeit zwischen Groningen und Bremen zwei Stunden und 44 Minuten und soll demnächst laut Wunderline bei zwei Stunden und 26 Minuten liegen (wunderline.eu/de/was-wir-machen). Das ist eine Ersparnis von 18 Minuten, die vor allem darauf zurückzuführen ist, dass zwischen Groningen und Neuschanz die zulässige Höchstgeschwindigkeit in zwei Abschnitten jetzt 130 statt bisher 100 km/h beträgt und der Snelltrein unterwegs nur drei- statt bisher siebenmal hält. Auch Reisende der Wunderline müssen auf dem Weg nach und von Bremen in Leer umsteigen. An den Abfahrts- und Reisezeiten zwischen Leer und Bremen ändert sich nichts. Die ursprüngliche Idee der Wunderline war eine Direktverbindung Groningen-Bremen ohne Umstieg in Leer mit einer Fahrtzeit von einer Stunde und 55 Minuten (oz-online.de/artikel/141707/Landtag-stimmt-fuer-Wunderline vom 22.1.15; inzwischen bescheidener auf zwei Stunden und elf Minuten projektiert). Das ist aber erst möglich, wenn die Strecke zwischen Leer und Oldenburg zumindest in Teilen zweigleisig ausgebaut wird. Das soll irgendwann nach 2030 passieren. Falls der Bund das Geld dafür locker macht. Außerdem muss die Strecke Groningen-Ihrhove elektrifiziert werden. Ein Teil des Geldes, das für diesen zweiten Bauabschnitt vorgesehen war, hat die Provinz Groningen in den Ausbau einer Umgehungsstraße gesteckt.

Norbert Fiks

Leer

Deutsche Wirtschaft

Wenn man die Zeitung vom letzten Samstag (23. Mai) aufschlägt, erfährt man auf Seite 7 unter der Überschrift „Deutschland steuert auf das Ende zu“ vom Schrauben-Milliardär Reinhold Würth „die Deindustrialisierung Deutschlands ist eine Spirale Richtung Keller“. Begründet wird diese düstere Prognose mit „unmäßigen Lohnforderungen“ und dem „Mentalitätswechsel der arbeitenden Bevölkerung“. Ähnliche Meinungen sind von den einschlägigen Verbänden der deutschen Wirtschaft zu hören. Tatsächlich sind die Lohnkosten in Deutschland verglichen mit vielen EU-Staaten hoch (nur in Luxemburg, Dänemark, Belgien und den Niederlanden sind sie höher). Aber das ist nichts Neues und der Anstieg von 2024 auf 2025 fällt mit 3,1 Prozent sogar niedriger aus als der EU-Durchschnitt mit 4,3 Prozent. Neu ist wohl eher der Mentalitätswandel in der deutschen Unternehmerschaft von Anpacken, Risikobereitschaft und Innovation hin zu Jammern, risikoscheu und wenig Bereitschaft, sich immer wieder neu zu erfinden. Bezeichnend hierfür sind sicherlich auch die Überlegungen von VW, in die Rüstungsproduktion einzusteigen (mit dem Staat als Kunden, der bereit ist, nahezu alles abzunehmen) anstatt sich dem Wettbewerb um die besten E-Autos zu stellen. Mit dieser Mentalität – da bin ich sicher – hätte der junge Herr Würth nach 1945 kein Schrauben-Imperium aufgebaut.

Wilhelm Mammen

Leer

Rattenproblem in Leer

Das zunehmende Rattenproblem in unserer Stadt zeigt deutlich, dass Handlungsbedarf besteht. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Entsorgung von Hausmüll in Säcken. Diese werden häufig von Tieren aufgerissen, so dass Essensreste und Abfälle frei zugänglich sind – ideale Bedingungen für Ratten. Deshalb appelliere ich an den Landkreis Leer, die Müllentsorgung konsequent auf ein Tonnen-System umzustellen. Geschlossene Mülltonnen bieten einen deutlich besseren Schutz vor Schädlingen, verhindern herumfliegenden Müll und tragen zu einem sauberen Stadtbild bei. Eine moderne und hygienische Abfallentsorgung sollte im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger sein. Die Umstellung auf die Tonnenabfuhr wäre ein wichtiger Schritt, um die Rattenpopulation einzudämmen und die Lebensqualität in unserer Region zu verbessern. Müll gehört in geschlossene Tonnen – für eine saubere und lebenswerte Stadt Leer. Ich fordere den Landkreis Leer auf, die notwendigen Voraussetzungen für eine flächendeckende Tonnenabfuhr zu schaffen. Nur so lässt sich das Problem langfristig und nachhaltig angehen.

Birgit Baasner

Leer

Sperrung der K 22

Die Kreisstraße 22 wird mal wieder im Juni gesperrt. Die Bewohnerinnen und Bewohner an der K 22 sind ein besonderes Völkchen. Gelassen nehmen sie sämtliche verkehrstechnische Änderungen hin. Ob die Kreisstraße zum wiederholten Male gesperrt wird, entweder wegen dem Gleisbau oder wegen der Friesenbrücke – alles kein Problem. Auch werden extrem lange Umwege gerne in Kauf genommen, da die Friesenbrücke zwar mittlerweile eröffnet ist, aber nicht zu Berufszeiten. Und auch das extrem gestiegene Verkehrsaufkommen von Dumpern und LKW oder Fahrzeuge von Monteuren – alles kein Problem. Und dass die Monteure auch gelernt haben, die Kreisstraße als Rennstrecke zu missbrauchen, wird auch akzeptiert. Auch bei den Schiffen der Meyer Werft werden die wildparkenden Touristen herzlich willkommen geheißen, egal, wo sie parken und egal, mit welcher aggressiven Fahrweise sie unter der Kreisstraße donnern. Dass der Weg nach Ihrhove zum Einkaufen auch gerne mal von der Deutschen Bundesbahn gesperrt wird und man sich über Schleichwege, die man mit landwirtschaftlichem Verkehr teilt, in das Dorf zum Einkaufen zwängt, auch das wird hingenommen. Auch die kürzlich bis September geschlossene Brücke beim Hotel Lange, kein Problem, wird akzeptiert. Und auch, dass die Kreisstraße durch den gestiegenen Schwerlastverkehr massiv geschädigt wurde und die Beschädigung mit übelsten Split verfüllt wurde, wird hingenommen. Ja, die Bewohnerinnen und Bewohner unterm Deich sind schon ein spezielles Völkchen.

Peter Groeneveld

Westoverledingen

Drastische Verschlechterung der ambulanten Versorgung

Die GKV-Reform wird zu einer weiteren drastischen Verschlechterung der ambulanten Versorgung führen, es wird noch weniger Ärzte geben und noch weniger Termine für Kassenpatienten. Das ist unausweichlich.

Meine Lebensgefährtin ist niedergelassene HNO-Ärztin. Schon jetzt bekommt sie nur für ca. 3/4 der Patienten Geld, der Rest geht „auf´s Haus“ - wie ca. 4 Mio. (!!!!) Behandlungen jährlich in Niedersachsen. Und da wundert sich die Politik, dass sich niemand mehr als Arzt niederlassen will. Künftig bekommt sie gut die Hälfte der Patienten bezahlt. Den Rest behandelt sie ja nicht etwa nur umsonst, sondern macht an jedem Patienten einen satten betriebswirtschaftlichen Verlust – denn die Mädels wollen weiterhin ebenso Geld wie der Vermieter, die Stadtwerke und die Zwangsorganisationen wie BG usw. Konsequenz: Wesentliche Leistungen wird sie künftig nur noch gegen Privatzahlung anbieten. So machen es schon alle anderen HNO-Praxen im Landkreis Aurich. Sie hat sich aus sozialen Gründen immer dagegen gewehrt, aber dann geht es eben nicht anders. Dem Linkskartell aus SPD und CDU gebührt Dank. Leider, leider, leider ist die AfD die einzige Partei, die die Problematik verstanden hat und entsprechende Forderungen stellt, die nicht zulasten der Menschen gehen, die ihr Leben lang eingezahlt haben und nun im Stich gelassen werden. Zum Beispiel ist es ein Unding, dass Millionen Bürgergeldempfänger aus Mitteln der GKV alimentiert werden statt aus Steuergeldern. Aber die werden ja für „wichtigere“ Dinge gebraucht bzw. vergeudet.

Andreas Vogt

Krummhörn

Warum Reliunterricht in der Schule?

Ist die Schule ein Ort der Erkenntnis oder des Bekenntnisses? Was hat Religionsunterricht, egal in welcher Form, im Unterricht zu suchen? Laut Verfassung ist der nur in bekenntnisorientierten Schulen ordentliches Lehrfach. Von Mathe und Physik steht leider nichts drin. Klar wollen die beiden ehemaligen Großkirchen weiter diejenigen an sich binden, die noch nicht kritisch genug den absurden Versprechungen eines bronzezeitlichen Verständnisses der Welt gegenüberstehen (können). Es wäre aber Aufgabe der Kultusministerin, genau dieses kritische Verständnis in den Schulen zu fördern, statt überholte und offensichtlich ungeeignete Vorstellungen von der Entstehung der Welt und ihrem Funktionieren zu bevorzugen. Ausdrücklich christliche Prägung im Unterricht ist übrigens Privilegierung nur einer Weltanschauung. Das ist laut Grundgesetz Artikel 3 untersagt. Auflösen ließe sich das unter anderem dadurch, dass zum Beispiel auch den Pastafari, also den Anhängern des Fliegenden Spaghettimonsters, Gelegenheit gegeben würde, ihre humanistische Weltanschauung zu unterrichten. Also ich wäre gern bereit dazu. Wir haben vernünftige, von Logik geprägte Ansichten.

Holger Tallowitz

Saterland

Kritik am Grundgesetz

Das Grundgesetz von 1949 hatte noch demokratische Inhalte. Durch die vielen Veränderungen und Zusätze in diesem Grundgesetz ist schon der Artikel 1 nicht mehr umsetzbar. Die Würde des Menschen wird in vielen Bereichen nicht mehr eingehalten. Als Bundespräsident sollte man viel mehr Einfluss nehmen im Interesse des Volkes. Das Grundgesetz ist mittlerweile für Reiche, Beamte, Unternehmer und weitere gedacht. Der arbeitende Mensch wird immer mehr ausgebeutet. Das Recht auf Arbeit mit entsprechendem Tariflohn geht nur mit Protesten. Erwerbslose und Kranke werden zur Arbeit gezwungen unter dem Tariflohn oder mit 1- Eurojobs . Das Gesundheitssystem driftet auch ab. Zuzahlungen bei Klinikaufenthalten und Medikamenten sind schon Standard. Dabei war bei der Einführung des Grundgesetzes alles durch die Krankenversicherung gedeckelt. Gute Behandlung nur noch für Privatversicherte. Ärztemangel und Personalnot beherrschen derzeit das Gesundheitssystem. Selbst bei der Bildung gab es grosse Unterschiede von damals und jetzt. Bei der Einführung des Grundgesetzes konnte es fast mit dem Standard in der DDR mithalten. Wer hier nur auf die Reisefreiheit kloppt oder die Beobachtung durch die Stasi spielt, zeigt nicht das wahre Gesicht. Auch der BND war für die Gegner in der BRD aktiv. Dass nicht alles Gold war in der DDR, wissen die meisten. Das Geiche sollte der Bundesbürger von damals überdenken, wie es damals in der BRD war.

Wilfried Graf

Emden

Buckelwal Timmy

„Sind wir bereit zu akzeptieren, dass echte Fürsorge manchmal bedeutet, auf Wissenschaft und Erfahrung zu hören, auch wenn die Antworten unbequem sind?“ sagt die Professorin für Meeresökologie Karin Stockin. Es ist schwer loszulassen, wenn ein Tier leidet oder ein Mensch. Wir als Gesellschaft wollen eingreifen und dabei überwiegt das Mitgefühl die Vernunft. Die Empathie gibt uns aber falsche Signale. So ist es auch zum Beispiel, wenn ein Haustier (Hund, Katze oder andere) leidet und faktisch am Lebensende ist. Wir Menschen aber wollen nicht loslassen aus falscher Tierliebe und warten zu lange, bis wir das Tier „erlösen“. Ich habe das selbst so erlebt. Bei dem gestrandeten Buckelwal ist das laut Experten wohl nicht möglich gewesen, ihm seine Leiden zu ersparen und sein Leben durch unser Eingreifen zu beenden. Aber wir Menschen, besonders die vielen Menschen, die um ihn gebangt haben, müssen jetzt akzeptieren, dass dieses Tier wahrscheinlich am Ende seines Lebens stand und man hätte ihn in Ruhe „gehen“ lassen sollen. Weitere Hilfen waren wahrscheinlich nur Qual für den Buckelwal. Das sollten wir einfach akzeptieren.

Monika Reinders

Bunde

Gefährlicher Kreisverkehr

In der Tat ist der Kreisverkehr am Norder Markt für jeden Verkehrsteilnehmer gefährlich, das erlebe ich täglich. Das liegt nicht nur am hohen Verkehrsaufkommen und dem Zusammentreffen von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern, sondern vor allem an den unterschiedlichen Fließrichtungen des Verkehrs. Es war keine kluge Maßnahme, in diesem Getümmel Radfahrer verkehrt herum fahrenzulassen. Verkehr in einem Kreisverkehr fließt normalerweise entgegen Uhrzeigersinn und nicht in beide Richtungen. Insbesondere Besucher rechnen nicht mit „Geisterradfahrern“, zumal die Hinweisschilder klein und unauffällig sind. Außerdem ist der Kreisverkehr an einigen Stellen so unübersichtlich und die Geschwindigkeit von elektrischen Mofas zum Teil eben so hoch wie die Rücksichtslosigkeit der Fahrer, dass Unfälle geradezu vorprogrammiert sind. Die Geisterfahrerregelung muss dringend abgeschafft werden.“

Andreas Vogt

Krummhörn

Als Experte disqualifiziert

Längst hat sich Herr Kujat als angeblicher „Experte“ disqualifiziert. Schon nach der militärischen Annexion der Krim durch Russland behauptete er, die Ukraine wolle die NATO in einen Atomkrieg gegen Russland „hineinziehen“. Ein Jahr später rechtfertigte Kujat bei Anne Will die russischen Bombardements in Syrien an der Seite des mörderischen Assad-Regimes. Seit dem Überfall Russlands redet der Bundeswehr-Pensionär unbeirrt von einem „Stellvertreterkrieg“ in der Ukraine. Der Mann weiß nicht, wovon er spricht: Kein „Stellvertreter“ greift die Ukraine an, sondern es sind reguläre Truppen Russlands. Und wäre die Ukraine nur ein Handlanger „des Westens“ – warum muss Kiew dann immer wieder um die notwendige Unterstützung betteln? Den demokratisch gewählten Präsidenten und tapferen Repräsentanten der Ukraine Selenskyj schmäht Kujat als „politischen Hasardeur“. Herr Kujat betreibt nichts anderes als eine andauernde Täter-Opfer-Umkehr. Er prangert vermeintliche „Provokationen“ der Ukraine an, verliert aber kein Wort über die täglichen Kriegsverbrechen Russlands an der ukrainischen Zivilbevölkerung. Und Ihr Herr Clasen beschränkt sich in seinem „Talk“ mit Kujat auf eine Rolle als Stichwortgeber. Dass Sie solcher „Expertise“ in Ihrer Zeitung breiten Raum geben, ist mehr als peinlich. Es dient der Verwirrung, auf die es Putins Propaganda anlegt.

Martin Heimbucher

Leer

Kommunalwahl

Wenn Einwohner die besten Lösungen für alle Angelegenheiten ihrer Kommune aktiv auswählen und erreichen wollen können sie sich als Landrat oder Bürgermeister verantworten und auch dafür bezahlen lassen. Nur einer kann dafür die Mehrheit der Wählerstimmen bekommen. Die unterlegenen Kandidaten können ihre selbstgewählte Aufgabe nur dann als Kreistagsmitglied oder Gemeinderatsmitglied ehrenamtlich in Angriff nehmen, wenn sie parallel für diese Gremien kandidieren durften. Dass die Nachrücker am Wahltermin bekannt sind, ermöglicht den Wählern die Folgen ihrer Kreuze bereits am Wahltag abzuschätzen. Wird man auch nicht in Rat oder Kreistag gewählt, bleibt zum Beispiel die Bürgerfragestunde als öffentliche Schnittstelle zur Lokal Politik. Dort fragt man dann gleichwertig, zum Beispiel mit Einwohnern, die wegen Einzelthemen an diesen Sitzungen teilnehmen, am Anfang in der „Vorsicht Fallgrube“-Fragerunde! Oder kurz vor Sitzungsende in der Runde „Wie wollt ihr da wieder rauskommen?“

Harald Coners

Uplengen

Briefkasten Logabirum

Zu Ihrem Bericht über den Briefkasten in Logabirum habe ich noch ein paar Bemerkungen. In den mindestens zehn Jahren seit Bestehen des Briefkastens hat es an der Stelle keine Unfälle mit Fahrzeugen gegeben, obwohl die Hüttenstätte öfters mit großen landwirtschaftlichen Maschinen befahren wird. Wenn es der Deutschen Post um Bürgernähe ginge, hätte sie die umliegenden Bewohner wenigstens mal informieren können, anstatt in einer schnellen Aktion vollendete Tatsachen zu schaffen. Ich hätte der Deutschen Post gerne einen kostenlosen Platz an der Waldkur auf meinem Grundstück angeboten. Ich habe versucht, mit der Deutschen Post Kontakt aufzunehmen, leider ohne Erfolg. Die Antwort war: „Wie Sie uns mitteilen, ist einer unserer Briefkästen nicht mehr vorhanden. Unser Anspruch ist es, dass Sie unsere Briefkästen, die natürlich sauber sein sollen, gut erreichen können und die Leerungszeiten eingehalten werden. Dass wir in Ihrem Fall dem nicht gerecht geworden sind, tut uns leid. Wir haben Ihr Anliegen direkt an die zuständige Abteilung vor Ort weitergeleitet. Diese wird den Gründen für den Abbau nachgehen und die von Ihnen beschriebenen Mängel, wenn möglich beheben. Wir freuen uns, wenn Sie künftig wieder mit uns zufrieden sind.“ Leider hat sich die zuständige Abteilung vor Ort nicht bei mir gemeldet. Der entfernte Briefkasten war der am meisten benutzte, weil er zentral lag. Die anderen liegen am Rande von Logabirum. In der Hoffnung, dass der jetzige Zustand tatsächlich nur vorübergehend ist, wäre es schön, wenn sich mal jemand von der Deutschen Post wirklich kümmert.

Peter Mertens

Leer

Gänseproblem Rheiderland

Es ist seit mindestens 30 Jahren schon bekannt und hat zum Teil mehrere Ursachen. 1.: Deichvorlandbeweidung wurde verboten. Keine Gans setzt sich ins hohe Gras und kann den Feind nicht sehen. 2.: Erschaffung der Kleipütten, die dann nachher zu Biotopen wurden, sind ideale Bedingungen, auch um hier zu brüten. 3.: Einschränkung der Jagd auf Graugänse in Vogel-/Landschaftsschutzgebieten. Ich beobachte hier in der Krummhörn, dass seit zwei Jahren hier auch Nonnengänse brüten, deren Population hat sich auch sehr vermehrt. Der Flughafen Shipol hat ein enormes Gänseproblem, dort wird massiv vergrämt. Was Gänse nicht mögen, sind Offshore-Mühlen, die sind ihnen zu laut.

Gerd Uken

Rysum

Ledabrücke gesperrt

In der Samstagsausgabe berichteten Sie über die neuesten Methoden der LKW-Erfassung, die Richtung Ledabrücke fahren. Haben Busse (ca. 12 t, letztens fuhr dort ein Gelenkbus, 18 t) weiterhin freie Fahrt. Was passiert, wenn diese marode Brücke unter dem Gewicht eines Busses (mit Schulkindern) zusammenbricht? Großes Geschrei nach den/dem Verantwortlichen. Dieses Problem gilt auch für die Brücke Nordumgehung.

Heinz-Jürgen Brauer

Großefehn

„Macht was!“

Eingeleitet wurde die erstaunlich gut besuchte Veranstaltung mit einer kurzen, grandiosen Szenenfolge aus dem Stück von Ulrike Heymann „ Die Welt soll wieder schöner werden“. Die Theatergruppe „Theartic“ hatte dieses Stück zum Thema Rechtsruck und Spaltung der Gesellschaft Ende April unter großer Begeisterung des Publikums vor 2 Wochen im Festspielhaus am Wall aufgeführt. Begeistert hat nicht nur die meisterhafte Inszenierung, der Einsatz von Medien und Musik und die hervorragende Leistung der Schauspieler, sondern vor allem die mit Ernst aber auch feiner Ironie vermittelte Botschaft des Bühnenmanuskripts: Macht was! Der Journalist R. Steinke wird zitiert mit dem Satz „Es gibt Grund zum Pessimismus, es gibt Grund zum Optimismus – aber nicht fürs Zurücklehnen“. Nach diesem Theaterstück und nach der Veranstaltung im Kulturbunker stellt sich uns die Frage: Was machen wir als Gesellschaft, als Stadt Emden, als Individuen aktiv gegen das Zurücklehnen? In Anbetracht der Tatsache, dass die Zustimmung zur AfD insbesondere auch unter jungen Wählern weiter ansteigt (Stand 7. Juni 2026 Sachsen-Anhalt 41 Prozent) hier unsere dringende Empfehlung und Bitte: Die Stadt Emden sollte die einmalige Chance nutzen, unbedingt und zeitnah Vorstellungen von „Die Welt soll wieder schöner werden“ für Schüler und Schülerinnen bzw. an Schulen organisieren. Die Stadt Emden verfügt über das Privileg, das von einer Emder Künstlerin verfasste passende Produkt dafür einsetzen zu können!

Gaby Horn-Wulfke, Sabine Semken, Edy Gil de Mejia, Dr. med. Onuora Nduka-Agwu

Emden

Dauerbaustelle

Ein halbes Jahr für die Sanierung von wenigen hundert Metern Straße – so etwas gibt es wohl nur in Deutschland. Woanders werden in dieser Zeit ein paar hundert Kilometer Autobahn komplett neu gebaut. Der Schaden für die Umwelt wegen überlanger Dauer von Baustellen ist immens. Das NLStBV, wohl einer der schlimmsten Behörden in Niedersachsen, schildert grundsätzlich extrem weiträumige Umleitungen aus, deren Befolgung hunderttausende von Mehrkilometern mit entsprechender Luftverschmutzung verursacht, vom Unmut der Bürger über Zeit- und Geldverschwendung mal ganz abgesehen. Diese Aktion ist symbolisch für die zunehmende Dysfunktionalität unseres Staates mit seinen Behörden.

Andreas Vogt

Krummhörn

Per Autokonvoi nach Berlin?

Bei allem Verständnis für den allgemeinen Ärger über die derzeit hohen Spritpreise frage ich mich, ob ausgerechnet ein Autokonvoi von Emden nach Berlin die richtige Form des Protestes darstellen kann. Also: Viele Autos (ggf. abzüglich einiger E-Autos) füllten ihre Tanks mit 40 bis 50 Liter Sprit zu derzeit cirka 2,15€/l (bei E10) und tuckerten auf Bundes- und Landstraßen mit cirka 60 km/h von Emden nach Berlin (cirka 500 Kilometer, keine Autobahn). Aus dieser Geschwindigkeit und wohl häufigem „Stop and go“, unter anderem wegen dazukommender Fahrzeuge (Ziehharmonika-Effekt), resultierte die ungewöhnlich lange Fahrtzeit von insgesamt 13 Stunden, zudem mit sehr hohem Spritverbrauch (Tankstopps waren ggf. auch noch nötig!). Übrigens wollte man ja auch wieder nach Hause, also noch einmal 500 Kilometer! Sicher jetzt per Autobahn, weil es schneller geht, auch wenn der Sprit dort extrem teuer ist! Die Mineralölkonzerne bedanken sich, die Umwelt mit Sicherheit nicht! Mit der Bahn wäre es viel billiger und umweltfreundlicher gewesen und selbst bei aller Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn sogar schneller als per Konvoi.

Volkhard Brammer

Krummhörn

Vernünftig miteinander kommunizieren

Wann haben wir eigentlich verlernt, vernünftig miteinander zu kommunizieren? Ein Blick in die Kommentarspalten sozialer Medien oder in hitzige Debatten zeigt schnell: Es geht oft nicht mehr um echten Austausch, sondern vor allem ums recht haben. Statt Argumente sachlich abzuwägen, werden Meinungen zugespitzt, Fakten ignoriert und andere Positionen reflexhaft abgewertet oder lächerlich gemacht. Gerade online scheint die Hemmschwelle deutlich gesunken zu sein. Anonymität und die Geschwindigkeit digitaler Kommunikation fördern kurze, harte Aussagen statt differenzierter Gedanken. Viele wollen nicht mehr verstehen, sondern überzeugen. Oder schlicht dominieren. Algorithmen verstärken diese Entwicklung zusätzlich, indem sie vor allem Inhalte hervorheben, die Empörung erzeugen und Aufmerksamkeit binden. So entstehen Echokammern, in denen sich Ansichten immer weiter verhärten. Das Ergebnis ist ein gesellschaftliches Klima, in dem echtes Zuhören zur Ausnahme geworden ist. Dabei lebt Kommunikation vom Dialog und nicht vom Monolog. Es braucht die Bereitschaft, andere Sichtweisen ernst zu nehmen, ohne sofort zu urteilen oder zu reagieren. Zuhören heißt nicht zustimmen, sondern respektieren und nachzuvollziehen. Auch im Alltag zeigt sich diese Entwicklung immer häufiger: Gespräche werden oberflächlicher, Positionen härter und Kompromisse seltener. Vielleicht sollten wir uns daher wieder öfter bewusst fragen: Will ich recht haben, oder will ich wirklich verstehen?

Carsten Willems

Weener

Wahlfreiheit statt Doppelmoral

Früher war die Rollenverteilung klar – und ja, sie war nicht für alle ideal. Aber sie wurde akzeptiert. Heute sollen beide Elternteile arbeiten, während Kinder stundenlang betreut und Haushalte ausgelagert werden. Gleichzeitig wächst der Druck auf Familien – und die Unzufriedenheit gleich mit. Besonders irritierend ist die gesellschaftliche Doppelmoral: Wer alles organisiert und auslagert, gilt als modern. Wer sich bewusst entscheidet, sich selbst um Kinder und Haushalt zu kümmern, wird schnell als rückständig oder gar „arbeitsfaul“ abgestempelt. Hinzu kommt: Selbst grundlegende Unterstützung wie eine kostenfreie Familienversicherung ist längst nicht mehr selbstverständlich – auch das setzt falsche Anreize. Dabei ist die Arbeit im eigenen Zuhause keine Nebensache, sondern das Fundament jeder funktionierenden Gesellschaft. Es wird Zeit, wieder echte Wahlfreiheit zuzulassen – und endlich auch diejenigen anzuerkennen, die ihre Familie bewusst in den Mittelpunkt stellen. Wer sich für die Arbeit im eigenen Zuhause entscheidet, leistet einen wichtigen Beitrag – für die Familie und letztlich auch für die Gesellschaft. Mehr Toleranz würde uns allen guttun.

Sabine Meyer

Moormerland

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