Spiekeroog Von Spiekeroog nach Kalifornien
Ein Schülerteam der Hermann Lietz-Schule fährt bald in die USA. Mit „Tommy“ haben sie sich für die World Robot Olympiad qualifiziert. Das kann ihr Roboter.
Spiekeroog - Eine zündende Idee, ein selbst entwickelter Roboter und ein herausragender Erfolg beim Deutschlandfinale der World Robot Olympiad (WRO) führen das Team „Curiositum“ der Hermann Lietz-Schule Spiekeroog nach Kalifornien. Karsten (16), Mateo (17) und Lucas (14) haben sich für die Open Championship Americas in Ontario qualifiziert.
Beim Finale in Trier landeten die Internatsschüler auf Platz 8 unter 130 Teams aus ganz Deutschland. Sie waren die einzigen niedersächsischen Teilnehmer, die ausgezeichnet wurden.
Einer von zwei Startplätzen
In der Kategorie „Future Innovators“ traten nach den Regionalwettbewerben nur noch 24 qualifizierte Teams gegeneinander an. Curiositum gehört nun zu den besten Nachwuchs-Entwicklern Deutschlands. Das Trio sicherte sich einen von zwei internationalen Startplätzen in Ontario. Die Open Championship Americas findet dort vom 25. bis 27. September 2026 statt.
Der Ursprung des Projekts liegt in der MINT-AG der Hermann Lietz-Schule. Die Arbeitsgemeinschaft bietet allen Jahrgangsstufen Raum für technische Experimente, Programmierung und eigene Entwicklungen. Die Internatsschüler Karsten aus Sachsen, Mateo aus Frankfurt/Main und Lucas von Juist stellten sich für den Wettbewerb dem Thema „Robots meet Culture“.
Die Aufgabe bestand darin, eine Roboterlösung zu entwickeln, die Kunst und Kultur unterstützt, kulturelles Erbe bewahrt und neue Zugänge zu Geschichte und Kultur schafft. Sie entwickelten „Tommy“, einen Informations- und Scanroboter, der Museumsobjekte erfasst und diese in interaktive Inhalte umwandelt. Das System erstellt digitale Zwillinge von Exponaten, ergänzt diese um Beschreibungen und macht sie so für Besucherinnen und Besucher zugänglich.
Den Kern der Aufgabe getroffen
Die Schüler entwickelten eigenständig die Hardware des Roboters, die nötige Software, eine App sowie KI-gestützte Funktionen zur Verarbeitung und Aufbereitung der Informationen. Damit trafen die Jugendlichen genau den Kern der Wettbewerbsaufgabe. Die Jury lobte insbesondere die Verbindung aus technischer Innovation und gesellschaftlichem Nutzen.
Begleitet und unterstützt wurden die Schüler von ihrem Physiklehrer Sebastian Bongarz. „Mich beeindruckt vor allem, wie hartnäckig die drei geblieben sind. Gute Ideen entstehen selten auf Anhieb. Sie haben immer wieder weitergedacht, ausprobiert und Probleme gelöst. Genau das hat dieses Projekt so besonders gemacht“, sagt er. Ideen wurden verworfen, weiterentwickelt und erneut getestet, bevor die jetzt ausgezeichnete Lösung stand.
In den USA wartet das nächste große Ziel auf die drei Jugendlichen. Dort werden sie Deutschland gemeinsam mit weiteren internationalen Teams vertreten und ihren „Tommy“ auf einer weltweiten Bühne präsentieren.